Perserreich (Achämeniden und Sassaniden)
Das größte Reich der Antike — von Indien bis Griechenland. Kyros, Dareios, Xerxes und die Konfrontation mit der griechischen Welt.
Das Perserreich war das größte Reich der Antike. Auf seinem Höhepunkt umfasste es etwa 8 Millionen km² — von Libyen bis Indien, von Zentralasien bis Ägypten. Es bestand in zwei Hauptphasen (Achämeniden, Sassaniden) und prägte Asien über tausend Jahre.
Achämenidenreich (550-330 v. Chr.)
Kyros II. der Große (~559-530 v. Chr.)
Begründer des Reichs. Erobert nacheinander:
- Medien (549 v. Chr.) — entthront seinen Großvater Astyages
- Lydien (547 v. Chr.) — gegen König Krösus
- Babylonien (539 v. Chr.) — die Stadt öffnet kampflos die Tore
Berühmt: das Kyros-Zylinder (heute British Museum) — manche nennen es die erste Menschenrechtserklärung. Kyros lässt eroberte Völker ihre Religion behalten, erlaubt den Juden die Rückkehr aus Babylon, baut den jüdischen Tempel mit auf.
Kambyses II. (530-522 v. Chr.)
Sohn Kyros. Erobert Ägypten 525 v. Chr.
Dareios I. (522-486 v. Chr.)
Größter Verwalter des Reichs. Reformen:
- Satrapie-System: 20 Provinzen mit Statthaltern
- Königsstraße: 2.700 km Straße Susa - Sardis, mit Poststationen alle 25 km
- Münzen: Goldener „Dareikos"
- Bürokratie: dreisprachig (Altpersisch, Elamisch, Akkadisch)
- Hauptstadt: Persepolis wird gebaut — bis heute beeindruckende Ruinen
Dareios startet die Perserkriege gegen Griechenland — verliert aber bei Marathon (490 v. Chr.).
Xerxes I. (486-465 v. Chr.)
Sohn Dareios'. Setzt die Perserkriege fort:
- 480 v. Chr.: zieht mit angeblich 1 Mio. Soldaten gegen Griechenland
- Schlacht an den Thermopylen — Leonidas und 300 Spartaner
- Plündert Athen, brennt die Akropolis nieder
- Verliert bei Salamis (Seeschlacht) und Plataiai
Untergang durch Alexander (333-330 v. Chr.)
Alexander der Große besiegt den letzten Achämeniden Dareios III.:
- Schlacht bei Issos (333 v. Chr.)
- Schlacht bei Gaugamela (331 v. Chr.)
- 330 v. Chr.: Dareios III. wird vom eigenen Satrapen ermordet — Alexander erobert das gesamte Reich
Hellenistische und Parthische Zeit (330 v. Chr. – 224 n. Chr.)
Nach Alexanders Tod zerfällt das Reich. Die Seleukiden herrschen ~80 Jahre. Dann übernehmen die Parther (247 v. Chr. - 224 n. Chr.) — sie sind die Rivalen Roms im Osten.
Sassanidenreich (224-651 n. Chr.)
Ardaschir I. (224-241 n. Chr.) stürzt die Parther und gründet die Sassaniden-Dynastie. Das Reich orientiert sich bewusst an den Achämeniden:
- Zoroastrismus wird Staatsreligion
- Hauptstadt Ktesiphon (heutiges Bagdad)
- Permanente Kriege mit Rom/Byzanz
Höhepunkt unter Chosrau I. (531-579 n. Chr.)
„Anuschirwan", der Gerechte. Reform der Verwaltung, Förderung der Wissenschaft. Persien ist im 6. Jh. kulturelles Zentrum der Welt.
Ende: Islamische Eroberung
636-651 n. Chr.: Arabische Muslime erobern das Sassanidenreich. Mit der Schlacht von Nehavend (642 n. Chr.) endet das alte Persien — der Islam kommt nach Persien.
Religion
Zoroastrismus (Mazdaismus): Eine der ältesten Religionen der Welt, gegründet von Zarathustra (vermutlich 1. Hälfte 1. Jt. v. Chr.). Zentrale Idee: Kampf zwischen Gut (Ahura Mazda) und Böse (Ahriman). Konzepte:
- Auferstehung der Toten
- Jüngstes Gericht
- Himmel und Hölle
- Messianische Erwartung
Diese Konzepte beeinflussten Judentum, Christentum und Islam nachhaltig.
⚜ Persepolis — die Königsstadt
Dareios I. begann ~518 v. Chr. den Bau von Persepolis. Es war die Zeremonialhauptstadt der Achämeniden. Alexander der Große brandschatzte sie 330 v. Chr. — angeblich aus Rache für den Brand der Akropolis. Heute UNESCO-Welterbe und touristisches Highlight des Iran.