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John F. Kennedy: der 35. Präsident der USA

John F. Kennedy (1917 bis 1963) war von 1961 bis 1963 der 35. Präsident der USA, der erste Katholik und der jüngste gewählte Präsident im Amt. In seine Amtszeit fielen die Schweinebucht, der Mauerbau, die Kubakrise und das Ziel der Mondlandung. Am 22. November 1963 wurde er in Dallas erschossen.

Ein ruhiger Hafen an der Küste Neuenglands in der Abenddämmerung mit Segelbooten an einem alten Holzsteg
Bild: KI-generiert

John Fitzgerald Kennedy war von 1961 bis 1963 der 35. Präsident der Vereinigten Staaten, ein Demokrat und der erste Katholik in diesem Amt [1]. Er war zugleich der jüngste gewählte Präsident [1]. In seine knapp drei Jahre im Weißen Haus fielen die Kubakrise, der Mauerbau in Berlin und der Beginn des Raumfahrtprogramms [1]. Am 22. November 1963 wurde er in Dallas erschossen [1, 6].

Familie und Schulzeit

Kennedy kam am 29. Mai 1917 in Brookline im Bundesstaat Massachusetts zur Welt, als zweites von neun Kindern von Joseph P. Kennedy und Rose Fitzgerald [1]. Seine Urgroßeltern waren 1849 aus Irland nach Boston ausgewandert [1]. 1927 zog die Familie nach New York City, 1928 kaufte der Vater ein Sommerhaus in Hyannis Port [1].

1930 kam John auf das katholische Internat Canterbury in Connecticut, 1931 wechselte er auf das protestantische Internat Choate [1]. Nach dem Schulabschluss 1935 wollte er an der London School of Economics studieren, musste aber wegen einer Krankheit in die USA zurück [1]. Auch ein Studium in Princeton im Herbst 1935 brach er aus gesundheitlichen Gründen ab [1].

Harvard und das erste Buch

Von 1936 bis 1940 studierte Kennedy Politikwissenschaft in Harvard [1]. Im Dezember 1937 wurde sein Vater Botschafter der USA in Großbritannien, im Sommer 1938 arbeitete der Sohn an der Botschaft in London [1]. 1939 reiste er nach Polen, Russland, Deutschland, Frankreich und in die Türkei [1].

Am 21. Juni 1940 schloss er das Studium ab [1]. Seine Abschlussarbeit über das Münchner Abkommen und die britische Beschwichtigungspolitik erschien im Juli 1940 überarbeitet als Buch "Why England Slept" und verkaufte sich 40.000-mal [1]. Ein anschließendes Studium der Betriebswirtschaft in Stanford brach er ab [1].

Kommandant von PT 109

Im September 1941 meldete sich Kennedy zur Marine und arbeitete zunächst im Marinenachrichtendienst in Washington [1]. Im März 1943 übernahm er im Südpazifik das Kommando über das Schnellboot PT 109 [1]. In der Nacht zum 2. August 1943, gegen 2.30 Uhr, rammte der japanische Zerstörer Amagiri das Boot in der Blackett-Straße bei Kolombangara auf den Salomonen [3]. Zwei Männer, Harold Marney und Andrew Jackson Kirksey, kamen bei dem Zusammenstoß vermutlich ums Leben [3].

Ein dunkles tropisches Meer bei Nacht mit einer kleinen Palmeninsel am Horizont im schwachen Mondlicht
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Den verletzten Maschinisten Patrick McMahon schleppte Kennedy an einem Gurt seiner Schwimmweste zum Wrack zurück und brachte die Besatzung später zu nahen Inseln [3]. Am Abend des 7. August erreichte er die Insel Gomu, am 8. August um 5.30 Uhr erreichten die Überlebenden Rendova [3]. Kennedy erhielt die Navy and Marine Corps Medal, wegen seiner Verletzungen außerdem das Purple Heart [3]. Die amerikanische Presse feierte ihn als Helden [1].

1944 fiel sein älterer Bruder im Krieg, danach sollte John die politischen Pläne des Vaters umsetzen [1]. Im April 1945 endete sein Militärdienst [1]. Im Sommer 1945 berichtete er als Korrespondent der Hearst-Presse über die Gründungsversammlung der Vereinten Nationen in San Francisco und über die Potsdamer Konferenz [1].

Abgeordneter und Senator

Am 5. November 1946 wählte ein Bostoner Wahlkreis Kennedy für die Demokraten ins Repräsentantenhaus [1]. Nach einem Zusammenbruch in London stellten Ärzte 1947 bei ihm die Addison-Krankheit fest [1]. Am 4. November 1952 wurde er in den Senat gewählt, wo er Massachusetts von 1953 bis 1961 vertrat, vor allem mit Außenpolitik und Arbeitsrecht [1].

Am 12. September 1953 heiratete er Jacqueline Bouvier [1]. Von den vier Kindern überlebten Caroline und John F. Kennedy Jr. das Säuglingsalter, Arabella kam 1956 tot zur Welt, Patrick Bouvier Kennedy starb 1963 zwei Tage nach der Geburt [1]. 1954 und 1955 lag Kennedy nach zwei Rückenoperationen lange im Krankenhaus und begann dort mit "Profiles in Courage" [1]. Das Buch über acht Senatoren erschien 1956 [1] und bekam 1957 den Pulitzer-Preis für Biografie [8]. Wie viel Kennedy selbst geschrieben hat, ist umstritten: Sein Redenschreiber Ted Sorensen schrieb 2008 in seinen Memoiren, er habe für die meisten Kapitel den ersten Entwurf verfasst [9].

Die Wahl von 1960

1956 bewarb sich Kennedy auf dem Parteitag der Demokraten ohne Erfolg um die Kandidatur für die Vizepräsidentschaft [1]. Am 2. Januar 1960 kündigte er seine Bewerbung um das Präsidentenamt an, am 13. Juli 1960 nominierte ihn der Parteitag in Los Angeles [1]. Am 26. September 1960 trat er in der ersten Fernsehdebatte gegen den Republikaner Richard Nixon an [1].

Am 8. November 1960 wurde Kennedy gewählt [1]. Im Wahlleutekollegium erhielt er 303 Stimmen, Nixon 219 und Harry F. Byrd 15 [4]. Seinen Bruder Robert F. Kennedy machte er zum Justizminister [1].

Amtsantritt und erste Krisen

Am 20. Januar 1961 legte Kennedy den Amtseid ab [1]. Aus seiner Antrittsrede stammt der Satz "Ask not what your country can do for you, ask what you can do for your country", auf Deutsch etwa: Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, frag, was du für dein Land tun kannst [5]. Im März 1961 kündigte er das bis dahin größte Rüstungsprogramm der US-Geschichte an [1].

Am 17. April 1961 scheiterte die Landung von Exilkubanern in der Schweinebucht, für Kennedy eine persönliche Niederlage [1]. Am 25. Mai 1961 gab er das Ziel aus, binnen eines Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen [1]. Wie das gelang, beschreibt der Artikel über die Mondlandung. Am 3. und 4. Juni 1961 traf er in Wien Nikita Chruschtschow, das Gespräch blieb ohne Ergebnis [1]. Chruschtschow übergab ihm ein Memorandum, das West-Berlin zu einer neutralen, entmilitarisierten Stadt machen wollte [1]. Nach dem Mauerbau im August 1961 griff Kennedy nicht militärisch ein, schickte aber zusätzliche Truppen über die Autobahn nach Berlin [1].

Kubakrise und Vietnam

Am 3. Februar 1962 verhängte Kennedy ein Handelsembargo gegen Kuba, am 8. Februar richtete er ein Militärkommando der USA in Südvietnam ein [1]. Am 15. Oktober 1962 bestätigten Luftaufnahmen sowjetische Mittelstreckenraketen auf Kuba [1]. In einer Fernsehansprache am 22. Oktober forderte er ihren Abbau, am 24. Oktober begann eine Seeblockade [1]. Am 28. Oktober ordnete Chruschtschow den Abzug an, am 20. November hob Kennedy die Blockade auf [1]. Den Ablauf der dreizehn Tage schildert der Artikel über die Kubakrise.

Berlin im Juni 1963

Vom 23. Juni bis 2. Juli 1963 reiste Kennedy durch die Bundesrepublik, Irland, Großbritannien und Italien [1]. Am 26. Juni besuchte er West-Berlin, als erster amtierender US-Präsident seit Harry S. Truman [2]. Mehr als eine Million Menschen kamen auf die Straßen, Schulen blieben geschlossen [2]. ARD und das junge ZDF übertrugen den Besuch erstmals gemeinsam live [2].

Ein weiter leerer Platz vor einem großen steinernen Rathaus mit hohem Turm im Licht eines Sommermorgens
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Kennedy landete um 9.40 Uhr in Tegel und fuhr rund 50 Kilometer im offenen Wagen durch die Stadt, unter anderem über den Kurfürstendamm und zum Brandenburger Tor [2]. Vor dem Rathaus Schöneberg wich er vom Redetext ab und sagte den Satz "Ich bin ein Berliner", den er sich in Lautschrift auf eine Karteikarte notiert hatte [2]. Die Mauer nannte er dort die abscheulichste und stärkste Demonstration für das Versagen des kommunistischen Systems [2]. Am Nachmittag sprach er an der Freien Universität versöhnlicher und betonte, die Großmächte müssten zusammenarbeiten [2].

Bürgerrechte und Entspannung

Im Herbst 1962 setzte Kennedy nach Rassenunruhen in Oxford im Bundesstaat Mississippi Truppen ein [1]. Am 28. Februar 1963 legte er den Entwurf eines Bürgerrechtsgesetzes vor, das vor allem das Wahlrecht der Schwarzen sichern sollte [1]. Nach einer Fernsehansprache zur Bürgerrechtsfrage am 11. Juni 1963 kam das Gesetz in den Kongress [1]. Am 28. August 1963 versammelten sich 200.000 Menschen zum Marsch auf Washington, darunter Martin Luther King, und Kennedy empfing die Anführer im Weißen Haus [1].

Am 10. Juni 1963 sprach er an der American University über Entspannung zwischen den Blöcken [1]. Am 20. Juni beschlossen die USA und die Sowjetunion einen "heißen Draht", der am 31. August in Betrieb ging [1]. Am 5. August 1963 wurde in Moskau das Atomteststopp-Abkommen unterzeichnet [1]. Wie der Konflikt der Supermächte weiterging, beschreibt der Artikel über den Kalten Krieg.

Das Attentat von Dallas

Am 22. November 1963 fuhr Kennedys Wagen in Dallas über die Elm Street nahe der Dealey Plaza, als aus dem Texas School Book Depository Schüsse fielen [6]. Nach dem Bericht der Warren-Kommission waren es mit großer Wahrscheinlichkeit drei Schüsse [6]. Gouverneur John B. Connally wurde verletzt, Kennedy tödlich getroffen und gegen 13 Uhr im Parkland Memorial Hospital für tot erklärt [6].

Um 14.38 Uhr legte Vizepräsident Lyndon B. Johnson an Bord des Präsidentenflugzeugs auf dem Flughafen Love Field den Amtseid ab, abgenommen von Bundesrichterin Sarah T. Hughes [6]. Gegen 13.15 Uhr wurde im Stadtteil Oak Cliff der Streifenpolizist J. D. Tippit erschossen, kurz nach 13.40 Uhr nahm die Polizei Lee Harvey Oswald im Texas Theatre fest [6]. Am 24. November 1963 schoss Jack Ruby im Keller des Polizeipräsidiums auf Oswald, der um 13.07 Uhr starb [6]. Am 25. November wurde Kennedy auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt [1]. In Berlin kamen Zehntausende vor dem Rathaus Schöneberg zusammen, drei Tage nach Kennedys Tod wurde der Platz dort in John-F.-Kennedy-Platz umbenannt [2].

Warren-Kommission und Akten

Die Untersuchungskommission entstand am 29. November 1963 [6]. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Oswald die Schüsse abgab, allein handelte und auch Tippit tötete; Hinweise auf eine Verschwörung, an der Oswald oder Ruby beteiligt waren, fand sie nicht [6]. Die Hintergründe des Attentats sind trotzdem bis heute umstritten [1].

Ein Archivmagazin mit langen Reihen grauer Kartons in Metallregalen und einem Holzwagen im Gang
Bild: KI-generiert

Ab dem 18. März 2025 gab das Nationalarchiv der USA auf Anweisung von Präsident Donald Trump bis dahin zurückgehaltene Unterlagen der Sammlung zum Kennedy-Attentat ohne Schwärzungen frei [7]. Bis zum 3. April 2025 erschienen in fünf Tranchen 83.621 Seiten. Eine weitere Freigabe mit 11.022 Seiten folgte am 30. Januar 2026. Nach der Übersicht des Nationalarchivs ist das die jüngste Freigabe (Stand 29.10.2026), das Archiv stellt weitere digitalisierte Unterlagen nach [7].

  1. Organisation Dorlis Blume, Regina Haunhorst, Irmgard Zündorf: John F. Kennedy (LeMO Biografie). Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Stand 08.04.2016. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Dorlis Blume: US-Präsident Kennedy in Berlin (LeMO Rückblick). Deutsches Historisches Museum. Stand Juni 2017. abgerufen am 29.10.2026
  3. Studie Stephen Plotkin: Sixty Years Later, the Story of PT-109 Still Captivates (Prologue). National Archives and Records Administration. Stand Sommer 2003. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde 1960 Electoral College Results. National Archives and Records Administration. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde President John F. Kennedy's Inaugural Address (1961) (Milestone Documents). National Archives and Records Administration. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde Report of the President's Commission on the Assassination of President Kennedy, Chapter 1: Summary and Conclusions. National Archives and Records Administration. Stand 1964. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde JFK Assassination Records: 2025 Documents Release. National Archives and Records Administration. Stand 30.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation About the Book (Profile in Courage Award). John F. Kennedy Presidential Library and Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Sorensen Finally Admits Collaborating on JFK's "Profiles in Courage". History News Network. Stand 09.05.2008. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.