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Die Geschichte Chinas von den frühen Dynastien bis heute

China wurde über Jahrtausende von wechselnden Dynastien regiert, das Kaiserreich bestand von 221 v. Chr. bis 1912. Nach der Revolution von 1911 entstand die Republik China, am 1. Oktober 1949 wurde die Volksrepublik gegründet.

Steile grüne Karstberge über einem ruhigen Fluss in Südchina mit Morgennebel und einem kleinen Holzboot
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Die chinesische Geschichtsschreibung gliedert die Vergangenheit des Landes nach Dynastien, von den frühen Herrscherhäusern Xia, Shang und Zhou bis zur Qing-Dynastie, deren Herrschaft 1912 endete [1]. Die Zeitleiste der Columbia University beginnt mit jungsteinzeitlichen Kulturen zwischen 10.000 und 2.000 v. Chr. [1]. Das Kaiserreich bestand nach der World History Encyclopedia von 221 v. Chr. bis 1912 [2]. Seit 1949 gibt es die Volksrepublik China mit kommunistischer Regierung und der Hauptstadt Peking [1].

Die frühen Dynastien

Die Columbia University nennt Xia, Shang und Zhou die "Drei Dynastien", mit denen die chinesische Zivilisation beginnt [1]. Die Xia galten lange als Sage, bis Ausgrabungen in den 1960er- und 1970er-Jahren diese Sicht nach der World History Encyclopedia änderten [2]. Unter den Shang entwickelten sich Schrift und Bronzeguss [2]. Ihre Hauptstädte lagen nahe den heutigen Städten Zhengzhou und Anyang, bekannt ist die Dynastie für Schrift, Wahrsagung, Bronzen und Streitwagen [1]. Die Zhou-Könige standen an der Spitze einer abgestuften Ordnung von Fürsten und regierten aus Hao und später aus Luoyang [1].

Ein altes dreibeiniges Bronzegefäß mit Spiralornamenten auf einem Steinsockel in gedämpftem Museumslicht
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In die Zeit der Frühlings- und Herbstannalen fällt das Leben des Konfuzius, das die Columbia University auf etwa 551 bis 479 v. Chr. datiert [1]. In der folgenden Zeit der Streitenden Reiche kämpften weitgehend selbstständige Staaten um die Vorherrschaft [1]. Für viele Dynastien nennen die beiden Quellen leicht abweichende Jahre.

DynastieColumbia UniversityWorld History Encyclopedia
Xiaum 2100 bis 1600 v. Chr. [1]um 2070 bis 1600 v. Chr. [2]
Shangum 1600 bis 1050 v. Chr. [1]1600 bis 1046 v. Chr. [2]
Zhou1046 bis 256 v. Chr. [1]1046 bis 256 v. Chr. [2]
Qin221 bis 206 v. Chr. [1]221 bis 206 v. Chr. [2]
Han206 v. Chr. bis 220 n. Chr. [1]202 v. Chr. bis 220 n. Chr. [2]
Sui581 bis 618 [1]589 bis 618 im Text, 581 bis 618 in der Zeitleiste [2]
Tang618 bis 906 [1]618 bis 907 [2]
Song960 bis 1279 [1]960 bis 1279 [2]
Yuan1279 bis 1368 [1]1271 bis 1368 [2]
Ming1368 bis 1644 [1]1368 bis 1644 [2]
Qing1644 bis 1912 [1]gestürzt durch den Aufstand von Wuchang 1911 [2]

Die Einigung unter Qin und Han

221 v. Chr. einte Ying Zheng, der König von Qin, das Land und nahm den Titel Shi Huangdi an, Erster Kaiser [2]. Die Qin schufen einen Einheitsstaat [1]. Unter ihnen begann der Bau der Großen Mauer, die nach der World History Encyclopedia später mehr als 5.000 Kilometer maß [2]. Shi Huangdi starb 210 v. Chr. [1, 2]. Für sein Grab entstanden mehr als 8.000 Tonfiguren, die heute als Terrakotta-Armee bekannt sind [2]. Über die ersten Jahrhunderte berichtet der Beitrag über das antike China.

Reste einer alten Stampflehmmauer ziehen sich im Nachmittagslicht über trockene gelbe Lösshügel
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Unter Kaiser Wudi, der von 141 bis 86 v. Chr. regierte, wurde der Konfuzianismus zur Grundlage des Han-Staates, dazu kamen Prüfungen für den Staatsdienst [1]. 138 v. Chr. schickte der Hof den Gesandten Zhang Qian nach Westen, die World History Encyclopedia lässt die Seidenstraße 130 v. Chr. offiziell beginnen [2]. In der Han-Zeit wurde nach derselben Quelle das Papier erfunden [2]. Mehr dazu steht im Beitrag über die Han-Dynastie.

Teilung und neue Blüte: Sui, Tang und Song

Nach dem Ende der Han folgte von 220 bis 589 die Zeit der Sechs Dynastien, in der das Reich zersplittert war und sich der Buddhismus ausbreitete [1]. Die Sui einten China wieder und vollendeten nach der World History Encyclopedia den Großen Kanal [2]. Die Tang-Zeit beschreibt die Columbia University als weltoffen und kulturell blühend. Der Buddhismus erreichte damals seinen Höhepunkt, bis er um 845 unterdrückt wurde [1]. Der Aufstand des An Lushan von 755 bis 763 kostete sehr viele Menschen das Leben. Die World History Encyclopedia nennt im Text etwa 36 Millionen Tote, in ihrer Zeitleiste über 13 Millionen [2]. Am 11. Mai 868 entstand im Holzblockdruck das Diamant-Sutra, nach derselben Quelle das älteste datierte gedruckte Buch der Welt [2].

Unter den Song wuchsen Binnenhandel, Seehandel und Städte [1]. Die Nördliche Song regierte aus Bianjing, dem heutigen Kaifeng, die Südliche Song ab 1127 aus Hangzhou [1]. Mehr steht in den Beiträgen über die Tang-Dynastie und die Song-Dynastie.

Mongolen, Ming und Qing

1279 endete die Song-Dynastie. Bis 1368 stand China unter der mongolischen Herrschaft der Yuan, deren Hauptstadt Dadu an der Stelle des heutigen Peking lag [1]. Wie die Mongolen ihr Reich aufbauten, erzählt der Beitrag über das Mongolische Reich. Die Ming stellten 1368 die Herrschaft der Han-Chinesen wieder her und regierten aus Nanjing und Peking [1]. Ihre Herrschaft über Vietnam endete nach der World History Encyclopedia mit der Schlacht von Tot Dong am 7. November 1426 [2]. 1644 übernahm die mandschurische Qing-Dynastie die Macht, Hauptstadt blieb Peking [1].

Geschwungene Palastdächer mit gelben Ziegeln und roten Mauern über einem leeren, leicht verschneiten Hof
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Opiumkrieg und Taiping-Aufstand

1839 erließ die Qing-Regierung strenge Gesetze gegen Opium, nachdem frühere Kampagnen ein Jahrzehnt lang wenig bewirkt hatten [3]. Kommissar Lin Zexu ließ in Guangzhou rund 20.000 Kisten britisches Opium beschlagnahmen und vernichten [3]. Großbritannien antwortete mit einer Strafexpedition, China verlor den Krieg deutlich [3]. Im Vertrag von Nanjing trat China 1842 Hongkong ab, öffnete fünf Häfen für den Handel, begrenzte die Zölle auf 5 Prozent des Warenwerts und stellte britische Staatsangehörige unter eigenes Recht [3]. Chinesische Historiker nannten diese und spätere Abkommen die "ungleichen Verträge" [3].

Alte hölzerne Dschunken mit braunen Segeln liegen in der Abenddämmerung in einem weiten Flusshafen
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1851 begann unter Hong Xiuquan der Taiping-Aufstand, die Aufständischen riefen das "Himmlische Reich des Großen Friedens" aus [4]. Sie eroberten Nanjing und stießen bis Tianjin vor [4]. In den 14 Jahren der Kämpfe kamen nach der Länderstudie der Library of Congress weit über 30 Millionen Menschen ums Leben [4]. Ab 1860 führte Zeng Guofan den Krieg gegen die Taiping mit einer in Hunan aufgestellten Armee, britische und französische Truppen unterstützten das kaiserliche Heer [4]. Zur selben Zeit erhoben sich im Norden die Nian und im Südwesten muslimische Aufständische [4].

Revolution und Republik

Am 10. Oktober 1911 begann in Wuchang, der Hauptstadt der Provinz Hubei, ein Aufstand von Armee-Einheiten gegen die Qing [5]. Bis Ende November 1911 hatten sich 15 der 24 Provinzen für unabhängig erklärt [5]. Sun Yat-sen wurde am 1. Januar 1912 in Nanjing als vorläufiger Präsident eingeführt, der minderjährige letzte Kaiser Puyi dankte am 12. Februar 1912 ab [5]. Am 10. März 1912 übernahm Yuan Shikai das Amt des vorläufigen Präsidenten der Republik China [5]. Nach Nicola Spakowski endete damit eine 277 Jahre lange Herrschaft der Qing [10].

Am 4. Mai 1919 protestierten Studierende in Peking dagegen, dass die Pariser Friedenskonferenz Japan das frühere deutsche Pachtgebiet Jiaozhou überließ, daraus entstand die Vierte-Mai-Bewegung [10]. 1921 wurde die Kommunistische Partei Chinas gegründet [10]. Im Krieg gegen Japan von 1937 bis 1945 starben nach Schätzungen, die Peter Lieb für die Bundeszentrale für politische Bildung anführt, 15 bis 20 Millionen Menschen in China an direkten oder indirekten Kriegsfolgen [12]. Den Kriegsverlauf beschreibt der Beitrag über den Pazifikkrieg. Im Januar 1949 nahmen die Kommunisten Peking kampflos ein, Chiang Kai-shek zog sich mit einigen hunderttausend Soldaten nach Taiwan zurück [13]. Am 1. Oktober 1949 wurde die Volksrepublik China gegründet [6, 10]. Die Sowjetunion erkannte sie am folgenden Tag an, im Februar 1950 schlossen beide Staaten einen Vertrag über Freundschaft, Bündnis und gegenseitigen Beistand [6].

Die Volksrepublik

1958 rief die Partei den "Großen Sprung nach vorn" aus [7]. Im Herbst 1958 wurden rund 750.000 landwirtschaftliche Genossenschaften zu etwa 23.500 Volkskommunen zusammengelegt, jede mit durchschnittlich 5.000 Haushalten [7]. Es folgten Mangel an Lebensmitteln und Rohstoffen [7]. Die Hungersnot der Jahre 1958 bis 1961 kostete nach Spakowski geschätzt 15 bis 43 Millionen Menschen das Leben [10]. Felix Wemheuer nennt unter Berufung auf neuere Schätzungen aus der Volksrepublik einen Bevölkerungsverlust von etwa 40 Millionen Menschen [11].

Mitte 1966 begann die "Große Proletarische Kulturrevolution", in der vor allem Mittelschülerinnen und Mittelschüler als Rote Garden gegen Parteigremien vorgingen [8]. Das Ende der aktivistischen Phase verkündete der Neunte Parteitag im April 1969 [8]. Spakowski spricht für die Kulturrevolution von vielen Millionen Opfern [10]. Mao Zedong starb im September 1976, im Oktober 1976 wurden Jiang Qing und drei Verbündete verhaftet [8]. Im Dezember 1978 leitete das Dritte Plenum des Elften Zentralkomitees die Reformen ein, die Partei stellte nun die wirtschaftliche Entwicklung in den Mittelpunkt [9]. Am 4. Juni 1989 wurde die Protestbewegung der Studierenden in Peking niedergeschlagen [10]. 2001 trat China der Welthandelsorganisation bei, 2010 wurde es zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt [10]. Wie es dazu kam, zeigt der Beitrag über den Aufstieg Chinas.

  1. Organisation Timeline of Chinese History and Dynasties (Asia for Educators). Columbia University. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Joshua J. Mark: Ancient China. World History Encyclopedia. Stand 18.12.2012. abgerufen am 29.10.2026
  3. China: The Opium War, 1839 to 1842 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  4. China: The Taiping Rebellion, 1851 to 1864 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  5. China: The Republican Revolution of 1911 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  6. China: The People's Republic of China (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  7. China: The Great Leap Forward, 1958 to 1960 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  8. China: The Cultural Revolution, 1966 to 1976 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  9. China: The Four Modernizations, 1979 to 1982 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  10. Behörde Nicola Spakowski: China, vom Sturz der Qing-Dynastie bis zur Gegenwart. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 23.05.2022. abgerufen am 29.10.2026
  11. Studie Felix Wemheuer: Der Weg in die Hungersnot. Erinnerungen chinesischer Intellektueller an den ländlichen "Großen Sprung nach vorne" (1958 bis 1961), in: ASIEN 94, S. 25 bis 41. Deutsche Gesellschaft für Asienkunde. Stand 01.2005. abgerufen am 29.10.2026
  12. Behörde Peter Lieb: Die globale Dimension: Der Krieg im asiatisch-pazifischen Raum 1937 bis 1945. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 02.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  13. China: Return to Civil War (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.