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Pearl Harbor: der japanische Angriff vom 7. Dezember 1941
Am Morgen des 7. Dezember 1941 griffen rund 350 Flugzeuge von sechs japanischen Flugzeugträgern den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. Mehr als 2.400 Amerikaner starben, 21 Schiffe wurden versenkt oder beschädigt. Am Tag darauf erklärten die USA Japan den Krieg, am 11. Dezember erklärten Deutschland und Italien den USA den Krieg.

Am Sonntag, dem 7. Dezember 1941, kurz vor 8 Uhr Ortszeit, griffen japanische Flugzeuge die US-Pazifikflotte im Hafen von Pearl Harbor auf der Insel Oahu an [4]. In knapp zwei Stunden zerstörten sie den größten Teil der amerikanischen Luftstreitkräfte auf Hawaii und setzten die Schlachtschiffe außer Gefecht [1]. Mehr als 2.400 Menschen starben [1, 4]. Der Angriff brachte die USA in den Zweiten Weltkrieg und weitete den Krieg in Asien auf den ganzen Pazifik aus [8, 9]. Wie dieser Krieg bis 1945 verlief, beschreibt der Artikel über den Pazifikkrieg.
Der Weg zum Angriff
Japan führte seit 1937 einen großen Krieg gegen China [4]. Als japanische Truppen 1941 Französisch-Indochina besetzten, verhängten die USA und Großbritannien ein Ölembargo [7]. Im Juli 1941 fror die Regierung von Präsident Franklin D. Roosevelt japanische Guthaben ein und schnitt Japan damit praktisch vom amerikanischen Öl und Stahl ab [4]. Japan hatte vier Fünftel seines Erdöls aus den USA bezogen [7].
Admiral Isoroku Yamamoto, Oberbefehlshaber der Vereinigten Flotte, schlug einen Überraschungsangriff auf die US-Pazifikflotte vor. Den Einsatzplan arbeitete Commander Minoru Genda aus, eine Kaiserliche Konferenz billigte ihn am 6. September 1941 [1]. Weil der Hafen im Schnitt nur etwa 14 Meter tief ist, erhielten die Torpedos Holzflossen und geänderte Zünder, damit sie auch im flachen Wasser funktionierten [1].
Die Angriffsflotte
Für den Angriff stellte die japanische Marine einen Verband aus 32 Schiffen zusammen, die "Kido Butai", unter Vizeadmiral Chuichi Nagumo. Kern waren die sechs Flugzeugträger Akagi, Kaga, Hiryu, Soryu, Shokaku und Zuikaku [1, 4]. Am 26. November 1941 um 6 Uhr verließ der Verband die Tankan-Bucht auf den Kurilen und nahm einen nördlichen Kurs. U-Boote fuhren etwa 320 Kilometer voraus [1]. Am 2. Dezember ging die verschlüsselte Nachricht "Besteigt den Berg Niitaka" an die Flotte. Sie bedeutete die endgültige Entscheidung für den Krieg [1].
Warnungen am Morgen
Am 7. Dezember um 6 Uhr stand die Flotte etwa 370 Kilometer nördlich von Oahu. Die Träger schickten die erste Welle mit 183 Flugzeugen los, um 7.05 Uhr folgte die zweite mit 167 Maschinen. Weil drei Flugzeuge ausfielen, flogen insgesamt 350 Maschinen zum Angriff [1].

Zwei Warnungen blieben folgenlos. Um 6.30 Uhr beschoss und versenkte der Zerstörer Ward vor der Hafeneinfahrt ein U-Boot. Die Meldung brauchte etwa eine Stunde, bis sie Admiral Husband E. Kimmel erreichte, den Befehlshaber der Pazifikflotte. Um 7.02 Uhr erfassten zwei Soldaten an der Radarstation Opana einen großen Flugzeugverband in rund 210 Kilometern Entfernung. Der diensthabende Leutnant hielt ihn für die erwarteten amerikanischen B-17-Bomber, und niemand unternahm etwas [1, 10].
Der Angriff
Um 7.55 Uhr erreichte die erste Welle unter Commander Mitsuo Fuchida ihr Ziel [1]. Jäger und Sturzkampfbomber griffen die Flugplätze Kaneohe, Hickam, Ewa, Bellows und Wheeler an. Die Torpedoflugzeuge flogen gegen die Reihe der Schlachtschiffe, die nach etwa 15 Minuten außer Gefecht gesetzt war [1].
Die erste Welle endete gegen 8.45 Uhr, um 8.50 Uhr traf die zweite ein, diesmal ohne Torpedoflugzeuge [1]. Versenkt wurden die Schlachtschiffe California, Oklahoma, West Virginia, Nevada und Arizona sowie das Zielschiff Utah. Die Schlachtschiffe Maryland, Tennessee und Pennsylvania wurden beschädigt [1]. Ab etwa 10 Uhr landeten die japanischen Flugzeuge wieder auf ihren Trägern, gegen Mittag waren alle zurück [1].
Auf dem Flugplatz Wheeler wurden fast 100 Jagdflugzeuge am Boden zerstört oder in Brand gesetzt [10]. Die Oklahoma kenterte nach Torpedotreffern, Hunderte Seeleute waren im Rumpf eingeschlossen. Ein Trupp freiwilliger Werftarbeiter um Julio DeCastro schnitt sich in rund 25 Stunden Arbeit zu ihnen durch und rettete 32 Männer [10]. Die Nevada versuchte, die Hafenausfahrt zu erreichen, und wurde um 9.10 Uhr am Hospital Point auf Grund gesetzt, damit sie die Einfahrt nicht blockierte [10, 11]. 16 Soldaten erhielten für ihren Einsatz an diesem Tag die Medal of Honor, die höchste militärische Auszeichnung der USA [10].
Die USS Arizona
Die meisten Toten forderte ein einziges Schiff. Um 8.06 Uhr traf eine Bombe eines Flugzeugs vom Träger Hiryu die USS Arizona und brachte ihre vorderen Munitionskammern zur Explosion. Von 1.512 Männern an Bord überlebten 335 [10]. Damit starben auf der Arizona 1.177 Besatzungsmitglieder, fast die Hälfte aller Opfer des Angriffs [2, 3]. Mehr als 900 von ihnen liegen bis heute im Wrack [2]. Über dem gesunkenen Schiff entstand eine Gedenkstätte, die 1961 fertig war und 1962 eingeweiht wurde. In ihrem Schreinraum stehen die Namen der Toten auf einer Marmorwand [2]. Heute ehrt das Memorial alle Soldaten, die bei dem Angriff ums Leben kamen [2].

Die Verluste
Nach dem National Park Service starben mehr als 2.400 Amerikaner, 1.104 wurden verwundet. 21 Schiffe der Pazifikflotte wurden versenkt oder beschädigt, und 75 Prozent der Flugzeuge auf den umliegenden Flugplätzen wurden beschädigt oder zerstört [1]. Das National WWII Museum nennt 188 zerstörte amerikanische Flugzeuge [4]. Unter den Toten waren auch Zivilisten, von denen einige durch herabfallende Munition der eigenen Flugabwehr getötet wurden [3].
Japan verlor 29 Flugzeuge und 55 Flieger. Dazu kamen fünf Kleinst-U-Boote mit zehn Mann Besatzung. Eines dieser Boote und ein Gefangener fielen am folgenden Tag bei Bellows in amerikanische Hand [1].
| Angabe | USA | Japan |
|---|---|---|
| Tote | mehr als 2.400 | 55 Flieger, 10 U-Boot-Fahrer |
| Verwundete | 1.104 | keine Angabe |
| Schiffe | 21 versenkt oder beschädigt | 5 Kleinst-U-Boote verloren |
| Flugzeuge | 188 zerstört | 29 verloren |
Was die Angreifer verfehlten
Die drei Flugzeugträger der Pazifikflotte lagen am 7. Dezember nicht in Pearl Harbor und blieben unversehrt [1, 4]. Auch viele andere Ziele blieben verschont, darunter die Marinewerft und die Öltanks [1]. Fuchida wollte deshalb eine dritte Welle fliegen lassen. Nagumo fürchtete jedoch knappen Treibstoff und die amerikanischen Träger, die nach seiner Flotte suchten, und befahl um 13 Uhr den Rückzug [1]. Der National Park Service bezeichnet diese Entscheidung als schweren Fehler [1]. Ein halbes Jahr später verlor Japan bei Midway vier Flugzeugträger [9].
Die verspätete Note aus Tokio
Japan wollte den Abbruch der Verhandlungen in Washington eigentlich kurz vor dem Angriff mitteilen. Die Botschafter Kichisaburo Nomura und Saburo Kurusu sollten Außenminister Cordell Hull eine Antwort in 14 Teilen um 13 Uhr Washingtoner Zeit übergeben, das war 7.30 Uhr auf Hawaii. Weil das Entschlüsseln in der Botschaft länger dauerte, trafen sie erst um 14.05 Uhr in Hulls Büro ein und wurden um 14.20 Uhr empfangen [10]. Auf Hawaii war es da 8.50 Uhr, der Angriff lief seit fast einer Stunde. Die eigentliche Kriegserklärung an die USA und Großbritannien folgte erst Stunden nach dem Angriff [9].
Schon früh kamen Behauptungen auf, Roosevelt habe von dem Angriff gewusst und ihn geschehen lassen, um die USA in den Krieg zu führen. Nach dem Historiker Peter Lieb sind diese Theorien nicht haltbar [9].
Roosevelts Rede und der Kriegseintritt
Am 8. Dezember 1941 um 12.30 Uhr sprach Roosevelt vor beiden Kammern des Kongresses, die Rede wurde im ganzen Land im Radio übertragen. Er nannte den 7. Dezember "a date which will live in infamy", einen Tag, der als Tag der Schande in Erinnerung bleiben werde [5]. Der Senat stimmte der Kriegserklärung an Japan einstimmig zu. Im Repräsentantenhaus stimmte allein die Pazifistin Jeannette Rankin aus Montana dagegen. Um 16 Uhr unterzeichnete Roosevelt die Kriegserklärung [5]. Mehr über den Präsidenten steht im Artikel über Franklin D. Roosevelt.
Am 11. Dezember 1941 erklärten Deutschland und Italien den USA den Krieg [4, 8]. Japan griff einen Tag nach Pearl Harbor auch das britische Kolonialreich in Südostasien an [9]. Die Belagerung Singapurs dauerte nur eine Woche, am 15. Februar 1942 ergab sich die britische Garnison mit 80.000 Mann [9]. Mitte 1942 beherrschte Japan ein Gebiet, das etwa doppelt so groß war wie alle von Deutschland besetzten Länder zusammen. Lieb betont zugleich, dass die Achse Berlin, Rom und Tokio keine gemeinsame Strategie hatte. Er spricht von zwei parallelen Kriegen, die nur über die USA und das britische Commonwealth miteinander verbunden waren [9]. Wie die USA nach 1941 zur Weltmacht wurden, beschreibt der Artikel über die Geschichte der USA.
Die Internierung japanischstämmiger Amerikaner
Der Angriff hatte auch Folgen für die japanischstämmige Bevölkerung der USA. Am 19. Februar 1942 unterzeichnete Roosevelt die Executive Order 9066. In den folgenden sechs Monaten wurden rund 122.000 Männer, Frauen und Kinder zwangsweise umgesiedelt, fast 70.000 von ihnen waren US-Staatsbürger [6]. Sie kamen in zehn Lager, die offiziell "relocation centers" hießen und in sechs westlichen Bundesstaaten sowie in Arkansas lagen [6].

1988 erkannte der Kongress das Unrecht an. Mit dem Gesetz Public Law 100-383 entschuldigten sich die USA und zahlten jedem Überlebenden der Lager 20.000 Dollar [6].
- Behörde The Pearl Harbor Attack. National Park Service. Stand 15.08.2019. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde USS Arizona Memorial. National Park Service. Stand 14.04.2021. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Military Casualties, Pearl Harbor National Memorial. National Park Service. Stand 04.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Pearl Harbor Attack, December 7, 1941. The National WWII Museum, New Orleans. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Joint Address to Congress Leading to a Declaration of War Against Japan (1941). National Archives. Stand 08.02.2022. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Executive Order 9066: Resulting in Japanese-American Incarceration (1942). National Archives. Stand 09.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Julian Plenefisch: Der Krieg im Pazifik (LeMO). Deutsches Historisches Museum. Stand 19.05.2015. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Julian Plenefisch: Japan als Verbündeter des Deutschen Reiches (LeMO). Deutsches Historisches Museum. Stand 19.05.2015. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Peter Lieb: Die globale Dimension: Der Krieg im asiatisch-pazifischen Raum 1937-1945. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 02.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Timeline, Pearl Harbor National Memorial. National Park Service. Stand 07.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Battleship Row, Pearl Harbor National Memorial. National Park Service. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
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