Personen der GeschichteRatgeber

Elisabeth I. von England: die letzte Königin aus dem Haus Tudor

Elisabeth I. (1533 bis 1603) war die Tochter Heinrichs VIII. und Anne Boleyns und regierte England von November 1558 bis zu ihrem Tod am 24. März 1603. In ihre Zeit fallen die Kirchenordnung von 1559, die Hinrichtung Maria Stuarts 1587 und der Sieg über die spanische Armada 1588. Sie blieb unverheiratet, mit ihr endete das Haus Tudor.

Ein Palasthof aus der Tudorzeit mit roten Backsteinmauern, verzierten Schornsteinen und Kiesweg im Morgennebel
Bild: KI-generiert

Elisabeth I. kam am 7. September 1533 in Greenwich zur Welt, als Tochter König Heinrichs VIII. und seiner zweiten Frau Anne Boleyn [1]. Sie bestieg im November 1558 den Thron, regierte bis zu ihrem Tod am 24. März 1603 und war die letzte Monarchin aus dem Haus Tudor [1]. Eine Ehe ging sie nie ein, man nannte sie deshalb "The Virgin Queen", die jungfräuliche Königin [1].

Kindheit nach dem Tod der Mutter

Elisabeth war zwei Jahre alt, als ihre Mutter Anne Boleyn am 19. Mai 1536 hingerichtet wurde [4]. Die Ehe der Eltern hatte der Papst nie anerkannt [4]. Erst 1544 nahm ein Beschluss des Parlaments sie wieder in die Thronfolge auf [4]. Unterrichtet wurde sie von Hauslehrern, unter ihnen Richard Cox, John Cheke, William Grindal und Roger Ascham [4]. Ascham lobte 1550 ihre Begabung. Nach seinem Urteil schrieb sie fließend Latein und ordentlich Griechisch, Italienisch und Französisch beherrschte sie vollkommen, Spanisch sprach sie gut [4]. Mehr über ihren Vater steht im Lebensbild Heinrich VIII..

Nach dem Tod Heinrichs VIII. 1547 lebte Elisabeth bei seiner Witwe Catherine Parr in Chelsea [4]. Deren neuer Ehemann Thomas Seymour kam ihr dort zu nahe, Catherine schickte sie fort. Nach Catherines Tod im September 1548 warb Seymour um Elisabeth, der Staatsrat verbot die Heirat [4]. Seymour wurde im Januar 1549 verhaftet und am 20. März 1549 hingerichtet [4]. Ihr Halbbruder Eduard VI. starb mit 15 Jahren und bestimmte auf dem Sterbebett Jane Grey zur Nachfolgerin, unter Ausschluss von Maria und Elisabeth [4].

Im Tower unter Maria I.

Gefährlich wurde es für Elisabeth unter ihrer Halbschwester Maria I., einer überzeugten Katholikin, die Elisabeth bekehren wollte [1, 4]. Anfang 1554 erhob sich Thomas Wyatt, um Marias Heirat mit Philipp von Spanien, dem Erben des spanischen Throns, zu verhindern [2]. Seine Aufständischen erreichten am 3. Februar London, am 7. Februar ergab sich Wyatt nach der Niederlage seines Heeres in der Stadt, am 11. April wurde er auf dem Tower Hill hingerichtet [2].

Ein massiver mittelalterlicher Festungsturm aus Stein an einem grauen Fluss mit kleinen Holzbooten am Ufer
Bild: KI-generiert

Elisabeth wurde am 17. März 1554 im Tower of London festgesetzt und zu ihrer Rolle im Aufstand verhört. Für einen Prozess reichten die Beweise nicht [2]. Am 19. Mai 1554 kam sie unter Hausarrest in Oxfordshire, in Woodstock [2, 4]. Maria heiratete Philipp am 25. Juli 1554 in der Kathedrale von Winchester [2].

Thronbesteigung und Krönung

Am 17. November 1558 starb Maria I. kinderlos, und Elisabeth wurde Königin [1, 4]. Gekrönt wurde sie am 15. Januar 1559 in der Westminster Abbey [6]. Die Wirtschaft lag bei ihrem Regierungsantritt nach der Wikipedia am Boden. Der Frieden von Cateau-Cambrésis 1559 und der Verzicht auf Calais 1564 halfen, die Schulden abzutragen, 1566 öffnete in London die erste Börse [4].

Ihr wichtigster Berater war William Cecil, der ihr von ihrer Jugend bis zu seinem Tod 1598 diente. 1571 wurde er Baron Burghley, 1572 Lord High Treasurer [4]. Sein Amt als erster Sekretär übernahm 1572 Francis Walsingham, der den Nachrichtendienst ausbaute und mehrere Verschwörungen gegen die Königin aufdeckte [4].

Die Kirchenordnung von 1559

Am 29. April 1559 verabschiedete das Parlament zwei Gesetze, die Elisabeth am 8. Mai 1559 bestätigte [3]. Die Suprematsakte unterstellte die Kirche von England wieder der Krone, Elisabeth trug den Titel "Supreme Governor", oberste Leiterin der Kirche [3, 4]. Die Uniformitätsakte setzte das Gebetbuch "Book of Common Prayer" in der Fassung von 1552 wieder ein, Gottesdienste fanden auf Englisch statt [3]. Wer sonntags und an Feiertagen dem Gottesdienst fernblieb, zahlte 12 Pence Strafe [3]. Die 39 Artikel von 1563 legten die Lehre der Kirche fest, die royal.uk als Kompromiss zwischen Katholizismus und Protestantismus beschreibt [1].

Rom erkannte diese Ordnung nicht an. Am 25. Februar 1570 erklärte Papst Pius V. Elisabeth mit der Bulle "Regnans in Excelsis" für exkommuniziert, sprach ihr das Recht auf den Thron ab und drohte Katholiken, die ihr treu blieben, mit Kirchenstrafen [4]. Es folgte die Ridolfi-Verschwörung, an der Thomas Howard, Herzog von Norfolk, beteiligt war. Er wurde 1571 verhaftet und im Juni 1572 hingerichtet [4]. Den Hintergrund erklären die Artikel Die Reformation und Die Gegenreformation.

Die Frage der Heirat

Philipp II. von Spanien warb mehrmals um sie, Elisabeth lehnte ab [4]. Ihr Favorit Robert Dudley, später Earl of Leicester, kam wegen des Widerstands ihrer Berater nicht in Frage [4]. Als weitere Kandidaten nennt die Wikipedia Erzherzog Karl von Österreich und François-Hercule de Valois, Herzog von Alençon, mit dem ab 1581 verhandelt wurde und der 1584 starb [4].

Eine Ehe mit einem ausländischen Fürsten hätte nach dieser Darstellung auch Englands Unabhängigkeit gefährdet, und die Spanien-Ehe ihrer Schwester war ein abschreckendes Beispiel [4]. Schon früh erklärte Elisabeth, sie wolle als Jungfrau leben und begraben werden [4]. Die königliche Familie schreibt heute, sie habe sich entschieden, nie zu heiraten [1].

Wie heikel die offene Nachfolge war, zeigte der Oktober 1562. Elisabeth erkrankte schwer an den Pocken, und weil sie weder Ehemann noch Kinder hatte, begann ein Streit um die Thronfolge [4]. Als sie kurz zu Bewusstsein kam, bestimmte sie Robert Dudley zum Lordprotektor. Sie erholte sich und wich den Forderungen des Parlaments nach einer Heirat weiter aus [4].

Maria Stuart

Die schottische Königin Maria Stuart floh 1568 nach England [7]. Nach royal.uk war sie 19 Jahre lang Elisabeths Gefangene [1]. 1586 wurde die Babington-Verschwörung aufgedeckt, die Elisabeth töten und Maria auf den englischen Thron bringen sollte [4, 7]. Im Oktober 1586 folgten Prozess und Schuldspruch [7]. Elisabeth zögerte monatelang, das Todesurteil zu unterzeichnen. Am 8. Februar 1587 wurde Maria Stuart auf Fotheringhay Castle enthauptet [7].

Die spanische Armada

1587 griff Francis Drake die spanische Hafenstadt Cádiz an [4]. 1588 schickte Philipp II. eine Flotte von rund 130 Schiffen gegen England [1, 4]. Am 19. Juli 1588 wurde sie vor dem Lizard in Cornwall gesichtet, am 27. Juli ankerte sie vor Calais [8]. Am 28. Juli schickten die Engländer acht Brander gegen die vor Calais ankernde Flotte. Kein spanisches Schiff fing Feuer, doch die Spanier kappten in Panik ihre Ankertaue und zerstreuten sich. Es folgte ein Tag heftiger Kämpfe, die Seeschlacht bei Gravelines. Dann drehte der Wind, und die Spanier segelten in Unordnung nach Norden [8]. Die Spanier entschieden sich, um Schottland herum nach Spanien zurückzukehren. Schwere Stürme verursachten weitere Verluste, viele Schiffe scheiterten an den Küsten Schottlands und Irlands, und weniger als die Hälfte der Flotte kehrte zurück [8]. Auf englischer Seite starben viele Soldaten, vor allem an Krankheiten [4]. Die königliche Familie fasst zusammen, die englische Marine habe die Flotte besiegt, unterstützt vom schlechten Wetter [1].

Eine Flotte hölzerner Segelschiffe aus dem 16. Jahrhundert auf rauer See unter dunklen Sturmwolken
Bild: KI-generiert

Elisabeth besuchte ihre Truppen in Tilbury an der Themse, nach den Royal Museums Greenwich am 9. August 1588, nach der Wikipedia am 8. August [4, 9]. In der überlieferten Rede sagte sie sinngemäß, sie habe den Körper einer schwachen Frau, aber das Herz und den Mut eines Königs, eines Königs von England [9]. Der Krieg mit Spanien endete erst nach ihrem Tod mit dem Frieden von London 1604 [4]. Weitere Seeschlachten der Epoche stellt der Artikel Schlachten der Neuzeit vor.

Seefahrer und erste Kolonien

In ihre Regierungszeit fallen die Fahrten von Francis Drake, Walter Raleigh und Humphrey Gilbert [1]. Drake umsegelte von 1577 bis 1580 die Welt [4]. Raleigh organisierte 1585 die Expedition, die auf Roanoke Island die erste englische Kolonie in Amerika gründete. Sie bekam nach der Königin den Namen "Virginia" und wurde wegen des drohenden Krieges mit Spanien wieder aufgegeben [4]. Wie Europa die Meere erkundete, beschreibt der Artikel Die europäischen Entdeckungsfahrten.

Bilder einer Königin

Am Hof wurden Musik, Kunst und Literatur gefördert, Elisabeth übersetzte selbst den spätantiken Philosophen Boethius [4]. Zu den Dichtern und Denkern ihrer Zeit zählt die Wikipedia William Shakespeare, Christopher Marlowe, Ben Jonson und Francis Bacon, dazu den Komponisten John Dowland [4]. Shakespeare hat ein eigenes Lebensbild: William Shakespeare.

Die World History Encyclopedia stellt unter anderem das Pelikan-Porträt von Nicholas Hilliard, um 1574, und das Darnley-Porträt, um 1575, vor [5]. Das Armada-Porträt um 1588 wird George Gower zugeschrieben, im Fenster hinter der Königin ist die Niederlage der spanischen Flotte zu sehen [5]. Das Regenbogen-Porträt entstand um 1601, und ein Bild um 1610 zeigt sie nach ihrem Tod [5].

Krieg in Irland und das Ende

1593 begann Hugh O'Neill in Irland einen Aufstand gegen die englische Herrschaft [4]. Der Krieg dauerte bis 1603, war grausam und teuer, Elisabeth musste Kronbesitz verkaufen und das Parlament häufiger einberufen [4]. Robert Devereux, 2. Earl of Essex, ein Günstling der Königin, fiel nach dem gescheiterten Feldzug in Irland in Ungnade [10]. Sein schlecht organisierter Aufstand in London am 8. Februar 1601 scheiterte, am 25. Februar 1601 wurde er hingerichtet [4, 10, 11].

Ein grünes irisches Tal mit niedrigen Steinmauern und einem verfallenen steinernen Turmhaus unter Regenwolken
Bild: KI-generiert

Im Februar 1603 erkrankte Elisabeth schwer, sie litt an Schwäche und Schlaflosigkeit [4]. Sie starb am 24. März 1603 im Richmond Palace [1, 4]. Am 28. April 1603 wurde sie in der Westminster Abbey beigesetzt [6]. Ihr Nachfolger wurde Jakob VI. von Schottland, als Jakob I. von England [1, 4]. Er war der Sohn Maria Stuarts und ein Urenkel von Margaret Tudor, der Schwester Heinrichs VIII. Wenige Stunden nach Elisabeths Tod wurde er zum König ausgerufen und trug als Erster die Kronen Englands und Schottlands [4]. Wie es mit England weiterging, erzählt der Artikel Die Geschichte Großbritanniens.

  1. Organisation Elizabeth I (r. 1558-1603). The Royal Household, royal.uk. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation What was Wyatt's Rebellion 1554?. London Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. 1559 Act of Uniformity (Claire Ridgway). The Tudor Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Elisabeth I.. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Elizabeth I (Bildergalerie). World History Encyclopedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Elizabeth I. Westminster Abbey. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Elizabeth I and Mary, Queen of Scots. Royal Museums Greenwich. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Elizabeth I and the Spanish Armada. Royal Museums Greenwich. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Queen Elizabeth I's speech to the troops at Tilbury. Royal Museums Greenwich. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Behörde Elizabeth I's monarchy, part two. The National Archives (UK). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Rule #9: Hang on to your head (How to Be a Power Player: Tudor Edition). Folger Shakespeare Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.