Pazifikkrieg 1937 bis 1945
Ostasiatischer Schauplatz des Zweiten Weltkriegs
Der Pazifikkrieg (1937/41 bis 1945) war der ostasiatische Schauplatz des Zweiten Weltkriegs. Japan versuchte, ein ostasiatisches Großreich aufzubauen, scheiterte am Widerstand Chinas, der USA und der Alliierten und kapitulierte nach den Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki.
Vorgeschichte
Japan hatte sich seit der Meiji-Restauration zur Industrie- und Militärmacht entwickelt. Die Ressourcenarmut der Inseln, das Streben nach Großmachtstatus und ein aggressiver Nationalismus drängten zu Expansion. 1931 besetzte Japan die Mandschurei und gründete den Marionettenstaat Mandschukuo. 1937 begann mit dem Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke der offene Krieg gegen China.
Eroberungswelle 1941/42
Am 7. Dezember 1941 griff Japan den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. Innerhalb weniger Monate eroberte es die Philippinen, Malaya, Singapur, Niederländisch-Indien, Burma und große Teile des westlichen Pazifiks. Die Konzeption der „Großostasiatischen Wohlstandssphäre" diente als ideologisches Etikett für brutale Besatzungsherrschaft.
Eckdaten
- Beginn China: 1937 (Marco-Polo-Brücke)
- Pearl Harbor: 7. Dezember 1941
- Wende Midway: Juni 1942
- Atombomben: 6./9. August 1945
- Kapitulation: 2. September 1945
Wende und Insel-zu-Insel-Krieg
Die Schlacht von Midway im Juni 1942 vernichtete vier japanische Flugzeugträger und brach die japanische Initiative. Es folgten lange, blutige Kämpfe um Inseln wie Guadalcanal, Tarawa, Iwojima und Okinawa. Die US-Strategie des „Island-Hopping" umging starke Stützpunkte und schnitt sie ab.
Kriegsverbrechen und Leiden
Der Krieg war auf allen Seiten von extremer Härte geprägt. Japanische Truppen verübten Massaker (Nanking 1937), zwangen Hunderttausende Frauen als „Trostfrauen" zur Prostitution, ließen Kriegsgefangene Zwangsarbeit leisten und führten Menschenversuche durch (Einheit 731). Die alliierten Flächenbombardements zerstörten weite Teile japanischer Städte; die Brandbombardements auf Tokio im März 1945 töteten mehr Menschen als die Atombombe auf Nagasaki.
Atombomben und Kapitulation
Am 6. August 1945 warfen die USA eine Atombombe auf Hiroshima ab, am 9. August auf Nagasaki. Beide Städte wurden weitgehend zerstört, etwa 200.000 Menschen starben sofort oder an Spätfolgen. Am gleichen 9. August erklärte die Sowjetunion Japan den Krieg und marschierte in die Mandschurei ein. Am 15. August verkündete Kaiser Hirohito die Kapitulation, am 2. September wurde sie auf der USS Missouri unterzeichnet.
Folgen
Japan wurde von US-Truppen besetzt, entmilitarisiert und demokratisiert. Die neue Verfassung von 1947 enthielt mit Artikel 9 den Verzicht auf Krieg. Wirtschaftlich erlebte Japan in den 1950er und 1960er Jahren ein „Wirtschaftswunder". Die Erinnerung an die japanischen Kriegsverbrechen ist bis heute zwischen Japan und seinen Nachbarn (China, Korea) ein Konfliktthema.