Die Frühe Neuzeit

Die Frühe Neuzeit ist die Epoche zwischen dem Ende des Mittelalters um 1500 und den großen Revolutionen um 1800. Wo genau sie beginnt und endet, ist in der Forschung umstritten. Für den Übergang vom Mittelalter nennt der Historiker Gerd Schwerhoff für Deutschland vor allem die Zeit zwischen 1450 und 1550.

Ein Messingkompass, eine kleine Sanduhr und eine Schreibfeder neben einer brennenden Öllampe auf einem alten Holztisch
Bild: KI-generiert

Die Frühe Neuzeit umfasst die drei Jahrhunderte zwischen dem Ende des Mittelalters um 1500 und den großen Revolutionen um 1800 [1, 2]. Für heutige Betrachter wirkt sie zugleich noch vormodern und schon neuzeitlich, fremd und vertraut. Der Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit in Münster spricht von ihrer Doppelgesichtigkeit [2]. Als eigenes Fach ist sie jung: Den Epochenbegriff benutzte man in Deutschland nicht vor den 1950er Jahren, eigene Professuren gibt es erst seit den 1970er Jahren [3].

Wann beginnt und endet die Epoche?

Feste Grenzen gibt es nicht. Der Begriff "Mittelalter" stammt von den Humanisten des späten Mittelalters, verbreitet hat ihn 1693 der Hallenser Professor Christoph Cellarius [3]. Der Historiker Gerd Schwerhoff sieht darin einen möglichen Hinweis, dass schon Zeitgenossen einen Epochenbruch wahrnahmen. In Deutschland zeigte sich das vor allem zwischen 1450 und 1550 [3]. Am Ende der Epoche gilt vielen die "Sattelzeit" zwischen 1750 und 1800, ein Begriff des Historikers Reinhart Koselleck, als große Wasserscheide [3]. Dadurch rückte die Zeit davor in manchen Darstellungen näher an das Mittelalter heran. Vertreter des Fachs betonen dagegen, wie viel Zukunft in der Epoche steckte, eine vielzitierte Wendung nennt sie ein "Musterbuch der Moderne" [3]. Andere Forscher fassen die Zeit vom 12. bis zum 18. oder frühen 19. Jahrhundert als "Alteuropa" zusammen, weil sie dort mehr Kontinuität als Bruch sehen [3].

Umbruch um 1500: Renaissance, Druck und Entdeckungen

Am Anfang der Epoche stehen Veränderungen, die Wissen und Weltbild erweiterten. Die Artikel Die Renaissance und Kunst der Renaissance erklären die Rückbesinnung auf die Antike, Der Buchdruck mit beweglichen Lettern eine Technik, die Texte in großer Zahl verbreitete. Wie Europäer neue Seewege suchten, zeigen Die europäischen Entdeckungsfahrten und Die Entdeckung Amerikas 1492.

Ein dreimastiges Holzsegelschiff liegt im Morgengrauen mit eingeholten Segeln in einem ruhigen Hafen vor Anker
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Glaube und Krieg

Wie sich die westliche Kirche spaltete und welche Kriege folgten, erklären Die Reformation, Die Gegenreformation und Religionskriege der Frühen Neuzeit. Um Prozesse und Verfolgung geht es in Die Hexenverfolgung. Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 beginnt nach dem Politiklexikon der bpb die Zeit, in der der Absolutismus auf dem Kontinent vorherrschte [4]. Mehr dazu in Der Dreißigjährige Krieg, Der Westfälische Friede von 1648, Söldner und Landsknechte und Schlachten der Neuzeit.

Fürsten, Höfe und neue Ideen

Bis zur Französischen Revolution 1789 regierten viele Monarchen ohne Mitsprache der Stände [4]. Wie das funktionierte, erklärt Der Absolutismus, die Kriege dieser Herrscher Die Kabinettskriege. Kunst und Bauten der Höfe stellt Der Barock vor, die Gegenbewegung des Denkens Die Aufklärung.

Die Welt außerhalb Europas

Europa war nicht der einzige Schauplatz. Die Artikel Das Osmanische Reich und Die Sengoku-Zeit in Japan führen nach Südosteuropa, Vorderasien und Ostasien. Welche Folgen der Handel über die Meere hatte, beschreiben Der Kolonialhandel, Der atlantische Sklavenhandel und Wie der Kapitalismus entstand. Was vor der Epoche lag, zeigt Das Mittelalter, was danach kam, Das lange 19. Jahrhundert.

  1. Organisation Geschichte der Frühen Neuzeit. Ludwig-Maximilians-Universität München, Historisches Seminar. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit: Studieren. Universität Münster, Historisches Seminar. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Studie Epochenschwelle oder Alteuropakontinuität? Der Übergang vom Spätmittelalter zur frühen Neuzeit in der neueren Forschung (Gerd Schwerhoff). Technische Universität Dresden, Institut für Geschichte. Stand 2000/2005. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Absolutismus (Klaus Schubert, Martina Klein: Das Politiklexikon, 7. Auflage). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026

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