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Amerikanischer Bürgerkrieg 1861 bis 1865

1861 bis 1865

Sezession, Sklaverei und Wiedervereinigung der USA

Der Amerikanische Bürgerkrieg (1861 bis 1865) war der blutigste Krieg in der Geschichte der USA. Er entschied über die Einheit der Nation, die Abschaffung der Sklaverei und die zukünftige Ausrichtung des Landes — und kostete etwa 620.000 Soldaten und unzähligen Zivilisten das Leben.

Ursachen

Der zentrale Konflikt war die Sklaverei. Der industrialisierte, urbanisierte Norden lehnte sie zunehmend ab; der agrarische Süden mit seiner auf Sklavenarbeit basierenden Baumwollwirtschaft bestand auf ihrer Beibehaltung und Ausweitung in neue Bundesstaaten. Dazu kamen Konflikte um die Macht des Bundes gegenüber den Einzelstaaten („states' rights"), um Zölle und um die wirtschaftliche Entwicklung. Die Wahl Abraham Lincolns zum Präsidenten im November 1860 — als Vertreter der gegen die Ausweitung der Sklaverei gerichteten Republikaner — wurde im Süden als unzumutbar empfunden.

Sezession

Ab Dezember 1860 erklärten elf Südstaaten ihre Sezession aus der Union: South Carolina, Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana, Texas, Virginia, Arkansas, North Carolina, Tennessee. Sie gründeten die Konföderierten Staaten von Amerika unter Präsident Jefferson Davis. Der Krieg begann am 12. April 1861 mit dem Beschuss des US-Forts Sumter in Charleston.

Eckdaten

  • Sezession South Carolina: 20. Dezember 1860
  • Kriegsausbruch Fort Sumter: 12. April 1861
  • Erste Schlacht von Bull Run: 21. Juli 1861
  • Antietam: 17. September 1862 (blutigster Tag der US-Geschichte)
  • Emancipation Proclamation: 1. Januar 1863
  • Gettysburg: 1. bis 3. Juli 1863
  • Lees Kapitulation Appomattox: 9. April 1865
  • Lincoln-Attentat: 14. April 1865

Kriegsverlauf

Die ersten Kriegsjahre brachten konföderierte Erfolge unter Generälen wie Robert E. Lee und „Stonewall" Jackson. Die Schlacht von Antietam im September 1862 stoppte Lees ersten Vorstoß in den Norden — sie war mit über 22.000 Toten und Verwundeten an einem einzigen Tag der blutigste Tag der US-Militärgeschichte. Lincoln nutzte den Halbsieg, um am 22. September die Emancipation Proclamation anzukündigen, die zum 1. Januar 1863 die Sklaven in den Sezessionsstaaten formal freisetzte.

Wende und Sieg der Union

1863 brachte die Wende: Gettysburg (1. bis 3. Juli) — die größte Schlacht des Krieges — endete mit einer Niederlage Lees. Gleichzeitig fiel Vicksburg am Mississippi, was den Süden geografisch zweiteilte. Ab 1864 führte General Ulysses S. Grant einen Abnutzungskrieg gegen Lee in Virginia. General William T. Sherman zog mit seinem berüchtigten „Marsch zum Meer" durch Georgia und zerstörte gezielt die Infrastruktur des Südens. Am 9. April 1865 kapitulierte Lee in Appomattox Court House.

Lincoln-Attentat und Folgen

Am 14. April 1865 — nur fünf Tage nach Lees Kapitulation — wurde Abraham Lincoln im Ford's Theater in Washington von dem Südstaatler John Wilkes Booth erschossen. Lincoln starb am nächsten Morgen. Sein Nachfolger Andrew Johnson übernahm die schwierige Aufgabe der „Reconstruction".

Reconstruction und 13./14./15. Verfassungszusatz

Die 13. (1865), 14. (1868) und 15. (1870) Verfassungszusätze schafften die Sklaverei ab, gewährten allen in den USA Geborenen Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht (zunächst nur für Männer). Die Reconstruction (1865 bis 1877) versuchte, den Süden politisch und sozial neu zu ordnen. Nach ihrem Ende setzte sich jedoch in den Südstaaten ein System der Rassentrennung („Jim Crow") durch, das bis in die 1960er Jahre bestand.

Bilanz

Der Bürgerkrieg kostete etwa 620.000 Soldaten das Leben — mehr als alle anderen Kriege der USA bis Vietnam zusammen. Er entschied die Einheit der USA und beendete die Sklaverei. Aber er hinterließ ein tief gespaltenes Land, dessen Folgen — vom Rassismus bis zum Konflikt um Konföderierten-Denkmäler — bis heute spürbar sind.