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Isaac Newton: vom Bauernhof in Woolsthorpe zur Principia
Isaac Newton (1643 bis 1727) war ein englischer Mathematiker und Physiker. In seiner Principia von 1687 formulierte er die drei Bewegungsgesetze und das Gravitationsgesetz, außerdem entwickelte er die Infinitesimalrechnung und zeigte, dass weißes Licht aus Farben zusammengesetzt ist. Später leitete er die königliche Münze und war von 1703 bis zu seinem Tod Präsident der Royal Society.

Isaac Newton entwickelte die Infinitesimalrechnung, untersuchte die Zusammensetzung des Lichts und erklärte mit einem einzigen Gesetz der Gravitation die Bahnen der Planeten, die Gezeiten und die Bahnen der Kometen [1]. Sein Hauptwerk, die "Philosophiae Naturalis Principia Mathematica", erschien 1687 [1, 5]. In der zweiten Hälfte seines Lebens war er Beamter der königlichen Münze in London und Präsident der Royal Society [1].
Kindheit in Woolsthorpe
Newton wurde in Woolsthorpe in der Gemeinde Colsterworth in Lincolnshire geboren [2]. Nach dem damals in England geltenden julianischen Kalender war es der 25. Dezember 1642, nach dem gregorianischen Kalender der 4. Januar 1643 [1, 2]. England führte den gregorianischen Kalender erst 1752 ein [1]. Sein Vater, ebenfalls Isaac Newton, war schon im Oktober 1642 gestorben, drei Monate vor der Geburt des Sohnes [1]. Er konnte nach Angaben der Universität St Andrews nicht einmal seinen eigenen Namen schreiben [1].

Als Isaac etwa zwei Jahre alt war, heiratete seine Mutter Hannah Ayscough den Pfarrer Barnabas Smith aus North Witham [1]. Den Jungen ließ sie in Woolsthorpe bei seiner Großmutter Margery Ayscough zurück [1]. Erst nach dem Tod des Stiefvaters 1653 lebte er wieder mit der Mutter zusammen, dazu mit der Großmutter, einem Halbbruder und zwei Halbschwestern [1].
Schule in Grantham und Studium in Cambridge
Newton besuchte die Free Grammar School in Grantham und wohnte zunächst bei der Familie Clark [1]. Seine frühen Zeugnisse waren schlecht [1]. Er verließ die Schule für eine Weile und kehrte 1660 auf Drängen seines Onkels William Ayscough zurück, diesmal wohnte er beim Schulleiter Stokes [1].
Am 5. Juni 1661 begann er am Trinity College in Cambridge als Sizar, als Student, der sich seinen Unterhalt mit Diensten für andere verdiente [1]. Um den Herbst 1663 begann er ernsthaft mit Mathematik, zuerst mit Barrows Ausgabe von Euklids "Elementen", dann mit Descartes, Viète, van Schooten und Wallis [1]. Am 28. April 1664 wurde er Scholar, im April 1665 erhielt er den Bachelor [1].
Die Pestjahre 1665 bis 1667
Im Sommer 1665 schloss die Pest die Universität, und Newton ging zurück nach Lincolnshire [1]. Erst 1667 öffnete Cambridge wieder [1]. In diesen rund zwei Jahren legte er die Grundlagen der Infinitesimalrechnung, beschäftigte sich mit Optik und begann seine Arbeit an Physik und Astronomie [1].
Seine "Fluxionsrechnung" beruhte auf der Einsicht, dass Integrieren die Umkehrung des Differenzierens ist [1]. Die Schrift "De Methodis Serierum et Fluxionum" verfasste er 1671, gedruckt wurde sie erst 1736 in der englischen Übersetzung von John Colson [1]. Im Oktober 1667 wurde Newton Minor Fellow des Trinity College, im Juli 1668 Major Fellow [1].
Licht, Farben und das Spiegelteleskop
Newton leitete einen schmalen Sonnenstrahl durch ein Glasprisma und beobachtete das Farbspektrum [1]. Er folgerte daraus, dass weißes Licht ein Gemisch von Strahlen ist, die unterschiedlich stark gebrochen werden und jeweils eine eigene Farbe erzeugen [1]. Daraus schloss er, zu Unrecht, dass Linsenfernrohre immer unter Farbfehlern leiden müssten, und baute ein Spiegelteleskop [1].

Licht bestand nach seiner Vorstellung vor allem aus kleinen Teilchen, daneben nutzte er auch Wellenvorstellungen [1]. Diese Teilchentheorie setzte sich durch und blieb vorherrschend, bis im 19. Jahrhundert die Wellentheorie wiederbelebt wurde [1]. Seine Ergebnisse zur Optik fasste er später im Buch "Opticks" zusammen, das 1704 erschien und unter anderem die Farben dünner Schichten, die "Newtonschen Ringe" und die Beugung behandelt [1].
Professor und Mitglied der Royal Society
1669 gab Isaac Barrow den Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik in Cambridge auf und empfahl den damals 27 Jahre alten Newton als Nachfolger [1]. Seine erste Vorlesungsreihe, über Optik, begann im Januar 1670 [1]. Den Lehrstuhl hatte er nach Westminster Abbey bis 1702 inne [2].
1672 wählte ihn die Royal Society zum Mitglied, nachdem er ihr ein Spiegelteleskop geschenkt hatte [1, 2]. Im selben Jahr erschien in den "Philosophical Transactions" seine erste wissenschaftliche Arbeit über Licht und Farben [1]. Robert Hooke und Christiaan Huygens widersprachen der Teilchentheorie [1]. 1675 warf Hooke ihm vor, optische Ergebnisse von ihm übernommen zu haben, worauf Newton sich aus der Royal Society zurückzog [1]. Seine Optik veröffentlichte er erst nach Hookes Tod 1703 [1].
Halley und die Principia
1679 schrieb Newton mit Hooke, der behauptete, die Anziehung nehme mit dem Quadrat der Entfernung ab [1]. 1684 fragte der Astronom Edmond Halley ihn, welche Bahn ein Körper unter einer solchen Kraft beschreibt, und Newton antwortete sofort: eine Ellipse [1]. Halley drängte ihn, seine Physik aufzuschreiben [1]. Ende April 1686 legte Newton der Royal Society das erste Buch vor, der Druckauftrag folgte binnen eines Monats [5]. Die Gesellschaft hatte ihr Buchbudget für das Jahr bereits ausgegeben, Halley übernahm die Kosten, und die Principia erschien 1687 [7, 8].
Das Werk hat drei Bücher. Das erste behandelt die Bewegung von Körpern ohne Widerstand, das zweite die Bewegung in einem Medium mit Widerstand, das dritte baut darauf auf und behandelt vor allem die Wirkung der Gravitation in der Astronomie [7]. Am Anfang stehen die drei Bewegungsgesetze, in moderner Kurzform [6]:
- Trägheitsprinzip: Ein Körper, auf den keine Kraft wirkt, bleibt in Ruhe oder bewegt sich gleichförmig geradlinig.
- Aktionsprinzip: Die Beschleunigung eines Körpers hängt von seiner Masse und der Kraft ab, die auf ihn wirkt.
- Wechselwirkungsprinzip: Übt ein Körper auf einen zweiten eine Kraft aus, wirkt eine gleich große, entgegengesetzte Kraft zurück.
Nach dem Gravitationsgesetz zieht jede Materie jede andere an, proportional zum Produkt der Massen und umgekehrt proportional zum Quadrat ihres Abstands [1]. Damit erklärte Newton die stark exzentrischen Bahnen der Kometen, die Gezeiten, die Präzession der Erdachse und die Störungen der Mondbahn durch die Sonne [1]. Für die zweite Auflage von 1713 überarbeitete Newton den Text gemeinsam mit Roger Cotes [8]. Wie sich das Weltbild zuvor durch Galilei verändert hatte, zeigt das Lebensbild Galileo Galilei.
Die Geschichte vom Apfel
Die bekannte Erzählung vom fallenden Apfel stammt von William Stukeley [4]. In seinen "Memoirs of Sir Isaac Newton's life" von 1752 berichtet er, Newton habe ihm erzählt, ihm sei der Gedanke der Gravitation gekommen, als er in nachdenklicher Stimmung unter Apfelbäumen saß und eine Frucht fiel [4]. Newton habe sich gefragt, warum der Apfel immer senkrecht zu Boden falle [4]. Der Baum steht nach dieser Überlieferung in Woolsthorpe Manor [4]. Stukeleys Bericht stellt die Royal Society in ihrer Online-Ressource "Turning the Pages" bereit [4].
Krise und Wechsel nach London
Am 15. Januar 1689 wählte die Universität Cambridge Newton als einen ihrer zwei Abgeordneten in das Konventionsparlament [1]. 1693 erlitt er einen zweiten Nervenzusammenbruch und zog sich aus der Forschung zurück [1]. Als mögliche Ursachen werden Vergiftungen bei alchemistischen Versuchen, Enttäuschung über die Forschung, das Ende der Freundschaft mit Nicolas Fatio de Duillier und religiöse Konflikte genannt [1]. Newton selbst nannte Schlaflosigkeit, die Biografen von St Andrews halten eine Depression für wahrscheinlich [1].
1696 wurde er Warden der Royal Mint, 1699 deren Master [1, 2]. Er leitete die Münze während der großen Neuprägung und ging besonders entschieden gegen Falschmünzer vor [1]. Das Amt und seine Güter machten ihn sehr wohlhabend [1]. Seine Ämter in Cambridge behielt er nach der Biografie der Universität St Andrews bis 1701 [1].
Präsident der Royal Society und Streit mit Leibniz
1703 wählte die Royal Society Newton zu ihrem Präsidenten und bestätigte ihn danach jedes Jahr bis zu seinem Tod [1]. 1705 schlug ihn Königin Anne zum Ritter, als ersten Wissenschaftler, der für seine Forschung so geehrt wurde [1, 2].
Die Infinitesimalrechnung hatte Gottfried Wilhelm Leibniz einige Jahre nach Newton unabhängig von ihm entwickelt [1]. Im Streit darüber, wem die Entdeckung gebührt, setzte Newton als Präsident der Royal Society einen angeblich unparteiischen Ausschuss ein [1]. Dessen offiziellen Bericht schrieb er selbst ohne Namensnennung, ebenso eine anonyme Besprechung in den "Philosophical Transactions" [1].
Tod und Grab in Westminster Abbey
Newton starb in Kensington bei London [2]. Westminster Abbey gibt den 20. März 1727 an, die Biografie der Universität St Andrews den 31. März 1727 [1, 2]. Der Unterschied ergibt sich wie bei der Geburt aus dem julianischen und dem gregorianischen Kalender; die Inschrift am Grabmal nennt nach alter Jahreszählung sogar 1726 [2].

Am 28. März 1727 alter Zählung wurde er in Westminster Abbey beigesetzt, vor der Chorschranke im Mittelschiff [2]. Das Grabmal schuf der Bildhauer Michael Rysbrack nach Entwürfen des Architekten William Kent, in Auftrag gegeben hatte es John Conduitt [2]. Es war im August 1730 fertig und wurde 1731 enthüllt [2]. Wie die Physik später über Newton hinausging, beschreibt das Lebensbild Albert Einstein, die geistige Umgebung seiner Zeit der Artikel über die Aufklärung.
Der Nachlass
Die Manuskripte, die Newton bei seinem Tod hinterließ, gelangten in den Besitz der Earls of Portsmouth [3]. Der fünfte Earl übergab sie 1872 der Universität Cambridge zur Katalogisierung, 1888 schenkte er ihr die mathematischen und naturwissenschaftlichen Papiere [3]. Die übrigen Handschriften, viele davon über Alchemie, Theologie und Chronologie, gingen an die Familie zurück und wurden 1936 bei Sotheby's in London versteigert [3]. Heute liegen viele davon im King's College in Cambridge und in der Nationalbibliothek Israels [3]. Einen großen Teil hat die Universitätsbibliothek Cambridge digitalisiert und frei zugänglich gemacht [3]. Weitere Erfindungen und Entdeckungen der Zeit stellt der Artikel zur Technikgeschichte vor.
- Studie J. J. O'Connor, E. F. Robertson: Isaac Newton (MacTutor History of Mathematics). University of St Andrews. Stand Januar 2000. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sir Isaac Newton. Dean and Chapter of Westminster (Westminster Abbey). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Papers of Sir Isaac Newton. Cambridge University Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Keith Moore: Newton's apple tree. The Royal Society. Stand 22.02.2012. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Principia (Blog). The Royal Society. Stand Juli 2014. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Newton's Laws of Motion. NASA Glenn Research Center. Stand 27.06.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation #26 Philosophiae Naturalis Principia Mathematica (Pembroke 400). Pembroke College, University of Oxford. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sir Isaac Newton, Principia (Revolutions in Astronomy). University of Glasgow Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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