Weltregionen und LänderRatgeber
Die Geschichte Amerikas von den ersten Menschen bis heute
Menschen lebten nach Fußspuren aus New Mexico schon vor 21.000 bis 23.000 Jahren in Nordamerika. Lange vor 1492 entstanden Reiche wie das der Mexica und der Inka, die Spanien im 16. Jahrhundert eroberte. Bis 1825 wurden fast alle Kolonien Lateinamerikas unabhängig, die USA schon 1776.

Nord-, Mittel- und Südamerika waren über Jahrtausende von Menschen besiedelt, bevor Europäer an ihre Küsten kamen. Vor 1492 entstanden hier unter anderem das Reich der Mexica in Mexiko und das Reich der Inka in den Anden, das sich selbst Tawantinsuyu nannte [3, 5]. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts eroberten Spanien und Portugal große Teile des Kontinents [9]. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert lösten sich die meisten Kolonien von ihren europäischen Mutterländern [9, 10].
Die ersten Menschen
Wann die ersten Menschen nach Amerika kamen, ist unter Fachleuten umstritten [1]. Im White-Sands-Nationalpark in New Mexico fanden Forschende versteinerte menschliche Fußspuren, die nach einem Faktenblatt des United States Geological Survey zwischen 23.000 und 21.000 Jahre alt sind [1]. Die Spuren entstanden demnach während des letzten Kältemaximums der Eiszeit am Ufer eines Sees [1]. Erstmals vorgestellt wurden sie im September 2021 [1]. Datiert wurden Samen einer Wasserpflanze und Pollen von Nadelbäumen aus denselben Schichten, dazu Quarzkörner mit der Lumineszenzmethode, und alle drei Verfahren ergaben übereinstimmende Alter [1].
Maya und Mexica in Mesoamerika
Schon in der archaischen Zeit von 7000 bis 2000 v. Chr. begannen Jäger und Sammler in Mesoamerika nach der World History Encyclopedia, Mais und Bohnen anzubauen [2]. Die ersten Dörfer entstanden zwischen 2000 und 1500 v. Chr. [2]. Die Blütezeit der Maya setzt dieselbe Quelle in die klassische Zeit von 250 bis 950 n. Chr. [2]. Die Stele 29 in Tikal von 292 n. Chr. trägt das älteste Datum dieser Zeit, um 900 wurde Tikal endgültig verlassen [2]. In Palenque regierte von 615 bis 683 Pakal der Große, Chichen Itza blühte etwa von 750 bis 1200 [2]. Die Maya führten einen bürgerlichen Kalender mit 365 Tagen und einen rituellen mit 260 Tagen [2]. Ihre sogenannte Lange Zählung beginnt mit dem 11. August 3114 v. Chr. [2]. Die großen Städte waren schon verlassen, bevor die Spanier kamen, warum, ist nicht geklärt; diskutiert werden etwa Klimaveränderungen und Überbevölkerung [2]. Im Juli 1524 brach Pedro de Alvarado bei Utatlán den letzten Widerstand der K'iche', ein Datum, das traditionell als Ende der Maya-Zivilisation gilt [2].

Am 12. Juli 1562 ließ Bischof Diego de Landa in Maní über 40 Maya-Handschriften verbrennen, nur drei Codices blieben erhalten, die heute in Madrid, Dresden und Paris liegen [2]. Landa, der 1549 nach Yucatán gekommen war, hielt in seinem Bericht von 1566 zugleich vieles über die Kultur fest, die er bekämpfte [2]. Nach der World History Encyclopedia pflegen heute über sechs Millionen Maya ihre Überlieferungen [2].
Die Mexica, die Europa meist Azteken nennt, gründeten auf einer Insel im See von Texcoco ihre Hauptstadt Tenochtitlan. Nach der Universität UNAM in Mexiko-Stadt geschah das im Jahr "2 Haus" ihres Kalenders, also 1325 [4]. Die World History Encyclopedia nennt 1345 als überliefertes Gründungsjahr [3]. Beim Auszug aus ihrem Herkunftsort Aztlán hießen sie nach der UNAM noch Azteken, nach der Gründung nannten sie sich Mexica-Tenochca oder kurz Tenochca [4]. 1428 schlossen Tenochtitlan, Texcoco und Tlacopan ein Dreierbündnis [3]. Anfang des 16. Jahrhunderts lebten in der Hauptstadt mindestens 200.000 Menschen, das Reich beherrschte etwa elf Millionen [3]. Im November 1519 empfing Motecuhzoma II. Hernán Cortés in Tenochtitlan, am 13. August 1521 fiel die Stadt nach einer Belagerung, bei der Hunger und Krankheiten die Verteidiger schwächten [3]. Mehr im Beitrag über Maya, Azteken und Inka.
Das Reich der Inka
Die Inka nannten ihr Reich Tawantinsuyu, das Land der vier Teile [5]. Die Hauptstadt Cuzco, als deren Gründer die Überlieferung Manco Capac nennt, hatte in ihrer Blütezeit bis zu 150.000 Einwohner und war religiöses Zentrum und Sitz der Verwaltung [5]. 1438 besiegte Pachacuti die Chanca und begann, das Reich auszudehnen [5]. Seine Regierungszeit gibt die World History Encyclopedia im Text mit etwa 1438 bis 1463 an, in ihrer Zeitleiste mit 1438 bis 1471 [5]. Sein Nachfolger Thupa Inca Yupanqui soll weitere rund 4.000 Kilometer hinzugewonnen haben [5]. Das Reich erstreckte sich zuletzt etwa 5.500 Kilometer von Norden nach Süden, rund zehn Millionen Untertanen sprachen mehr als 30 Sprachen und wurden von etwa 40.000 Inka regiert [5]. Das Straßennetz umfasste über 40.000 Kilometer, Läufer brachten Nachrichten bis zu 240 Kilometer weit an einem Tag [5]. Zahlen hielten die Inka mit Knotenschnüren fest, den Quipus [5].

Am 16. November 1532 nahmen spanische Truppen unter Francisco Pizarro in Cajamarca den Herrscher Atahualpa gefangen, am 26. Juli 1533 wurde er hingerichtet [5]. Am 15. November 1533 besetzte Pizarro Cuzco [5]. Von Vilcabamba aus leisteten Inka noch bis 1572 Widerstand [5].
Nordamerika vor 1492
In Illinois, nur wenige Meilen östlich des Mississippi und von St. Louis, liegt die indigene Stadt Cahokia [6]. Der National Park Service nennt sie ein kulturelles, religiöses und wirtschaftliches Zentrum der Mississippi-Kultur, die zwischen 1000 und 1350 n. Chr. blühte [6]. Für Cahokia selbst schätzt er 10.000 bis 20.000 Einwohner, mit den umliegenden Siedlungen ("Greater Cahokia") 40.000 bis 50.000 [6]. Erhalten sind 51 Hügel [6]. Der größte, Monks Mound, wurde in 14 Bauabschnitten errichtet, bedeckt sechs Hektar und steigt in vier Terrassen auf 30 Meter Höhe [6]. Die Stätte steht auf der Welterbeliste der UNESCO [6].

Eroberung und Kolonialzeit
Im Vertrag von Tordesillas von 1494 fiel ein Großteil Lateinamerikas Spanien zu [9]. Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt, wie Maya, Inka und Azteken militärisch unterworfen wurden und viele Menschen Gewalt, Krankheiten oder unmenschlichen Lebensbedingungen zum Opfer fielen [9]. Forschende des University College London schätzten 2019 in der Zeitschrift Quaternary Science Reviews, dass in Amerika vor 1492 rund 60,5 Millionen Menschen lebten und die indigene Bevölkerung im folgenden Jahrhundert um 90 Prozent zurückging. Die Studie rechnet mit rund 55 Millionen Toten, der Interquartilsbereich der Schätzung reicht von 39 bis 72 Millionen [7]. Die Spanische Krone teilte ihre Gebiete in Vizekönigreiche auf, die von Spaniern regiert wurden [9]. Wie es zu den Fahrten kam, steht im Beitrag über die Entdeckung Amerikas.
Für die Arbeit in den Kolonien wurden Menschen aus Afrika verschleppt. Nach der Datenbank zum transatlantischen Sklavenhandel wurden von 1525 bis 1866 12,5 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner verschifft, 10,7 Millionen überlebten die Überfahrt [8]. Direkt nach Nordamerika kamen davon etwa 388.000 Menschen, die übrigen in die Karibik und nach Südamerika [8]. Mehr im Beitrag über den atlantischen Sklavenhandel.
Der Weg in die Unabhängigkeit
Am 2. Juli 1776 stimmte der Kontinentalkongress für die Unabhängigkeit, zwölf der 13 Kolonien stimmten zu, New York beteiligte sich nicht an der Abstimmung [10]. Am 4. Juli 1776 nahm der Kongress die Unabhängigkeitserklärung an [10]. Der Konvent von New York stimmte am 9. Juli zu, damit hatten alle 13 Kolonien ihre Zustimmung erklärt [10]. Die weitere Geschichte erzählt der Beitrag über die Geschichte der USA, den Krieg zwischen Nord- und Südstaaten der Beitrag über den Amerikanischen Bürgerkrieg.

In Haiti erhoben sich von 1791 bis 1804 versklavte Menschen erfolgreich gegen die Kolonialherrschaft [11]. In Spanisch-Amerika strebten die dort geborenen Nachfahren der Europäer, die Kreolen, im 18. Jahrhundert nach Freiheit, angeregt durch die Unabhängigkeit Nordamerikas und die Französische Revolution [9]. Argentinien erklärte sich 1816 für unabhängig, Chile 1818 [9]. Im Dezember 1824 ergaben sich die letzten spanischen Truppen in der Schlacht von Ayacucho in Peru, 1825 waren außer Kuba und Puerto Rico alle Kolonien Lateinamerikas unabhängig [9]. Brasilien wurde ein Kaiserreich, das von 1822 bis 1889 bestand [11]. Die neuen Staaten übernahmen meist die Verwaltungsgrenzen der Kolonialzeit und blieben wirtschaftlich von Europa abhängig [9]. Im Dezember 1823 wandten sich die USA mit der Monroe-Doktrin gegen neue europäische Kolonien auf dem Kontinent [11].
Lateinamerika im 20. Jahrhundert
Die 1960er- bis 1980er-Jahre wurden in Lateinamerika nach Wolfgang Hein und Sebastian Huhn zu Jahrzehnten der Militärputsche und Diktaturen [11]. In Brasilien übernahm 1964 das Militär die Macht [11]. In Chile wurde Präsident Salvador Allende am 11. September 1973 gestürzt, Augusto Pinochet übernahm die Führung [11]. In Argentinien stürzte das Militär 1976 die gewählte Regierung [11]. Guatemala stand nach dem Putsch von 1954 bis 1996 unter autoritärer Herrschaft, in Nicaragua herrschte die Familie Somoza von 1937 bis 1979 [11].
In den 1980er-Jahren kehrten mehrere Länder zur Demokratie zurück. In Brasilien wurden 1982 erstmals seit 1964 wieder Gouverneure und Abgeordnete direkt gewählt, Argentinien wurde 1983 wieder demokratisch, Chile begann 1988 nach einer Volksabstimmung mit dem Übergang [11]. Die argentinische Wahrheitskommission CONADEP dokumentierte das Verschwinden von 8.963 Menschen und 340 geheime Folterzentren [11].
- Behörde Kathleen B. Springer u. a.: Fossil Footprints and Ice Age Ecosystems of White Sands National Park (Fact Sheet 2025-3046). U.S. Geological Survey. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Joshua J. Mark: Maya Civilization. World History Encyclopedia. Stand 06.07.2012. abgerufen am 29.10.2026
- Mark Cartwright: Aztec Civilization. World History Encyclopedia. Stand 26.02.2014. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Leonardo Huerta Mendoza: ¿Cómo sabemos que Tenochtitlan fue fundada en 1325? La UNAM responde. Universidad Nacional Autónoma de México, UNAM Global. Stand 12.03.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Mark Cartwright: Inca Civilization. World History Encyclopedia. Stand 15.09.2014. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Cahokia Mounds State Historic Site: World Heritage Site. U.S. National Park Service. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Alexander Koch, Chris Brierley, Mark M. Maslin, Simon L. Lewis: Earth system impacts of the European arrival and Great Dying in the Americas after 1492, in: Quaternary Science Reviews 207, S. 13 bis 36. Elsevier (Autorenteam University College London und University of Leeds). Stand 25.01.2019. abgerufen am 29.10.2026
- Henry Louis Gates Jr.: How Many Slaves Landed in the U.S.? (African Americans: Many Rivers to Cross). PBS, WNET. Stand 2013. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Vor 200 Jahren: Unabhängigkeitskämpfe in Lateinamerika (Deine tägliche Dosis Politik). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 06.12.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde The Declaration of Independence: A History. U.S. National Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Wolfgang Hein, Sebastian Huhn: Entwicklungen im 19. und 20. Jahrhundert, in: Informationen zur politischen Bildung Nr. 300 (Lateinamerika). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 14.11.2008. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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