Ur- und Frühgeschichte

Die Ur- und Frühgeschichte erforscht die Zeit des Menschen, aus der es keine oder nur wenige Schriftquellen gibt, vor allem anhand von Funden und Befunden. Nach der Universität Münster umfasst sie rund 3 Millionen Jahre, vom Auftreten des Menschen bis ins Früh- und Hochmittelalter. Gegliedert wird sie in Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit.

Ein nebliges Flusstal bei Sonnenaufgang mit einem grasbewachsenen Grabhügel auf einer Wiese und Eichenwald an den Hängen
Bild: KI-generiert

Die Ur- und Frühgeschichte, auch Vor- und Frühgeschichte oder Prähistorische Archäologie genannt, erforscht die Anfänge der Kultur des modernen Menschen und seiner ausgestorbenen Vorfahren. Aus diesen Epochen gibt es keine oder nur wenige Schriftquellen, deshalb stehen Funde und materielle Hinterlassenschaften im Mittelpunkt [1]. Nach der Universität Münster umfasst das Fach rund 3 Millionen Jahre: Es beginnt mit dem Auftreten des Menschen und reicht bis ins Früh- und Hochmittelalter, wenn schriftliche Quellen wichtiger werden [2]. Für Europa nennt die Universität des Saarlandes die Altsteinzeit vor etwa einer Million Jahren als Anfang und das Ende des Frühmittelalters um 1050 n. Chr. als Grenze [1].

Urgeschichte und Frühgeschichte

Die Urgeschichte stützt sich auf Bodenfunde und Bodendenkmäler, erst in einem späten Abschnitt kommen schriftliche Quellen hinzu. Unter Frühgeschichte versteht man den Abschnitt, aus dem es zwar schon Schriftzeugnisse gibt, für den die archäologische Überlieferung aber genauso wichtig oder wichtiger ist [3]. Die Forschung arbeitet mit Grabungen, Datierungen und Untersuchungen von Material und Herkunft. Eng beteiligt sind Geologie, Geographie, Archäobotanik, Archäozoologie und Anthropologie [2]. Zusammenhänge erschließt das Fach auch über Experimente, Vergleiche mit historischen und völkerkundlichen Beispielen und Modelle, die es an den Funden überprüft [2]. Früher nannte man es die "Wissenschaft des Spatens", heute kommen naturwissenschaftliche und zunehmend computergestützte Verfahren hinzu [1].

Ein Grabungsschnitt auf einem Feld mit sauber abgestochenen Erdschichten, am Rand Kellen und Pinsel
Bild: KI-generiert

Drei Zeitalter nach dem Werkstoff

Die Einteilung in Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit geht auf den dänischen Prähistoriker Christian Jürgensen Thomsen zurück, der sie 1836 in einem Museumskatalog einführte [4]. Die Übergänge liegen je nach Region weit auseinander.

Am Anfang steht die Steinzeit. Wie sich die ersten Menschen entwickelten, wann die Höhlenmalereien entstanden und wie Menschen in der Neolithischen Revolution sesshaft wurden, erklären eigene Beiträge. Großsteingräber und Steinkreise behandelt der Beitrag zur Megalithkultur, den Übergang zum Metall der Beitrag zur Kupfersteinzeit. Wann und wo das Rad aufkam, zeigt der Beitrag über die Erfindung des Rades. Das älteste gut datierte Holzrad mit Achse stammt aus dem Moor von Ljubljana und wird auf 3340 bis 3030 v. Chr. datiert [6].

In Mitteleuropa begann die Bronzezeit um 2200 v. Chr. [7], im Vorderen Orient schon um 3300 v. Chr. und in Skandinavien erst um 1800 v. Chr. [4]. Um 800 v. Chr. folgte in Mitteleuropa mit der Hallstattkultur die Eisenzeit, in Anatolien hatte sie schon um 1200 v. Chr. begonnen, in Dänemark begann sie um 500 v. Chr. [5]. In Afrika gab es keine eigentliche Kupfer- oder Bronzezeit, dort folgte die Eisenzeit auf die Steinzeit [5].

Wo die Vorgeschichte endet

Mit Schriftquellen endet die Vorgeschichte nicht überall zur selben Zeit. Im Mittelmeerraum ging die Eisenzeit in die Antike über, in Mitteleuropa endete sie mit der Eingliederung ins Römische Reich, in Noricum etwa 15 v. Chr. [5]. In Nordeuropa dauerte sie bis zur Christianisierung im Mittelalter [5]. Für die Hochkulturen am Mittelmeer und im Vorderen Orient schließt der Bereich Antike und Altertum an.

  1. Organisation Das Fach Vor- und Frühgeschichte. Universität des Saarlandes, Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichte. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie studieren. Universität Münster, Historisches Seminar, Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Studienordnung für das Fach Ur- und Frühgeschichte mit dem Abschluss Magister Artium. Friedrich-Schiller-Universität Jena (Sonderdruck Thüringer Kultusministerium Nr. 2/2002). Stand 2002. abgerufen am 29.10.2026
  4. Bronzezeit. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Eisenzeit. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Rad. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Himmelsscheibe von Nebra: 10. Jahrestag der Aufnahme in das Weltdokumentenerbe (Pressemitteilung). Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, idw Informationsdienst Wissenschaft. Stand 16.06.2023. abgerufen am 29.10.2026

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