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Die Geschichte Frankreichs: von Gallien bis zur Fünften Republik

Frankreich ging aus dem westlichen Teil des Karolingerreichs hervor, dem Westfrankenreich, das von 843 bis 987 bestand. Mit Hugo Capet begann 987 die Dynastie der Kapetinger. Seit der Revolution von 1789 wechselten Monarchien, Kaiserreiche und Republiken einander ab, die heutige Fünfte Republik beruht auf der Verfassung vom 4. Oktober 1958.

Ein weiter Schlossgarten mit geschnittenen Hecken, runden Brunnen und Kieswegen vor einer großen klassizistischen Schlossfassade
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Frankreich ging aus dem westlichen Teil des Karolingerreichs hervor. Das Westfrankenreich bestand nach der World History Encyclopedia von 843 bis 987 und wurde später zu Frankreich [3]. Seit der Revolution von 1789 hat das Land viele Staatsformen erlebt. Der französische Verfassungsrat führt 15 Verfassungstexte auf, vom 3./4. September 1791 bis zur Verfassung der Fünften Republik vom 4. Oktober 1958 [8].

Gallien und das Frankenreich

Julius Caesar begann 58 v. Chr. die Eroberung Galliens [18]. Im September 52 v. Chr. besiegte er bei Alesia die gallische Koalition unter Vercingetorix [1, 18]. Die letzten Kämpfe endeten nach der World History Encyclopedia 51 v. Chr. mit der Einnahme von Uxellodunum [19]. Wer die Gallier waren, erklärt der Artikel Die Kelten, Caesars Laufbahn das Lebensbild Gaius Julius Caesar.

Chlodwig übernahm 481 mit etwa 15 Jahren die Herrschaft und war der erste König, der über alle fränkischen Stämme regierte [2]. 486 besiegte er Syagrius bei Soissons und nahm Paris ein, nach dem Sieg über die Westgoten regierte er sein Reich von Paris aus [2]. Wann er Christ wurde, ist umstritten. Gregor von Tours verbindet die Bekehrung mit einem Sieg über die Alemannen, der auf 496 datiert wird. Der Historiker Roger Collins hält es dagegen für so gut wie sicher, dass Chlodwig schon um 486 Christ war [2]. Die Dynastie der Merowinger ist nach seinem Großvater Merowech benannt und herrschte über 200 Jahre [2].

Im Vertrag von Verdun teilten die Söhne Ludwigs I. 843 das Karolingerreich. Ludwig der Deutsche erhielt das Ostfrankenreich, Lothar I. das Mittelreich und Karl der Kahle das Westfrankenreich [3]. Wie es dazu kam, zeigt der Artikel Das Fränkische Reich.

Kapetinger und Hundertjähriger Krieg

987 endete die Reihe der karolingischen Herrscher im Westen mit Ludwig V. Die World History Encyclopedia sieht in Hugo Capet, der aus der Île-de-France stammte, den Begründer der Dynastie der Kapetinger und des Königreichs Frankreich [3].

Eine mittelalterliche Burg mit runden Türmen auf einem Hügel über einem breiten Fluss, an den Hängen grüne Weinberge
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Von 1337 bis 1453 kämpften England und Frankreich im Hundertjährigen Krieg, mit langen Friedensphasen dazwischen [4]. Eduard III. von England beanspruchte über seine Mutter Isabella die französische Krone. Ob er das ernst meinte oder als Vorwand nutzte, ist nach Mark Cartwright unklar, den unmittelbaren Anlass gab ein Streit um Lehnsrechte in der Gascogne [4]. 1429 half Jeanne d'Arc, die Belagerung von Orléans aufzuheben. Nach dem französischen Sieg bei Castillon endete der Krieg im Juli 1453, die englische Krone hielt danach nur noch Calais [4]. Mehr dazu im Artikel Der Hundertjährige Krieg.

Glaubenskriege und Absolutismus

Von 1562 bis 1598 führten Katholiken und Protestanten in Frankreich acht Kriege gegeneinander [5]. Am 24. August 1572 ließen Anhänger Heinrichs von Guise den Admiral Gaspard de Coligny töten. Das Morden der Bartholomäusnacht dauerte in Paris fünf Tage und in anderen Regionen mehrere Monate [5]. Der Fließtext der World History Encyclopedia spricht von Tausenden getöteten Protestanten, ihre Zeittafel nennt 5.000 bis 30.000 Tote [5]. Für alle Kriege zusammen gibt Joshua J. Mark bis zu 4 Millionen Tote an [5].

Heinrich IV. beendete die Kriege 1598 mit dem Edikt von Nantes, das den Protestanten eine eingeschränkte Religionsfreiheit zusicherte [5]. Ludwig XIV. hob es 1685 auf, Protestanten wurden zum Übertritt gezwungen, und mehr als 200.000 verließen das Land [6]. Ludwig XIV. war mit vier Jahren König geworden. Am 6. Mai 1682 verlegte er den Hof nach Versailles, nach 72 Jahren auf dem Thron starb er am 1. September 1715 [6]. Seine Herrschaft beschreiben die Artikel Ludwig XIV. und Der Absolutismus.

Revolution und Napoleon

Am 5. Mai 1789 traten in Versailles die Generalstände zusammen. Der Dritte Stand erklärte sich am 17. Juni zur Nationalversammlung, am 20. Juni schworen die Abgeordneten im Ballhaus, nicht auseinanderzugehen, bis eine Verfassung beschlossen sei [7]. Am 14. Juli wurde in Paris die Bastille gestürmt. Die Versammlung schaffte am 4. August die feudalen Vorrechte ab und beschloss am 26. August die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte [7]. Am 6. Oktober musste die königliche Familie Versailles verlassen und nach Paris ziehen [7]. Welche Grundrechte heute in Deutschland gelten, erklärt der Beitrag Die Grundrechte im Überblick auf demokratie.domain-root.de.

Eine schmale Gasse mit Kopfsteinpflaster zwischen hohen Steinhäusern mit schmiedeeisernen Balkonen am frühen Morgen
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Die erste Verfassung stammt vom 3./4. September 1791, die Verfassung vom 24. Juni 1793 ordnet der Verfassungsrat der Ersten Republik zu [8]. Napoleon Bonaparte regierte zunächst als Konsul nach der Verfassung vom 13. Dezember 1799, am 18. Mai 1804 folgte die Verfassung des Kaiserreichs [8]. Nach Ernst Piper führte Frankreich unter Napoleon Angriffskriege, und seine Alleinherrschaft ersetzte die Republik [9]. 1815 setzte der Wiener Kongress die Bourbonen wieder ein [9]. Den Ablauf schildern Die Französische Revolution und Napoleon Bonaparte.

Zwischen Monarchie und Republik

Die Rückkehr der Bourbonen regelte die Charte constitutionnelle vom 4. Juni 1814. Während der Hundert Tage Napoleons galt 1815 ein Zusatzakt zu den Verfassungen des Kaiserreichs [8]. Die Julirevolution von 1830 vertrieb die Bourbonen endgültig, die neue Julimonarchie erhielt am 14. August 1830 eine eigene Charte [8, 9]. König wurde Louis-Philippe I., genannt der "Bürgerkönig" [9]. Mit der Verfassung vom 4. November 1848 begann die Zweite Republik [8]. 1852 krönte sich Louis Napoléon Bonaparte als Napoleon III. zum Kaiser [9].

Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg. Nach der Niederlage bei Sedan am 2. September geriet Napoleon III. in Gefangenschaft, am 4. September wurde die Monarchie gestürzt [10]. Deutsche Truppen belagerten Paris seit dem 13. September 1870, am 28. Januar 1871 kapitulierte die Stadt [10]. Im Spiegelsaal von Versailles wurde am 18. Januar 1871 das Deutsche Reich ausgerufen [9]. Im Frieden von Frankfurt vom 10. Mai 1871 musste Frankreich das Elsass und Teile Lothringens abtreten und fünf Milliarden Franc zahlen [10]. Vom 18. März bis 28. Mai 1871 bestand in Paris die Kommune [9]. Die Verfassungsgesetze von 1875 bildeten die Grundlage der Dritten Republik [8]. Die deutsche Seite dieser Ereignisse beschreibt Die Reichsgründung 1871.

Weltkriege und Vichy

Im Ersten Weltkrieg verloren beide Seiten bei den Kämpfen um Verdun 1916 zusammen über 700.000 Mann. An der Somme verlor Frankreich im selben Jahr rund 200.000 Soldaten [17].

Grüne Wiesen mit alten, von Gras überwachsenen Kratern und einem Waldrand unter blassem Morgenhimmel mit Nebel
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Zwischen 1940 und 1944 trafen französische und deutsche antisemitische Gesetze die Jüdinnen und Juden in Frankreich, danach folgten Internierung und Deportation [11]. Nach Presseberichten vom 19. Oktober 1940 verkündete die Regierung von Vichy ein Judenstatut [11]. Mit Hilfe der Vichy-Regierung deportierten die Nationalsozialisten 76.000 Juden aus Frankreich, darunter mehr als 11.000 Kinder. Das waren nach dem Mémorial de la Shoah 25 Prozent der jüdischen Bevölkerung des Landes [11]. Im Sommer 1942 lieferte Vichy Kinder unter 16 Jahren und 10.000 ausländische Juden aus der Südzone an die Besatzer aus [11]. Nach dem Mémorial halfen die "Gerechten" mit, drei Viertel der in Frankreich lebenden Juden zu retten [11].

Noch vor Kriegsende, mit einer Verordnung vom 21. April 1944, erhielten Frauen das aktive und passive Wahlrecht unter denselben Bedingungen wie Männer. Zum ersten Mal nutzten sie es bei den Gemeindewahlen vom 29. April 1945 [12]. Die Verfassung der Vierten Republik stammt vom 27. Oktober 1946 [8].

Kolonien und Algerienkrieg

Mit der Besetzung Algiers begründete Frankreich 1830 sein zweites Kolonialreich. 1848 wurde Algerien in drei Départements geteilt und zum festen Bestandteil des französischen Mutterlandes erklärt [13]. In Indochina kapitulierte Frankreich am 7. Mai 1954 nach der Niederlage bei Dien Bien Phu [15].

Im selben Jahr begann der Algerienkrieg mit einer Serie von Anschlägen der Befreiungsfront FLN [14]. Das Abkommen von Évian wurde am 18. März 1962 unterzeichnet, am 5. Juli 1962 wurde Algerien unabhängig [14]. Die Schätzungen der Todesopfer reichen nach der Bundeszentrale für politische Bildung von 250.000 bis zu 1,5 Millionen [14]. Zehntausende Harkis, Algerier, die auf französischer Seite gekämpft hatten, fielen nach Kriegsende Racheakten zum Opfer [13]. Die französische Regierung setzte rund 500.000 Soldaten ein und rechtfertigte Massenverhaftungen und Folter. Offiziell war in Frankreich lange nur von den "Ereignissen in Algerien" die Rede [14]. Die Folgen für die Kolonialmächte beschreibt der Artikel Die Dekolonisierung.

Fünfte Republik und Europa

Die Algerienkrise führte 1958 zum Ende der Vierten Republik, Charles de Gaulle gründete die Fünfte Republik [15]. Ihre Verfassung vom 4. Oktober 1958 gilt bis heute [8]. Schon am 9. Mai 1950 hatte der französische Außenminister Robert Schuman vorgeschlagen, die Kohle- und Stahlindustrie westeuropäischer Länder zusammenzulegen. Frankreich gehörte zu den sechs Staaten, die am 18. April 1951 den Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl unterzeichneten [16]. Den weiteren Weg beschreibt Die Geschichte der Europäischen Union.

Die wichtigsten Daten

JahrEreignis
58 bis 51 v. Chr.Caesars Krieg in Gallien [18, 19]
481Chlodwig übernimmt die Herrschaft [2]
843Vertrag von Verdun, Entstehung des Westfrankenreichs [3]
987Beginn der Kapetinger mit Hugo Capet [3]
1337 bis 1453Hundertjähriger Krieg [4]
1562 bis 1598Glaubenskriege, 1598 Edikt von Nantes [5]
06.05.1682Hof Ludwigs XIV. zieht nach Versailles [6]
14.07.1789Sturm auf die Bastille [7]
18.05.1804Verfassung des Kaiserreichs [8]
1870/71Deutsch-Französischer Krieg [10]
1940 bis 1944Vichy-Regime, Deportation von 76.000 Juden [11]
21.04.1944Frauenwahlrecht [12]
1954 bis 1962Algerienkrieg [14]
04.10.1958Verfassung der Fünften Republik [8]
  1. Behörde Alesia (Glossar). Aux sources de l'Archéologie nationale (archeologie.culture.gouv.fr). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Donald L. Wasson: Clovis I. World History Encyclopedia. Stand 10.11.2014. abgerufen am 29.10.2026
  3. Joshua J. Mark: Kingdom of West Francia. World History Encyclopedia. Stand 16.11.2018. abgerufen am 29.10.2026
  4. Mark Cartwright: Hundertjähriger Krieg (übersetzt von Marina Wrackmeyer). World History Encyclopedia. Stand 09.01.2024. abgerufen am 29.10.2026
  5. Joshua J. Mark: French Wars of Religion. World History Encyclopedia. Stand 06.05.2022. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Louis XIV. Château de Versailles. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Versailles at the heart of the French Revolution. Château de Versailles. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Les Constitutions de la France. Conseil constitutionnel. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Studie Ernst Piper: Französische Revolution (Informationen zur politischen Bildung aktuell). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 24.08.2018. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Steffen Hennicke: Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 (LeMO). Deutsches Historisches Museum. Stand 14.09.2014. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation The Jews of France in the Holocaust. Mémorial de la Shoah, Paris. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  12. Behörde Vers la reconnaissance de la citoyenneté des femmes. Assemblée nationale. Stand 2015. abgerufen am 29.10.2026
  13. Studie Justine Bitam, Katrin Sold: Der Algerienkrieg. Ein unvollendeter Aufarbeitungsprozess (Dossier Frankreich). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 04.03.2022. abgerufen am 29.10.2026
  14. Behörde Vor 60 Jahren: Ende des Algerienkrieges (Tägliche Dosis Politik). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 2022. abgerufen am 29.10.2026
  15. Studie Gabriele Metzler: Die Auflösung der europäischen Imperien und ihre Folgen (Informationen zur politischen Bildung 338). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 20.11.2018. abgerufen am 29.10.2026
  16. Behörde Geschichte der EU: 1945 bis 1959. Europäische Union. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  17. Organisation Burkhard Asmuss, Manfred Wichmann: Kriegsverlauf (LeMO, Erster Weltkrieg). Deutsches Historisches Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  18. Jona Lendering: Alesia (52 BCE). Livius.org. Stand 10.08.2020. abgerufen am 29.10.2026
  19. Joshua J. Mark: Julius Caesar. World History Encyclopedia. Stand 28.04.2011. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.