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Franklin D. Roosevelt: der Präsident des New Deal und des Zweiten Weltkriegs
Franklin Delano Roosevelt (1882 bis 1945) war von 1933 bis zu seinem Tod Präsident der USA. Mit dem New Deal bekämpfte er die Weltwirtschaftskrise, ab Dezember 1941 führte er die USA im Zweiten Weltkrieg. Er wurde viermal gewählt, als einziger Präsident der amerikanischen Geschichte.

Franklin Delano Roosevelt wurde am 30. Januar 1882 in Hyde Park im Bundesstaat New York geboren, in eine wohlhabende Familie [1, 2]. Am 4. März 1933 trat er mitten in der Weltwirtschaftskrise das Amt des Präsidenten an [1]. Er gewann vier Präsidentschaftswahlen und regierte länger als zwei Amtszeiten, als einziger Präsident der Vereinigten Staaten [1]. Er starb am 12. April 1945, als der Sieg der Alliierten in Europa schon sicher schien [1, 2].
Herkunft und Ausbildung
Seine Eltern waren James Roosevelt und Sara Delano Roosevelt [1]. Nach Privatunterricht und Reisen nach Europa kam er 1896 auf die Internatsschule Groton in Massachusetts, die er bis 1900 besuchte [1, 2]. Beim Studium an der Harvard-Universität gehen die Angaben auseinander: Der National Park Service nennt 1900 bis 1903 und einen Abschluss in Geschichte nach drei Jahren, das Lebendige Museum Online (LeMO) des Deutschen Historischen Museums 1900 bis 1904 [1, 2]. Danach studierte er Jura an der Columbia University und verließ sie ohne Abschluss, nachdem er 1907 die Anwaltsprüfung in New York bestanden hatte [1, 2]. Drei Jahre arbeitete er als Anwalt in einer Kanzlei in New York City [1].
1905 heiratete er Anna Eleanor Roosevelt, eine entfernte Cousine [1]. Das Paar bekam sechs Kinder, von denen fünf das Säuglingsalter überlebten [1]. Es waren Anna (1906), James (1907), Elliott (1910), Franklin junior (1914) und John (1916) [1].
Erste Ämter in New York und Washington
1910 wurde Roosevelt als Demokrat in den Senat des Bundesstaats New York gewählt, nach dem LeMO als erster Demokrat dort seit dem Bürgerkrieg [1, 2]. 1912 wurde er wiedergewählt [1]. Von 1913 bis 1920 war er nach dem National Park Service stellvertretender Marineminister, das LeMO führt die Ernennung durch Präsident Woodrow Wilson unter dem Jahr 1912 [1, 2]. Im Ersten Weltkrieg trat er für den Kriegseintritt der USA und den Ausbau der Marine ein, 1919 leitete er die Demobilisierung der amerikanischen Truppen in Europa [2].
1920 stellten ihn die Demokraten als Kandidaten für die Vizepräsidentschaft auf. Die Wahl gewann der Republikaner Warren Harding [1, 2].
Die Kinderlähmung
Im Sommer 1921 erkrankte Roosevelt während eines Urlaubs auf Campobello Island in der kanadischen Provinz New Brunswick an Kinderlähmung [1]. Seitdem war er von der Hüfte abwärts gelähmt, die Kraft in den Beinen kehrte nie zurück [1, 2]. Nach dem LeMO überzeugte ihn seine Frau Eleanor, im öffentlichen Leben zu bleiben [2]. Von 1921 bis 1926 folgten zahlreiche Kuren, dann gab er die Hoffnung auf Heilung auf [2]. In Warm Springs in Georgia gründete er später eine Stiftung, die anderen Erkrankten helfen sollte [1].

1924 trat er zum ersten Mal nach der Erkrankung wieder öffentlich auf, auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten, wo er Alfred E. Smith als Präsidentschaftskandidaten vorschlug [1, 2]. Smith unterlag damals John W. Davis [1]. 1928 kandidierte Smith dann für das Präsidentenamt und verlor gegen Herbert Hoover, Roosevelt wurde mit Smiths Unterstützung knapp zum Gouverneur von New York gewählt [1, 2]. 1930 bestätigten ihn die Wähler im Amt [1, 2].
Wahl im Jahr der Krise
Nach der Wiederwahl als Gouverneur galt Roosevelt als aussichtsreichster Kandidat seiner Partei [2]. 1932 wurde er in Chicago nominiert und schlug im November Amtsinhaber Herbert Hoover mit rund sieben Millionen Stimmen Vorsprung [1]. Am 15. Februar 1933 entging er in Miami knapp einem Attentat [2].
Am 4. März 1933 legte er vor dem Kapitol den Amtseid ab. Statt nur "I do" zu sagen, sprach er den gesamten Eid nach und brach damit mit der Tradition [5]. In seiner Antrittsrede sagte er, das Einzige, was man fürchten müsse, sei die Furcht selbst [4]. Nach dem Museum seiner Präsidentenbibliothek fand dieser Satz damals wenig Beifall. Am lautesten klatschte das Publikum, als er ankündigte, notfalls weitreichende Vollmachten zu verlangen, falls der Kongress nicht handle [5]. "This nation asks for action, and action now", diese Nation verlange Taten, und zwar jetzt, hieß es in der Rede [5]. Den Eid leistete er bei allen vier Vereidigungen auf eine niederländische Familienbibel aus dem Jahr 1686 [5]. Wie es zur Krise kam, erklärt der Artikel Die Weltwirtschaftskrise ab 1929.
Der New Deal
In den ersten "100 Tagen" verabschiedete der Kongress eine Reihe von Gesetzen zur wirtschaftlichen Erholung und schuf Behörden wie die Agricultural Adjustment Administration (AAA) und das Civilian Conservation Corps (CCC) [1]. Das CCC beschäftigte etwa drei Millionen Männer [4]. 1935 folgten die Works Progress Administration (WPA), die 1939 in Work Projects Administration umbenannt wurde, und das Gesetz über die Sozialversicherung, der Social Security Act [1, 7]. Das LeMO fasst zusammen, Roosevelt habe Depression und Arbeitslosigkeit mit Wohlfahrtsprogrammen und Arbeitslagern für junge Arbeitslose bekämpft und dabei den Sozialstaat ausgebaut [2].

1936 wurde Roosevelt mit großem Vorsprung gegen Alfred M. Landon wiedergewählt [1, 2]. Der Oberste Gerichtshof erklärte Teile seiner Gesetze für verfassungswidrig. 1937 schlug Roosevelt deshalb vor, zusätzliche Richter zu ernennen [1, 2]. Der Plan scheiterte im Kongress, das Gericht entschied danach aber häufiger zugunsten der New-Deal-Gesetze [1]. Bei den Wahlen 1938 wurden viele Demokraten wiedergewählt, gegen die er Wahlkampf geführt hatte [1]. Warum unabhängige Gerichte ein Teil der Gewaltenteilung sind, erklärt demokratie.domain-root.de unter Gewaltenteilung einfach erklärt.
Vom Neutralitätskurs zum Kriegseintritt
Von 1937 bis 1939 versuchte Roosevelt, die Regierungen Hitlers und Mussolinis außenpolitisch zu isolieren und die japanische Expansion zu begrenzen [2]. Am 14. April 1939 forderte er Nichtangriffsgarantien für 31 Staaten, Hitler und Mussolini lehnten ab [2]. Am 27. August 1939 schlug er gemeinsam mit dem französischen Ministerpräsidenten Daladier und Papst Pius XII. eine Vermittlung zwischen Deutschland und Polen vor [2]. Am 2. August 1939 warnte ihn Albert Einstein vor einer möglichen deutschen Atombombe [2]. Persönlich vorgetragen wurde der Brief am 11. Oktober 1939, Roosevelt setzte daraufhin einen Beratungsausschuss für Uran ein [6]. Mehr dazu steht im Lebensbild Albert Einstein.
Bei Kriegsbeginn im September 1939 erklärte Roosevelt die Neutralität der USA, suchte aber Wege, Großbritannien und Frankreich zu unterstützen [1, 2]. Im November 1940 gewann er als erster Präsident eine dritte Amtszeit [2]. Gegenkandidat war Wendell Willkie [1]. Das Leih- und Pachtgesetz, mit dem die USA die britische Kriegswirtschaft unterstützten, ordnet das LeMO dem Dezember 1940 zu, nach dem National Park Service unterzeichnete Roosevelt es im März 1941 [1, 2]. Die Bevölkerung für einen Kriegseintritt zu gewinnen, gelang ihm 1940 und 1941 nach dem LeMO nicht [2].
Am 7. Dezember 1941 griff Japan den Flottenstützpunkt Pearl Harbor an [1, 2]. Vier Tage später erklärten Deutschland und Italien den USA den Krieg [1]. Den Angriff beschreibt der Artikel Pearl Harbor.
Die Internierung der Japanese Americans
Am 19. Februar 1942 unterzeichnete Roosevelt die Executive Order 9066 [3]. Sie erlaubte militärischen Befehlshabern, Zivilpersonen aus militärischen Gebieten auszuschließen, und führte zur Zwangsumsiedlung von Menschen japanischer Herkunft von der Westküste, obwohl sie keine Volksgruppe beim Namen nannte [3]. Rund 122.000 Männer, Frauen und Kinder wurden aus ihren Wohnorten vertrieben und in Lager gebracht, fast 70.000 von ihnen waren amerikanische Staatsbürger [3]. 1988 erkannte ein Bundesgesetz das Unrecht an, entschuldigte sich und sprach jedem Betroffenen 20.000 Dollar zu [3].
Kriegskonferenzen und Tod
Am 1. Januar 1942 veröffentlichte Roosevelt die "Erklärung der Vereinten Nationen" [1]. Schon beim Treffen mit Winston Churchill in Washington ab dem 22. Dezember 1941 hatten beide nach dem LeMO Grundlagen für die Vereinten Nationen gelegt und einen gemeinsamen Kriegsrat gebildet [2]. Auf der Konferenz von Casablanca vom 14. bis 21. Januar 1943 forderten die Alliierten die bedingungslose Kapitulation Deutschlands [2]. Vom 28. November bis 1. Dezember 1943 traf er in Teheran Churchill und Stalin [2]. Militärisch folgten im November 1942 die Landung der Alliierten in Nordafrika, für die Roosevelt im August 1942 General Eisenhower zum Oberbefehlshaber ernannt hatte, 1943 die Landungen auf Sizilien und in Italien und am 6. Juni 1944 die Landung in der Normandie [1, 2]. Im Juli 1944 einigte er sich mit Charles de Gaulle auf die Anerkennung von dessen provisorischer Regierung [2]. Im Januar 1944 verlangte er eine nationale Arbeitspflicht [2]. Im September 1944 einigte er sich mit Churchill auf den Morgenthau-Plan, der Deutschland in einen Agrarstaat verwandeln sollte [2]. Im November 1944 gewann er gegen Thomas E. Dewey seine vierte Wahl [1, 2].

Eine ärztliche Untersuchung hatte Anfang 1944 ernste Herz- und Kreislaufprobleme festgestellt [1]. Auf der Konferenz von Jalta vom 4. bis 11. Februar 1945 wurde Frankreich als gleichberechtigte Besatzungsmacht anerkannt, Roosevelt akzeptierte den sowjetischen Machtbereich in Osteuropa, und Stalin sagte den Kriegseintritt gegen Japan zu [2]. Danach zog sich Roosevelt nach Warm Springs zurück und bereitete die Gründungsversammlung der Vereinten Nationen vor [2]. Dort erlitt er am 12. April 1945 einen schweren Schlaganfall und starb etwa zweieinhalb Stunden später im Alter von 63 Jahren [1]. Begraben wurde er im Rosengarten seines Anwesens in Hyde Park [1]. Wie die Organisation entstand, erzählt der Artikel Die Vereinten Nationen.
- Behörde Franklin D. Roosevelt. National Park Service. Stand 13.06.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Franklin Delano Roosevelt 1882 bis 1945 (Biografie). Deutsches Historisches Museum, Lebendiges Museum Online (LeMO). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Executive Order 9066: Resulting in Japanese-American Incarceration (1942). U.S. National Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde FDR's Inaugural Address: 90th Anniversary. U.S. Government Publishing Office, GovInfo. Stand 03.03.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde From the Museum (First Inauguration, 4. März 1933). Franklin D. Roosevelt Presidential Library and Museum, National Archives. Stand 04.03.2013. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Einstein Letter 1939. Atomic Heritage Foundation, National Museum of Nuclear Science and History. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Records of the Work Projects Administration (Record Group 69), Guide to Federal Records. U.S. National Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
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