Bürgerrechtler · 1929 - 1968

Martin Luther King Jr.

1929 n. Chr. – 1968 n. Chr.

Träume, Märsche, Nobelpreis — die Stimme der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Martin Luther King Jr. (1929-1968) war die zentrale Figur der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Mit gewaltlosem Widerstand und unvergessbaren Reden veränderte er die USA — und wurde 39-jährig ermordet.

Herkunft

  • 15. Januar 1929 in Atlanta, Georgia
  • Vater: Martin Luther King Sr. — Baptistenprediger
  • Familie ändert ihren Namen 1934 nach einer Deutschlandreise — von Michael zu Martin Luther
  • Schwarze Mittelschicht im rassentrennten Süden

Bildung

  • Morehouse College (Atlanta) mit 15
  • Theologie-Studium
  • 1951: Abschluss
  • 1955: Doktor der Theologie in Boston
  • Inspiriert von Gandhi — gewaltloser Widerstand

Coretta und Familie

  • 1953: Heirat mit Coretta Scott
  • Vier Kinder
  • Coretta: Sängerin, Aktivistin, prägt seine Sache mit
  • Nach seinem Tod: führt sein Erbe weiter

Pastor in Montgomery (1954)

  • King übernimmt Dexter Avenue Baptist Church
  • Montgomery, Alabama — Tiefer Süden
  • Strenge Rassentrennung in Bus, Schule, Restaurant

Rosa Parks und Bus-Boykott (1955-56)

  • 1. Dezember 1955: Rosa Parks weigert sich, ihren Sitz aufzugeben
  • Verhaftet
  • Schwarze Gemeinde startet Boykott
  • 26-jähriger King wird Sprecher
  • 381 Tage Boykott
  • Schwarze laufen, fahren Mitfahrgelegenheiten
  • Dezember 1956: Supreme Court — Bustrennung verfassungswidrig
  • King ist nationale Figur

SCLC (Southern Christian Leadership Conference)

  • 1957: gegründet
  • King Präsident
  • Koordination der Bürgerrechtsbewegung
  • Schwerpunkt: gewaltloser Widerstand

Greensboro und Sit-Ins (1960)

  • 4 schwarze Studenten setzen sich an Whites only-Bar
  • Werden nicht bedient — bleiben sitzen
  • Bewegung breitet sich aus
  • SNCC gegründet — Studentenbewegung

Freedom Rides (1961)

  • Gemischte Busse durch den Süden
  • Werden angegriffen, Bus in Brand gesetzt
  • Kennedy schickt Federal Marshals
  • King unterstützt

Albany (Georgia) (1961-62)

  • Bewegung scheitert
  • Lokale Polizei klug — verhaftet ohne Gewalt
  • King lernt: Konfrontation muss provoziert werden

Birmingham (1963)

  • Bewegung gegen Rassentrennung
  • Sheriff Bull Connor — gewaltbereit
  • Polizeihunde, Wasserwerfer gegen Kinder
  • Bilder schockieren die Welt
  • King im Gefängnis schreibt Brief aus Birmingham
  • Klassiker des gewaltlosen Widerstands

I Have a Dream (28. August 1963)

  • March on Washington
  • 250.000 Menschen am Lincoln Memorial
  • King hält die berühmteste Rede des 20. Jahrhunderts
  • Ich habe einen Traum, dass eines Tages meine vier kleinen Kinder in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden
  • Höhepunkt der Bewegung

Civil Rights Act (1964)

  • 2. Juli 1964: Präsident Johnson unterzeichnet
  • Verbot der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen
  • Verbot der Diskriminierung bei Einstellungen
  • King anwesend

Nobelpreis (1964)

  • Friedensnobelpreis mit 35 — jüngster Preisträger
  • Spendet das Preisgeld an Bewegung

Selma (1965)

  • Kampf um Wahlrecht für Schwarze
  • März von Selma nach Montgomery
  • Bloody Sunday (7. März): Polizei greift Demonstranten brutal an
  • Bilder im Fernsehen weltweit
  • Erneuter Marsch mit 25.000
  • Voting Rights Act (August 1965): Wahlrecht durchgesetzt

Späte Jahre

  • King wird radikaler
  • Auch nördliche Städte (Chicago)
  • Auch Armut und Krieg
  • 1967: spricht sich gegen Vietnamkrieg aus
  • Bricht mit Johnson
  • Poor Peoples Campaign (1968)
  • Triple evils: Rassismus, Armut, Krieg

Ermordung (4. April 1968)

  • Memphis, Tennessee
  • Auf dem Balkon des Lorraine Motel
  • Tag zuvor: I have been to the mountaintop-Rede mit Vorahnung
  • James Earl Ray erschießt King
  • 39 Jahre alt
  • Massenunruhen in über 100 US-Städten

Verschwörungstheorien

  • Ray gestand zunächst, widerrief später
  • FBI hatte King intensiv überwacht (J. Edgar Hoover hasste ihn)
  • Familie King zweifelt offiziell an Lone Wolf-Theorie
  • 1999: Zivilprozess findet Verschwörung

Privatleben

  • King: Affären (von FBI dokumentiert)
  • Litt unter Depressionen
  • 2 Selbstmordversuche als Kind
  • Trotz allem: liebte Familie
  • Hatte Vorahnung des eigenen Todes

Wirkung

USA

  • Bürgerrechte für Schwarze
  • Voting Rights Act, Civil Rights Act
  • Aber: Rassismus, Diskriminierung bleiben
  • Wirtschaftliche Ungleichheit groß
  • Black Lives Matter (seit 2013) als Nachfolger

Welt

  • Inspiration für Mandela, Anti-Apartheid
  • Gewaltloser Widerstand als globale Bewegung
  • Vorbild für Tibet, Hongkong, Iran

Erbe

  • Martin Luther King Day (3. Montag im Januar) — US-Feiertag
  • MLK-Memorial in Washington
  • Über 900 Straßen in USA nach ihm benannt
  • Briefmarken, Münzen
  • Filme: Selma (2014)

Kritik

  • FBI-Akten zeigten Affären — Versuch der Erpressung
  • Manche radikale Schwarze: King zu moderat
  • Malcolm X als Gegenpol — kein Drehen der anderen Wange
  • Aber: Kings Methode war erfolgreicher

Beyond Vietnam-Rede (1967)

4. April 1967 (genau ein Jahr vor seinem Tod): King wendet sich öffentlich gegen den Vietnamkrieg. Bricht mit Präsident Johnson. Wird viel kritisiert — auch von schwarzen Führern. Aber: er folgte seinem Gewissen.

Aktualität

  • Black Lives Matter
  • Polizeigewalt gegen Schwarze
  • George Floyd 2020
  • Kings Ideen weiter relevant
  • Aber auch: instrumentalisiert von rechts (colorblind)

I have been to the Mountaintop

3. April 1968: Tag vor seinem Tod, in Memphis. Bedrohung in der Luft. King beendet seine Rede:
Ich war auf dem Gipfel des Berges... Ich habe das Gelobte Land gesehen. Vielleicht komme ich nicht mit euch dorthin. Aber ich will, dass ihr heute Abend wisst, dass wir als Volk das Gelobte Land erreichen werden.
24 Stunden später war er tot. Eine prophetische, dunkle, hoffnungsvolle Rede zugleich.