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Leonardo da Vinci: Maler und Ingenieur zwischen Florenz, Mailand und Amboise
Leonardo da Vinci wurde am 15.04.1452 bei Vinci in der Toskana geboren und starb am 02.05.1519 im Herrenhaus Clos Lucé bei Amboise. Er lernte in Florenz bei Andrea del Verrocchio, malte in Mailand das Abendmahl und begann um 1503 die Mona Lisa. In Notizbüchern hielt er Studien zu Anatomie, Technik und Natur fest.

Leonardo da Vinci wurde am 15.04.1452 in oder bei Vinci geboren, einem Ort in der Toskana nahe Florenz [1]. Er arbeitete als Maler in Florenz, Mailand und Rom und verbrachte seine letzten Jahre in Frankreich, wo er am 02.05.1519 starb [1, 2, 4]. Erhalten sind nur wenige Gemälde, dafür viele Zeichnungen und Notizbücher [2].
Kindheit in Vinci
Leonardo war ein uneheliches Kind [1]. Die World History Encyclopedia nennt seinen Vater einen Juristen aus Vinci [1]. Nach der National Gallery in London wuchs er bei seinem Großvater väterlicherseits auf [2].

Lehre bei Verrocchio
Um 1464 kam Leonardo in die Werkstatt von Andrea del Verrocchio in Florenz [1]. Verrocchio war Bildhauer und Maler, die National Gallery nennt ihn als Leonardos frühen Lehrer [2]. 1472 schloss Leonardo die Lehre ab und arbeitete als bezahlter Gehilfe weiter [1]. Im selben Jahr gehörte er zur Compagnia di San Luca, der Bruderschaft der Florentiner Maler [1, 2].
Um 1470 malte er möglicherweise den knienden Engel auf Verrocchios Bild "Taufe Christi" [1]. Um 1472 entstand die "Verkündigung", die heute in den Uffizien hängt [1]. Aus den rund zehn Jahren in Florenz sind nach der National Gallery nur wenige Bilder erhalten [2].
Die Jahre in Mailand
Wann Leonardo nach Mailand ging, geben die Quellen unterschiedlich an: die World History Encyclopedia 1482, die National Gallery 1483 [1, 2]. Er bot sich der Familie Sforza in einem Brief an und verwies dabei vor allem auf seine Kenntnisse im militärischen Ingenieurbau [2]. Sein Dienstherr wurde Ludovico Sforza, Herzog von Mailand, der von 1452 bis 1508 lebte [1]. Insgesamt blieb Leonardo 17 Jahre in der Stadt [1].
Felsgrottenmadonna und Dame mit dem Hermelin
Kurz nach seiner Ankunft beauftragte ihn eine Bruderschaft mit einem Altarbild [2]. Nach einem Streit über den Preis verkaufte Leonardo die erste Fassung an jemand anderen [2]. Jahre später malte er eine zweite Fassung, die heute in der National Gallery in London hängt [2]. Die erste Fassung datiert die World History Encyclopedia auf um 1483 und nennt den Louvre als Ort [1].
Um 1490 malte Leonardo Cecilia Gallerani, das Bild "Die Dame mit dem Hermelin" gehört heute dem Nationalmuseum in Krakau [1]. Um 1492 zeichnete er den "Vitruvianischen Menschen" [1]. Das Blatt misst 34 mal 25 Zentimeter und liegt in den Gallerie dell'Accademia in Venedig [1]. Für den Herzog plante er ein Reiterdenkmal zu Ehren von Francesco Sforza, das aber über ein Tonmodell nicht hinauskam [1].
Das Abendmahl in Santa Maria delle Grazie
Das Wandbild im Speisesaal des Klosters Santa Maria delle Grazie in Mailand entstand nach dem Museum Cenacolo Vinciano zwischen 1494 und dem Anfang des Jahres 1498 [5]. Es misst 460 mal 880 Zentimeter [5]. Leonardo malte nicht in der üblichen Freskotechnik auf feuchten Putz [5]. Er trug die Farben auf trockenen Putz auf, was ihm erlaubte, langsam zu arbeiten und Änderungen vorzunehmen [5]. Die biblische Szene, die das Bild zeigt, erklärt die Seite zur Passionsgeschichte.

Über Haltung, Gesten und Gesichtsausdruck wollte Leonardo nach dem Museum die "Bewegungen der Seele" zeigen [5]. Die National Gallery zitiert ihn mit der Vorstellung, Posen und Mimik sollten die "Bewegungen des Geistes" spiegeln [2]. Seit September 1980 gehört das Abendmahl zusammen mit Kirche und Dominikanerkloster zum UNESCO-Welterbe [5]. Besucher dürfen heute höchstens zu 40 Personen und für 15 Minuten in den Saal [5].
Florenz, Mona Lisa und Anghiari
1499 marschierte das französische Heer in Mailand ein, und Leonardo kehrte nach Florenz zurück [2]. Die World History Encyclopedia erwähnt für 1500 einen Aufenthalt in Venedig [1]. 1502 arbeitete er als Ingenieur für Cesare Borgia, aus diesem Jahr stammt sein Stadtplan von Imola [1]. 1503 war er wieder in Florenz und sollte für den Ratssaal ein großes Schlachtenbild malen, das Gefecht von Anghiari [1].
Das Bildnis der Lisa Gherardini
Das bekannteste Bild Leonardos zeigt nach einer Überlieferung, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, Lisa Gherardini, die Frau des Florentiner Seidenhändlers Francesco del Giocondo [3]. Der Louvre schreibt, Leonardo habe es spätestens um 1503 begonnen und bis zu seinem Tod nicht vollendet [3]. Gemalt ist es in Öl auf einer Tafel aus Pappelholz, 79,4 Zentimeter hoch und 53,4 Zentimeter breit [3].
Nach dem Louvre ist die Auftraggeberschaft nicht eindeutig: Vasari nennt Francesco del Giocondo, Antonio de Beatis erwähnt 1517 das Bildnis einer Florentinerin, das auf Wunsch von Julien de Médicis entstanden sein soll. Leonardo behielt das Bild bei sich [3]. Sehr wahrscheinlich erwarb es der französische König Franz I. 1518 [3]. Heute trägt es im Louvre die Inventarnummer 779 [3]. Ebenfalls um 1503 entstand ein Karton zur heiligen Anna selbdritt, der heute in der National Gallery hängt [1]. Die gemalte Fassung von etwa 1505 besitzt der Louvre [1].
Zweite Mailänder Zeit und Rom
Im Sommer 1508 war Leonardo wieder in Mailand und arbeitete dort bis 1513 für die französischen Herren der Stadt [2]. Danach verbrachte er nach der National Gallery drei Jahre in Rom [2]. Um 1515 entstand nach der World History Encyclopedia Leonardos letztes Gemälde, "Johannes der Täufer", das heute im Louvre hängt [1].
Die letzten Jahre in Amboise
Für den Umzug nach Frankreich nennen die Quellen zwei Jahre. Nach dem Clos Lucé kam Leonardo im Herbst 1516 im Alter von 64 Jahren dort an, die National Gallery gibt 1517 an [2, 4]. Begleitet wurde er von seinem Schüler Francesco Melzi und dem Mailänder Diener Battista de Villanis [4]. Im Gepäck hatte er die Mona Lisa, die heilige Anna selbdritt und Johannes den Täufer, dazu seine Notizbücher und Zeichnungen [4].

König Franz I. zahlte ihm eine jährliche Pension von 1.000 Goldécus und ernannte ihn zum ersten Maler, Ingenieur und Architekten des Königs [4]. Leonardo untersuchte die Gewässer der Region und zeichnete Pläne für eine Idealstadt in Romorantin [4]. Ob er am Entwurf von Schloss Chambord beteiligt war, ist nicht belegt [1]. Das Clos Lucé hält einen Einfluss auf den Grundriss und die doppelte Wendeltreppe für wahrscheinlich [4]. Für den Hof richtete er vier Feste aus, darunter das "Fest des Paradieses" [4].
Testament und Tod
Ein Schlaganfall lähmte nach der National Gallery seine rechte Körperseite [2]. Im April 1519 setzte er sein Testament auf und vermachte den größten Teil seiner Werke Francesco Melzi [2]. Am 02.05.1519 starb er in seinem Schlafzimmer im Clos Lucé [4]. Giorgio Vasari schrieb, Leonardo sei in den Armen des Königs gestorben [4]. Das Clos Lucé weist darauf hin, dass Franz I. zu dieser Zeit in Saint-Germain-en-Laye war, wo sein zweiter Sohn geboren wurde [4]. Begraben wurde Leonardo in Amboise, nach der World History Encyclopedia in der Kapelle Saint-Hubert beim Schloss [1, 2].
Melzi und der Weg des Nachlasses
Francesco Melzi stammte aus einer Mailänder Adelsfamilie und lebte von 1493 bis 1570 [6]. Um 1508 kam er in Leonardos Mailänder Werkstatt und wurde sein bevorzugter Schüler [6]. Er arbeitete für ihn in Rom, folgte ihm nach Frankreich und blieb bis zu seinem Tod 1519 bei ihm [6]. Leonardo vermachte ihm jedes seiner Notizbücher, und Melzi brachte sie zurück nach Mailand [6]. Dass Notizbücher und Zeichnungen erhalten sind, verdankt man nach der National Gallery zu einem großen Teil ihm [6]. Giorgio Vasari besuchte Melzi im Alter und berichtete, er hüte die Papiere wie Reliquien [6].
Melzi bewahrte die Zeichnungen nach einem Bericht von National Geographic rund 50 Jahre auf [7]. Er nummerierte einen Teil der Blätter und schnitt einzelne Profile und Figuren aus [7]. Um 1570 klebte der Bildhauer Pompeo Leoni die Zeichnungen in mindestens zwei Alben [7]. Ein in Leder gebundener Band mit 234 Blättern und etwa 600 Zeichnungen gelangte nach England [7]. Spätestens 1690 gehörte er zur königlichen Sammlung, erworben vermutlich einige Jahre zuvor von König Karl II. [7]. Zum 500. Todestag 2019 zeigte die Royal Collection etwa 200 dieser Zeichnungen im Buckingham Palace, dazu kamen zwölf kleinere Ausstellungen im ganzen Vereinigten Königreich mit einer Million Besuchern [7].
Die Leonardeschi
Als Leonardeschi bezeichnet man Maler in und um Mailand, die bei Leonardo lernten, mit ihm arbeiteten oder deren Werke seinen Einfluss zeigen [6]. Die National Gallery nennt unter anderen Giovanni Antonio Boltraffio, Marco d'Oggiono, Giampietrino und Bernardino Luini [6]. Von Melzi selbst sind nur zwei signierte Werke erhalten, beide in Mailand [6].
Notizbücher und Zeichnungen
Sein Leben lang führte Leonardo Notizbücher über Naturkunde, Biologie, Anatomie, Ingenieurwesen und Kunst, geschrieben in Spiegelschrift [2]. Darin entwarf er unter anderem eine Flugmaschine nach Art eines Hubschraubers, die nie gebaut wurde [2]. In den 1490er Jahren nutzte er als einer der Ersten rote Kreide auf vorbehandeltem Papier [1]. Bis 1503 besaß er nach der World History Encyclopedia 116 Bücher [1].
In Frankreich zeichnete er zwischen 1517 und 1518 drei Gewandstudien für die heilige Anna auf französischem Papier [4]. Sie gehören heute zur Royal Collection in Windsor [4]. Wie sich Kunst und Wissen in dieser Zeit veränderten, beschreiben die Seiten zur Renaissance, zur Kunst der Renaissance und über Michelangelo.
- Leonardo da Vinci. Mark Cartwright, World History Encyclopedia. Stand 07.09.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Leonardo da Vinci (1452 bis 1519). The National Gallery, London. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Portrait de Lisa Gherardini, dit La Joconde ou Monna Lisa (INV 779). Musée du Louvre. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Leonardo da Vinci. Château du Clos Lucé, Amboise. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation The Last Supper, Leonardo da Vinci (1452 bis 1519). Museo del Cenacolo Vinciano, Mailand. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Leonardo's Legacy: Francesco Melzi and the Leonardeschi. The National Gallery, London. Stand 2019. abgerufen am 29.10.2026
- Explore Leonardo da Vinci works from Queen Elizabeth II's private collection. Claudia Kalb, National Geographic. Stand 14.05.2019. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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