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Queen Victoria: Königin, Kaiserin von Indien und Namensgeberin einer Epoche
Queen Victoria wurde am 24.05.1819 im Kensington Palace geboren und bestieg 1837 mit 18 Jahren den britischen Thron. Sie regierte fast 64 Jahre, damals länger als jeder Monarch vor ihr, und trug ab 1877 auch den Titel Kaiserin von Indien. Sie starb am 22.01.1901 in Osborne House auf der Isle of Wight.

Alexandrina Victoria wurde am 24.05.1819 im Kensington Palace in London geboren [1, 2]. Mit 18 Jahren wurde sie 1837 Königin des Vereinigten Königreichs und regierte fast 64 Jahre, damals länger als jeder britische Monarch vor ihr [1]. Nach ihr heißt das Viktorianische Zeitalter [2]. In ihre Regierungszeit fallen die Übernahme Indiens durch die Krone, der Aufstieg des Empire zum größten Reich seiner Zeit und mehrere Wahlrechtsreformen [1, 2].
Kindheit im Kensington Palace
Ihr Vater Edward, Herzog von Kent, war der vierte Sohn König Georgs III. Er starb kurz nach ihrer Geburt, 1820 [1, 2]. Ihre Mutter Marie Louise Victoria stammte aus dem Haus Sachsen-Coburg-Saalfeld [2]. Erzogen wurde das Mädchen unter anderem von der deutschen Gouvernante Louise Lehzen [2]. Thronerbin wurde Victoria, weil ihre Onkel Georg IV., Friedrich Herzog von York und Wilhelm IV. keine überlebenden ehelichen Kinder hatten [1].
Thronbesteigung und Krönung
Am 20.06.1837 starb ihr Onkel Wilhelm IV., und Victoria wurde Königin [2]. Ihr erster Premierminister, Lord Melbourne, gewann früh Einfluss auf die junge Königin, die ihn "Lord M" nannte [1, 2]. Am 28.06.1838 wurde sie in der Westminster Abbey gekrönt [3]. Die Zeremonie dauerte fünf Stunden und war kaum geprobt [3]. Den Krönungsring steckte man ihr an den falschen Finger, und ein Bischof erklärte den Gottesdienst zu früh für beendet, sodass sie an ihren Platz zurückkehren musste [3]. In ihr Tagebuch schrieb sie, es sei der stolzeste Tag ihres Lebens gewesen [3].
Ehe mit Albert und neun Kinder
Am 10.02.1840 heiratete Victoria im St. James's Palace ihren Cousin Albert von Sachsen-Coburg und Gotha [2]. Zwischen 1840 und 1857 bekam das Paar neun Kinder, fünf Töchter und vier Söhne [1, 2]. Viele von ihnen heirateten in europäische Fürstenhäuser [1]. Die älteste Tochter Victoria wurde die Frau des späteren deutschen Kaisers Friedrich III., Alfred heiratete Marie von Russland, Alice Ludwig IV. von Hessen [1]. Der jüngste Sohn Leopold litt an der Bluterkrankheit und starb 1884 nach einem Sturz [2]. Am Ende hatte Victoria 31 Enkel [2]. Ihr Enkel Wilhelm II. wurde 1888 deutscher Kaiser, ihre Enkelin Alexandra 1894 Zarin von Russland, fünf weitere Enkelinnen wurden Königinnen in Europa [2]. Die World History Encyclopedia nennt sie deshalb die "Matriarchin Europas" [2]. Mehr über den Enkel auf dem deutschen Thron steht auf der Seite über Wilhelm II.

Albert beriet die Königin bei den Staatsgeschäften und nannte sich selbst den "Privatsekretär der Souveränin" [2]. Nach der World History Encyclopedia half er ihr, sich von ihrer anfänglichen Nähe zu den Whigs zu lösen und über den Parteien zu stehen [2]. Das Königspaar pflegte bewusst das Bild einer anständigen, pflichtbewussten Familie, anders als die hannoverschen Könige vor ihr [2]. Albert machte den deutschen Weihnachtsbaum in britischen Häusern beliebt [2].
1845 kaufte Victoria Osborne House auf der Isle of Wight, 1852 erwarb Albert Balmoral in Schottland [1]. Die Weltausstellung von 1851 war Alberts Projekt [1]. Sie öffnete am 01.05.1851 im Hyde Park in einer Halle aus Glas und Gusseisen, dem Kristallpalast, und lief bis zum 15. Oktober [2]. Mehr als sechs Millionen Menschen besuchten sie [2]. Mit ihrem Gewinn wurde der Museumsbezirk in South Kensington aufgebaut [1]. 1842 fuhr Victoria zum ersten Mal mit der Eisenbahn [1]. Sie war damit der erste regierende Monarch, der Züge benutzte [1]. Wie die Eisenbahn Großbritannien veränderte, beschreibt die Seite zur Industrialisierung.
Attentate auf die Königin
Zwischen 1840 und 1882 wurden nach der Darstellung des Königshauses sieben Anschläge auf Victoria verübt [1]. Die World History Encyclopedia nennt unter anderem den 10.06.1840, als zwei Schüsse sie verfehlten, und den 30.05.1842, als ein Täter mit einer ungeladenen Pistole festgenommen wurde [2]. Am 03.07.1842 schoss ein weiterer junger Mann daneben, am 19.05.1849 feuerte ein Ire auf ihre Kutsche, doch seine Waffe war nicht richtig geladen [2]. Ein späterer Angreifer schlug sie mit einem Stock ins Gesicht [2].
Krimkrieg und Victoria-Kreuz
Im Krimkrieg von 1853 bis 1856 kämpfte Großbritannien an der Seite Frankreichs und des Osmanischen Reichs gegen Russland [2]. Victoria war nach der World History Encyclopedia gegen den Krieg, besuchte aber verwundete Soldaten [2]. 1856 stiftete sie das Victoria-Kreuz und ließ die Worte "for valour", für Tapferkeit, darauf setzen [2].
Witwenschaft und Rückzug
Albert starb am 14.12.1861 mit 42 Jahren, nach der üblichen Angabe an Typhus [2]. Victoria trug von da an bis zum Ende ihrer Regierung Schwarz [1]. Zur Beerdigung ihres Mannes ging sie nicht [2]. Bis zum Ende der 1860er Jahre zeigte sie sich kaum in der Öffentlichkeit [1]. Das Parlament eröffnete sie 1866 und 1867 persönlich [1]. Sie lebte in Windsor oder Balmoral, regierte schriftlich und hieß bald "die Witwe von Windsor" [2]. Ihre Abwesenheit gab republikanischen Kritikern Auftrieb [2]. Erst unter Premierminister Disraeli, der von 1874 bis 1880 regierte, kehrte sie langsam in eine öffentlichere Rolle zurück [2]. Gerüchte über ihr Verhältnis zu ihrem schottischen Diener John Brown brachten ihr den Spottnamen "Mrs Brown" ein [2].
Einfluss auf die Politik
Auf die Politik nahm Victoria immer wieder Einfluss [1]. 1864 drängte sie ihre Minister, sich aus dem Krieg zwischen Preußen und Dänemark herauszuhalten [1]. Ein Brief an den deutschen Kaiser trug 1875 nach Angaben des Königshauses dazu bei, einen zweiten deutsch-französischen Krieg zu verhindern [1]. Walter Bagehot schrieb 1867 in "The English Constitution", der Monarch habe das Recht, gehört zu werden, zu ermutigen und zu warnen [2]. Benjamin Disraeli war 1868 und von 1874 bis 1880 Premierminister und wurde ihr Lieblingspremier [1, 2]. 1880 versuchte sie vergeblich, William Gladstone als Premierminister zu verhindern [1]. In ihre Zeit fielen die zweite Wahlrechtsreform von 1867, die geheime Wahl 1872 und das Wahlgesetz von 1884 [1]. Wer heute in Deutschland wählen darf, erklärt die Seite Wahlrecht und Wahlalter. Wie sich die Rolle von Königen in Europa wandelte, zeigt die Seite zur Monarchie.
Ein Land im Wandel
Schon die Volkszählung von 1851 ergab, dass mehr Menschen in Städten lebten als auf dem Land [2]. Eisenbahnen und die Londoner U-Bahn veränderten das Reisen, und ab 1891 stand der Schulbesuch allen kostenlos offen [2]. Die Wahlrechtsreformen von 1867 und 1884 gaben mehr Männern das Stimmrecht [2]. Victoria selbst machte nach der World History Encyclopedia die Narkose mit Chloroform bei Geburten populär [2]. Am 08.04.1871 wurde in London die Royal Albert Hall eröffnet [2].
Indien und das Empire
Der Aufstand von 1857 und 1858 brachte die britische Herrschaft in Indien nach der World History Encyclopedia an den Rand des Zusammenbruchs [2]. Britische Quellen nennen ihn "Indian Mutiny" oder "Sepoy Mutiny", Meuterei der Sepoys, der indischen Soldaten [1, 2]. Die World History Encyclopedia führt daneben die Bezeichnungen "Uprising" und "First Indian War of Independence" an [2], das Projekt South Asian Britain schreibt von der "1857 Rebellion" [5]. Danach ging die Regierung Indiens von der Ostindien-Kompanie auf die Krone über [1, 5]. Die World History Encyclopedia nennt dafür den 02.08.1858 [2]. Eine Proklamation der Königin, datiert in Allahabad am 01.11.1858, verkündete, dass Indien künftig im Namen des Monarchen über einen Staatssekretär regiert werde [5]. Nach dem Royal Titles Act wurde Victoria 1877 Kaiserin von Indien [1].

Das Empire reichte nach der World History Encyclopedia von Kanada über Indien bis Australien und umfasste kleine Stützpunkte wie Gibraltar, Barbados und Fidschi [2]. Seine Untertanen machten ein Fünftel der Weltbevölkerung aus [2]. 1879 führte Großbritannien Krieg gegen das Königreich der Zulu und erlitt bei Isandlwana eine schwere Niederlage [2]. Den Schatten über ihren letzten Regierungsjahren warf der Burenkrieg in Südafrika [1]. Die Hintergründe erklären die Seiten zum Imperialismus und zum Kolonialismus.
Abdul Karim und die Hindustani-Stunden
Zum Goldenen Thronjubiläum kamen im Juni 1887 zwei Inder in den Haushalt der Königin, Abdul Karim und Mohammed Bukhsh [4]. Karim, 1862 in Agra geboren, half dabei, Victoria Hindustani beizubringen, und wurde 1889 ihr "Munshi", ihr Sekretär und Lehrer [4]. Die Königin schenkte ihm Land bei Agra, später erhielt er den Order of the Indian Empire [4]. Im Februar 1894 begleitete er sie nach Florenz [4]. Nach Victorias Tod ging er mit einer Pension nach Indien zurück und starb 1909 in Agra [4].
Jubiläen, Tod und Nachfolge
1887 feierte Victoria ihr Goldenes Thronjubiläum, zum 50. Jahrestag ihrer Thronbesteigung [1]. Beim Dankgottesdienst in der Westminster Abbey saß sie auf dem Krönungsstuhl [1, 3]. Zum Diamantenen Jubiläum 1897 fand der Gottesdienst in der St Paul's Cathedral statt [1, 3]. Am 22. Juni notierte sie danach in ihrem Tagebuch, niemand habe wohl je einen solchen Jubel erlebt wie sie [2]. 1900 besuchte sie Dublin [1]. Drei ihrer Kinder starben vor ihr: Alice 1878 an Diphtherie, Leopold 1884 und Alfred 1900 [2].

Victoria starb am 22.01.1901 in Osborne House auf der Isle of Wight [1, 2]. Ihr Nachfolger wurde ihr Sohn Eduard VII. [1]. Am 02.02.1901 hielt die Westminster Abbey einen Gedächtnisgottesdienst [3]. Beigesetzt wurde sie in Windsor neben Albert, im Royal Mausoleum in Frogmore, das sie selbst hatte bauen lassen [1, 2]. Mit Lord Salisbury hatte sie ihren letzten Premierminister [1]. Wie sich Großbritannien nach ihr entwickelte, zeigt die Seite zur Geschichte Großbritanniens.
- Organisation Queen Victoria (r. 1837 bis 1901). The Royal Household, royal.uk. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Queen Victoria. Mark Cartwright, World History Encyclopedia. Stand 31.01.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Queen Victoria. Westminster Abbey. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Abdul Karim (1862 bis 1909). South Asian Britain (British Library, Queen Mary University of London, University of Bristol, AHRC). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Queen Victoria's Proclamation. South Asian Britain (British Library, Queen Mary University of London, University of Bristol, AHRC). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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