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Die Monarchie: von den ersten Königen bis zu den Königshäusern von heute

Eine Monarchie ist eine Staatsform, in der meist eine einzelne Person auf Lebenszeit herrscht. Man unterscheidet Erb- und Wahlmonarchien sowie absolute und eingeschränkte, also konstitutionelle oder parlamentarische Monarchien. In heutigen parlamentarischen Monarchien beschließen gewählte Parlamente die Gesetze, der Monarch vertritt vor allem den Staat.

Ein leerer Barocksaal mit vergoldetem Sessel auf einem Podest unter rotem Samtbaldachin und Kristallleuchtern
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Eine Monarchie ist eine Staatsform, in der meist eine einzelne Person auf Lebenszeit herrscht [1]. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Alleinherrschaft" [2]. In einer Republik liegt die Herrschaft dagegen nicht bei einem Monarchen oder einer Monarchin [2]. Viele frühe Herrscher begründeten ihre Macht mit dem Willen der Götter oder des Himmels [3, 4, 5]. Heute stehen Monarchen in vielen Staaten an der Spitze einer Demokratie, deren Gesetze ein gewähltes Parlament beschließt [2]. Welche anderen Staatsformen es gab, zeigt der Überblick Staatsformen in der Geschichte.

Formen der Monarchie

Das Politiklexikon der Bundeszentrale für politische Bildung ordnet Monarchien nach zwei Fragen. Die erste lautet, wie die Herrschaft weitergegeben wird, die zweite, wie viel Macht der Monarch hat [1]. Daraus ergeben sich diese Formen [1, 2]:

FormMerkmal
ErbmonarchieDas Recht zu herrschen wird innerhalb einer Familie vererbt.
WahlmonarchieDer Monarch wird gewählt.
Absolute MonarchieDer Herrscher regiert uneingeschränkt, niemand darf ihm in seine Entscheidungen hineinreden.
Konstitutionelle oder parlamentarische MonarchieEine Verfassung legt Stellung und Aufgaben des Monarchen fest, gewählte Parlamente und Regierungen machen die Gesetze.

In einer parlamentarischen Monarchie unterzeichnen Monarchen die Gesetze, ernennen Regierungschefs und Minister und repräsentieren ihren Staat vor allem bei offiziellen Anlässen [2]. Uneingeschränkt regierten in früheren Jahrhunderten etwa Pharaonen, Kaiser, Könige, Fürsten und Priester [2].

Königtum als Gabe der Götter

In Sumer galt die Königsherrschaft als göttliche Einrichtung [3]. Die Sumerische Königsliste beginnt mit dem Satz, das Königtum sei vom Himmel herabgestiegen und habe zuerst in der Stadt Eridu gelegen [3]. Der älteste vollständige Text stammt aus der Zeit der Dritten Dynastie von Ur, etwa 2112 bis 2004 v. Chr. [3]. Fachleute lesen die Liste heute als Mischung aus Geschichte, Mythos und politischer Propaganda [3]. Ihren frühen Königen schreibt sie unglaubwürdig lange Regierungszeiten zu [3]. Vor der großen Flut lag das Königtum nach der Liste nacheinander in fünf Städten: Eridu, Bad-tibira, Larak, Sippar und Schuruppak [3]. Die vollständigste erhaltene Fassung, das Weld-Blundell-Prisma, entstand um 1800 v. Chr. und wurde 1922 in Larsa gefunden [3].

Ein altägyptischer Tempelhof mit mächtigen Sandsteinsäulen, durch die ein einzelner Sonnenstrahl auf den Boden fällt
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Der Pharao in Ägypten

In Ägypten war der König zugleich politischer und religiöser Führer und trug Titel wie "Herr der beiden Länder" und "Hoher Priester jedes Tempels" [4]. Er galt als göttliches Wesen auf Erden, das die Götter mit den Menschen verband. Bei der Thronbesteigung wurde er mit dem Gott Horus gleichgesetzt, nach dem Tod mit Osiris [4]. Seine wichtigste Pflicht war es, Maat zu bewahren, die von den Göttern gesetzte Ordnung und Harmonie [4]. Mit dieser Pflicht ließen sich auch Kriege begründen, etwa der Feldzug von Ramses II. gegen die Hethiter [4]. Die Reihe der Pharaonen beginnt um 3150 v. Chr. mit der Einigung Ägyptens unter Menes, den man heute mit Narmer gleichsetzt. Sie endet mit dem Tod Kleopatras VII. im Jahr 30 v. Chr., als Ägypten römische Provinz wurde [4]. Das Wort Pharao geht auf das ägyptische per-aa zurück, "großes Haus", und bezeichnete zuerst den Königspalast. Als Ehrenname für den Herrscher kam es erst im Neuen Reich auf, etwa 1570 bis 1069 v. Chr. [4]. Mehr über diese Kultur steht im Artikel über das Alte Ägypten.

Das Mandat des Himmels in China

In China begründeten die Herrscher ihre Macht mit dem Mandat des Himmels. Als erster chinesischer Herrscher, der sich darauf berief, gilt König Wen von Zhou um 1050 v. Chr. [5]. Nach dieser Vorstellung wählte der Himmel, eine göttliche Kraft, einen Herrscher aus, der in seinem Namen regieren sollte. Der Herrscher hatte große Macht und zugleich die moralische Pflicht, sie zum Wohl der Menschen zu nutzen [5]. Wen trug den Titel "Sohn des Himmels", ebenso seine Nachfolger. Er galt als Oberhaupt der Königsfamilie, des Adels, des Staates, der Rechtsprechung und der religiösen Ordnung [5].

Wer seine Pflicht verletzte, konnte das Mandat verlieren. Nach der Darstellung des Herzogs von Zhou hatten die Dynastien Xia und Shang es durch Missherrschaft verloren [5]. Der Philosoph Mencius vertrat die Ansicht, das Volk dürfe sich gegen einen Herrscher erheben, der seine Pflichten verletzt [5]. Als Begründung für die Herrschaft der Kaiser, auch fremder Eroberer, diente das Mandat bis ins 19. Jahrhundert [5].

Königsherrschaft in Westafrika

Im westafrikanischen Reich Mali hieß der König Mansa. Ihn unterstützte eine Versammlung aus Ältesten und örtlichen Oberhäuptern [6]. Gegründet hat das Reich Sundiata Keita, der von etwa 1230 bis 1255 regierte [6]. Der Name Mali bedeutet nach dieser Darstellung "der Ort, an dem der König lebt" [6]. Der Mansa war die höchste Instanz der Rechtsprechung, zog aber Rechtsberater hinzu [6]. Besucher mussten barfuß vor ihn treten und sich verbeugen [6]. Wichtige Handelsgüter behielt er sich vor: Goldklumpen durfte nur er besitzen, Händler mussten Goldstaub verwenden [6]. Der bekannteste Herrscher, Mansa Musa, regierte von 1312 bis 1337. Bei seinem Besuch in Kairo 1324 gab er so viel Gold aus, dass der Goldpreis dort nach Berichten um 20 Prozent fiel [6]. Ibn Battuta und Ibn Khaldun berichteten, Sundiata sei zum Islam übergetreten. Die mündliche Überlieferung der Malinke erzählt dagegen, dass er die einheimische Religion nicht aufgab [6]. Den Kontinent in dieser Zeit beschreibt der Artikel Afrika im Mittelalter.

Absolutismus in Europa

Ludwig XIV. von Frankreich bestieg den Thron mit vier Jahren und regierte 72 Jahre, bis er am 1. September 1715 starb [7]. Als König von Gottes Gnaden galt er als Stellvertreter Gottes auf Erden [7]. Er regierte einen zentralisierten, absolutistischen Staat und verlegte 1682 den Hof in das Schloss Versailles [7]. Wie diese Herrschaftsform funktionierte, erklären die Artikel über den Absolutismus und über Ludwig XIV.

Ein weitläufiger Schlossgarten im Morgenlicht mit geschnittenen Hecken, Kieswegen, Brunnenbecken und langer Schlossfassade
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England und die begrenzte Monarchie

England ging einen anderen Weg. Nachdem König Jakob II. 1688 geflohen war, erklärte das Parlament, er habe die Regierung aufgegeben, und der Thron sei frei [9]. Es bot die Krone seiner Tochter Maria und ihrem Ehemann Wilhelm von Oranien gemeinsam an. Die Bill of Rights von 1689 legte fest, dass das Parlament die Thronfolge regeln kann und ein Herrscher seinen Titel durch schlechte Regierung verlieren kann [9]. Katholiken schloss sie von der Thronfolge aus [9]. Der Act of Settlement von 1701 beschränkte die Thronfolge auf protestantische Nachkommen der Kurfürstin Sophie von Hannover [9].

Revolutionen und das Ende vieler Throne

In Frankreich endete die Monarchie in der Revolution. Ludwig XVI. hatte 1774 mit 20 Jahren den Thron geerbt [8]. Im Juni 1791 versuchte er zu fliehen, wurde in Varennes festgenommen und nach Paris zurückgebracht [8]. 1792 schafften die Revolutionäre die Monarchie ab und riefen das "Jahr I" der Republik aus. Am 21. Januar 1793 starb Ludwig XVI. unter der Guillotine [8].

In Deutschland brach die Monarchie am Ende des Ersten Weltkriegs zusammen. Die US-Regierung hatte für erträgliche Waffenstillstandsbedingungen den Thronverzicht Wilhelms II. verlangt, der zunächst nur als Kaiser abdanken und König von Preußen bleiben wollte [11]. Am 9. November 1918 erklärte Reichskanzler Max von Baden ohne Rücksprache den Thronverzicht Kaiser Wilhelms II. [11]. Das monarchische System brach danach in allen deutschen Staaten zusammen [11]. Am 11. November ging Wilhelm II. ins Exil in die Niederlande, am 28. November unterzeichnete er eine Abdankungsurkunde für die Kaiserwürde und die preußische Krone [11]. Wie es danach weiterging, beschreiben die Artikel über die Weimarer Republik und über die Republik als Staatsform.

Monarchien in der Gegenwart

Im Vereinigten Königreich ist der Monarch Staatsoberhaupt, Gesetze beschließt aber das gewählte Parlament [10]. Eine politische oder ausführende Rolle hat er nicht mehr [10]. Auch die Thronfolge regelt dort das Parlament. Ein Gesetz von 2013 schaffte den Vorrang männlicher Erben für alle ab, die nach dem 28. Oktober 2011 geboren wurden. Ein jüngerer Sohn verdrängt seitdem keine ältere Tochter mehr aus der Thronfolge [9]. Das Gesetz trat im März 2015 in allen sechzehn Staaten in Kraft, deren Staatsoberhaupt der britische Monarch damals war [9].

Eine leere vergoldete Kutsche steht im grauen Innenhof eines Palastes auf nassem Kopfsteinpflaster
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Japan

Auch Japan ist eine Monarchie. Kaiser Akihito, nach japanischer Zählung der 125. Kaiser, dankte am 30. April 2019 ab [12]. Die Verfassung Japans beschreibt den Kaiser als "Symbol des Staates und der Einheit des Volkes" [12]. Seine Stellung leitet sich nach der Verfassung aus dem Willen des Volkes ab, bei dem die Souveränität liegt [12].

Europa

In Europa sind Monarchen wie das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima Staatsoberhäupter parlamentarischer Demokratien [2]. Was eine Demokratie ausmacht, erklärt die Seite Was ist Demokratie?

  1. Studie Klaus Schubert, Martina Klein: Monarchie (Das Politiklexikon, 7. Auflage, Dietz 2020). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
  2. Gerd Schneider, Christiane Toyka-Seid: Monarchie (Das junge Politik-Lexikon). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Joshua J. Mark: Sumerian King List. World History Encyclopedia. Stand 13.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Joshua J. Mark: Pharaoh. World History Encyclopedia. Stand 02.09.2009. abgerufen am 29.10.2026
  5. Mark Cartwright: Mandate of Heaven. World History Encyclopedia. Stand 25.07.2017. abgerufen am 29.10.2026
  6. Mark Cartwright: Mali Empire. World History Encyclopedia. Stand 01.03.2019. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Louis XIV. Château de Versailles. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Louis XVI. Château de Versailles. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Succession. The Royal Family (royal.uk). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation The role of the Monarchy. The Royal Family (royal.uk). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Gerhard Altmann: Abdankung Wilhelms II. (LeMO). Deutsches Historisches Museum. Stand 14.09.2014. abgerufen am 29.10.2026
  12. Behörde Their Majesties the Emperor Emeritus and Empress Emerita. Imperial Household Agency (Kunaichō). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.