Themen · Internationale Politik

Vereinte Nationen (UNO)

seit 1945

Die Welt-Organisation seit 1945

Die Vereinten Nationen (UN bzw. UNO) sind die wichtigste internationale Organisation der Welt. Gegründet 1945 als Antwort auf den Zweiten Weltkrieg, vereinen sie heute 193 Mitgliedsstaaten. Ihr Ziel ist die Wahrung des Weltfriedens, die Förderung der Menschenrechte und die internationale Zusammenarbeit.

Gründung 1945

Die UN gehen auf die Atlantik-Charta von 1941 und die Konferenzen von Dumbarton Oaks und Jalta zurück. Am 25. April 1945 begann in San Francisco die Gründungskonferenz mit 50 Staaten. Die UN-Charta wurde am 26. Juni 1945 unterzeichnet und trat am 24. Oktober 1945 in Kraft — heute der „Tag der Vereinten Nationen". Sitz wurde New York; daneben Genf, Wien und Nairobi.

Hauptorgane

Die UN haben sechs Hauptorgane. Die Generalversammlung — in der jeder Mitgliedsstaat eine Stimme hat — ist das demokratisch breiteste Gremium. Der Sicherheitsrat trägt die Hauptverantwortung für den Weltfrieden und kann verbindliche Resolutionen erlassen, auch Sanktionen verhängen oder militärische Maßnahmen autorisieren. Er hat 15 Mitglieder, davon 5 ständige (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich) mit Vetorecht. Weitere Hauptorgane sind der Wirtschafts- und Sozialrat, der Internationale Gerichtshof, das Sekretariat unter dem Generalsekretär und der ehemalige Treuhandrat.

Eckdaten

  • Unterzeichnung Charta: 26. Juni 1945
  • Inkrafttreten: 24. Oktober 1945
  • Gründungsmitglieder: 51
  • Heutige Mitglieder: 193
  • Sitz: New York (Hauptsitz)
  • Ständige Sicherheitsratsmitglieder: USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich

Generalsekretäre

Bisherige Generalsekretäre waren Trygve Lie (Norwegen, 1946 bis 1952), Dag Hammarskjöld (Schweden, 1953 bis 1961), U Thant (Burma, 1961 bis 1971), Kurt Waldheim (Österreich, 1972 bis 1981), Javier Pérez de Cuéllar (Peru, 1982 bis 1991), Boutros Boutros-Ghali (Ägypten, 1992 bis 1996), Kofi Annan (Ghana, 1997 bis 2006), Ban Ki-moon (Südkorea, 2007 bis 2016) und seit 2017 António Guterres (Portugal).

Sonderorganisationen

Zur UN-Familie gehören zahlreiche Sonderorganisationen mit eigenen Aufgaben: WHO (Gesundheit), UNESCO (Bildung, Wissenschaft, Kultur), UNICEF (Kinderhilfe), UNHCR (Flüchtlingshilfe), FAO (Landwirtschaft), ILO (Arbeit), IWF und Weltbank (Wirtschaft). Sie arbeiten weitgehend autonom, sind aber durch Kooperationsabkommen verbunden.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die UN-Generalversammlung in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte — auf Initiative einer Kommission unter Eleanor Roosevelt. Sie ist eine der einflussreichsten politischen Texte des 20. Jahrhunderts und Grundlage zahlreicher völkerrechtlicher Verträge.

Blauhelm-Einsätze

Seit 1948 entsendet die UN Friedensmissionen — die „Blauhelme". Sie sollen Waffenstillstände überwachen, Konfliktparteien trennen und beim Wiederaufbau helfen. Bekannte Missionen waren UNFICYP (Zypern seit 1964), UNIFIL (Libanon seit 1978), MONUSCO (Kongo). Allerdings versagten Blauhelme auch in dramatischen Situationen — Srebrenica 1995, Ruanda 1994.

Reformbedarf

Die UN-Struktur spiegelt die Welt von 1945 wider. Vor allem die Zusammensetzung des Sicherheitsrats — mit dem Vetorecht der fünf ständigen Mitglieder — wird kritisiert. Deutschland, Japan, Indien, Brasilien streben einen ständigen Sitz an („G4"). Reformbemühungen scheitern jedoch bisher am Widerstand der bisherigen Veto-Mächte und an konkurrierenden Interessen.

Bedeutung

Die UN konnten Großkriege zwischen den Großmächten verhindern und dem Völkerrecht zentralen Stellenwert verschaffen. Sie sind aber nicht immer in der Lage, regionale Konflikte zu lösen — wie Syrien, Ukraine oder Jemen zeigen. Trotz aller Schwächen bleibt die UN die wichtigste Institution für globale Kooperation.