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Saladin: der Sultan von Ägypten und Syrien und die Kreuzfahrer
Saladin, arabisch Salah ad-Din Yusuf ibn Ayyub, stammte aus einer kurdischen Familie und wurde 1137 oder 1138 in Tikrit geboren. Als Sultan von Ägypten und Syrien besiegte er 1187 bei Hattin das Heer des Königreichs Jerusalem und nahm am 02.10.1187 die Stadt Jerusalem ein. Er starb im März 1193 in Damaskus und begründete die Dynastie der Ayyubiden.

Salah ad-Din Yusuf ibn Ayyub, im Westen Saladin genannt, kam nach der World History Encyclopedia 1137 in der Burg von Tikrit nördlich von Bagdad zur Welt [1]. Die Encyclopedia of Islam and the Muslim World nennt 1137 oder 1138 [5]. Als Sultan vereinte er Ägypten und große Teile Syriens, schlug 1187 die Kreuzfahrer bei Hattin und nahm im selben Jahr Jerusalem ein [1, 2]. Er begründete die Dynastie der Ayyubiden, die Ägypten bis 1250 und Syrien bis 1260 regierte [1].
Herkunft und Name
Sein vollständiger Name lautete al-Malik al-Nasir Salah al-Dunya wa'l-Din Abu'l Muzaffar Yusuf ibn Ayyub ibn Shadi al-Kurdi [1]. Der Zusatz al-Kurdi verweist auf die kurdische Herkunft der Familie [1, 5]. Sein Vater Ayyub war nach der World History Encyclopedia ein vertriebener kurdischer Söldner [1]. Nach der deutschsprachigen Wikipedia stammte der Vater aus Dwin im heutigen Armenien [4]. Der junge Saladin galt als guter Reiter und Polospieler [1].
Für den Ehrennamen Salah ad-Din gibt es mehrere deutsche Wiedergaben. Klassisch ist "Heil der Religion", daneben findet sich auch "Redlichkeit der Religion" [4].
Im Dienst Nur ad-Dins
Saladin trat in den Dienst von Nur ad-Din, dem Herrscher von Aleppo und Edessa, der von 1146 bis 1174 regierte [1]. Sein Onkel Schirkuh eroberte für Nur ad-Din 1169 Ägypten [1]. Im März 1169 übernahm Saladin dort als Wesir des letzten Fatimidenkalifen al-Adid die Führung [4].
Sultan von Ägypten und Syrien
Ägypten wurde damals von den schiitischen Fatimiden regiert [1, 4]. Nach dem Tod al-Adids 1171 herrschte Saladin allein als Sultan und führte das Land zur sunnitischen Richtung zurück [1, 4]. Als Nur ad-Din im Mai 1174 starb, beanspruchte Saladin Ägypten für sich [1]. Noch 1174 nahm er Damaskus ein [1]. 1175 schlug er bei Hama ein Heer aus Aleppo [1]. Danach erkannte ihn der abbasidische Kalif in Bagdad als Statthalter von Ägypten, Syrien und Jemen an [1]. Die Assassinen, eine schiitische Gemeinschaft, versuchten 1175 und 1176, ihn zu töten [1]. Saladin griff daraufhin ihre Burg Masyaf an [1]. Er heiratete Ismat, die Witwe Nur ad-Dins, nahm im Mai 1183 Aleppo und kontrollierte um 1185 auch Mossul [1]. 1185 schloss er einen Vertrag mit dem Byzantinischen Reich gegen die Seldschuken und baute eine ägyptische Flotte auf [1]. Wie sich die islamische Welt bis dahin ausgebreitet hatte, beschreibt die Seite zur islamischen Expansion.

Das Gegenüber: die Kreuzfahrerstaaten
Vor 1187 stand Jerusalem unter der Herrschaft lateinischer Christen. Die Stadt war nach dem lateinischen Bericht "De Expugnatione Terrae Sanctae per Saladinum" rund 89 Jahre in ihrer Hand, als Saladin sie 1187 belagerte [3]. Die deutschsprachige Wikipedia spricht von 88 Jahren christlicher Herrschaft [4]. Die Vorgeschichte schildert die Seite zu den Kreuzzügen.
Hattin und die Einnahme Jerusalems
Nicht jeder Feldzug gelang: 1177 unterlag Saladin einem fränkischen Heer bei Montgisard, 1179 siegte er bei Marj Ayyun [1]. Im April 1187 griff er die Burg Kerak an und sammelte ein Heer aus Ägypten, Syrien, Aleppo und der Dschazira im Norden des Irak [1].

Die Schlacht bei Hattin begann nach der World History Encyclopedia am 03.07.1187 und dauerte bis zum 4. Juli [1]. Die Encyclopedia of Islam and the Muslim World nennt den 04.07.1187 [5]. Saladin führte etwa 20.000 Mann gegen rund 15.000 fränkische Fußsoldaten und 1.300 Ritter [1]. Berittene Bogenschützen setzten den Franken zu, und Saladins Truppen zündeten trockenes Gestrüpp an, um ihren Durst zu vergrößern [1]. Nur die Reiter Raimunds von Tripolis brachen durch, der Rest des Heeres wurde aufgerieben [1]. König Guido von Lusignan geriet in Gefangenschaft, Saladin ließ ihm einen kühlen Trunk reichen [1]. Saladin ließ Rainald von Châtillon hinrichten, ebenso die gefangenen Templer und Johanniter [1]. Die übrigen Gefangenen wurden in die Sklaverei verkauft [1]. Auch die Reliquie des Wahren Kreuzes fiel in Saladins Hand [1].
Im Juli und August besetzte Saladin die meisten Städte und Burgen des Königreichs, darunter Akkon, Tiberias, Caesarea, Nazareth und Jaffa [1, 3]. Ein erster Angriff auf Tyros scheiterte, die Stadt wurde umgangen und blieb die einzige bedeutende Stadt in fränkischer Hand [1, 3]. Am 20. September begann die Belagerung Jerusalems [3]. Nach dem lateinischen Bericht fanden die Verteidiger für eine Belohnung von 5.000 Besant nicht einmal 50 Freiwillige, die die Bresche in der Mauer bewachen wollten [3]. Am Freitag, dem 02.10.1187, ergab sich die Stadt [2, 4]. Nach muslimischer Zeitrechnung war das der 27. Radschab 583, der Jahrestag der Himmelfahrt Mohammeds, al-Miradsch [2]. In arabischen Berichten heißt die Stadt al-Quds [2]. Hadia Dajani-Shakeel schreibt, dass diese Berichte die Rückgewinnung als Befreiung der Stadt darstellen und mit der Eroberung unter Umar vergleichen [2]. Der lateinische Verfasser nennt Saladin dagegen König von Ägypten und Tyrann, die arabischen Berichte sprechen von Salah ad-Din [2, 3].
Lösegeld und Freilassung
Die Kapitulation erlaubte freien Abzug gegen Lösegeld, zu zahlen binnen 40 Tagen [2, 3]. Nach den arabischen Berichten, die Hadia Dajani-Shakeel ausgewertet hat, zahlten Männer zehn Dinar, Frauen fünf und Kinder zwei [2]. Wer nicht zahlen konnte, sollte versklavt werden [2]. Der lateinische Bericht nennt zehn Besant für Männer ab zehn Jahren, fünf für Frauen und einen für Jungen bis sieben Jahre [3].
Balian von Ibelin bot nach Dajani-Shakeel 30.000 Dinar für die Armen, Saladin nahm an [2]. Weitere Gefangene kamen ohne Zahlung frei: 700 auf Bitten des Patriarchen, 500 auf Bitten Balians und 1.000 auf Bitten von Saladins Bruder al-Malik al-Adil [2]. Nach Imad ad-Din blieben am Ende rund 15.000 Menschen zurück, 7.000 Männer und 8.000 Frauen und Kinder, die versklavt wurden [2]. Ibn Schaddad berichtet, dass in der Stadt fast 3.000 muslimische Gefangene befreit wurden [2]. Für Armenier zahlten zwei muslimische Fürsten das Lösegeld, für 500 und für 1.000 Menschen [2]. Alte Menschen, die nicht zahlen konnten, verließen die Stadt durch die Pforte des heiligen Lazarus [2]. Den Schatz, den die abziehenden Lateiner mitnahmen, schätzte Imad ad-Din auf 200.000 Dinar [2].
Die Christen des Ostens
Einheimische Christen durften nach Dajani-Shakeel in ihren Vierteln bleiben, wenn sie die Dschizya zahlten, die Kopfsteuer für Nichtmuslime [2]. Viele Arme waren davon befreit [2]. Die Bauten, die die Kreuzfahrer am Felsendom ergänzt hatten, darunter eine Kirche mit Altar auf dem Felsen, wurden entfernt [2]. Nach der World History Encyclopedia wurden alle Kirchen außer der Grabeskirche zu Moscheen [1]. Wie der Koran Juden und Christen einordnet, erklärt die Seite Juden und Christen im Koran.
Der Dritte Kreuzzug
Auf den Fall Jerusalems antwortete Europa mit dem Dritten Kreuzzug von 1189 bis 1192 [1]. Ihn führten Kaiser Friedrich I. Barbarossa, König Philipp II. von Frankreich und König Richard I. von England [1]. Barbarossas Heer erreichte das Heilige Land nicht [1]. Seinen Weg beschreibt die Seite über Friedrich Barbarossa. Die Belagerung von Akkon dauerte von August 1189 bis Juli 1191 [1]. Am 12.07.1191 nahmen die Kreuzfahrer die Stadt ein, Saladin verlor dabei 70 Schiffe und damit den größten Teil seiner Flotte [1]. Am 20.08.1191 ließ Richard vor Akkon mehr als 2.000 muslimische Gefangene töten [1]. Saladin ließ daraufhin christliche Gefangene hinrichten [1].

Am 07.09.1191 siegte Richard bei Arsuf, die Verluste der Muslime waren nach der World History Encyclopedia aber gering [1]. Im Januar 1192 kam Richard bis in Sichtweite Jerusalems, griff aber nicht an [1]. Im Juli 1192 nahm Saladin Jaffa ein, im August eroberte Richard die Stadt zurück [1]. Persönlich begegneten sich die beiden Herrscher nie [1]. Im Herbst 1192 schlossen beide Seiten einen Waffenstillstand [1]. Er hielt nach der deutschsprachigen Wikipedia etwa drei Jahre und acht Monate und sicherte christlichen Pilgern den Zugang nach Jerusalem [1, 4]. Jerusalem blieb unter muslimischer Herrschaft [4].
Tod in Damaskus
Saladin starb nach der World History Encyclopedia am 04.03.1193 in seinen Gärten in Damaskus, mit 55 oder 56 Jahren [1]. Die deutschsprachige Wikipedia gibt den 3. oder 4. März an, weil die Quellen beim Tag abweichen [4]. Sein Mausoleum steht neben der Umayyaden-Moschee in Damaskus und wurde im Dezember 1195 fertig [4].

Sein persönlicher Sekretär und Biograf war Baha ad-Din ibn Schaddad, insgesamt beschäftigte er zwei offizielle Biografen [1]. Er förderte religiöse Stiftungen und Schulen und schätzte Dichtung, die Jagd und Gärten [1]. Nach der World History Encyclopedia gab er Geld aus, sobald er es hatte [1]. Bei seinem Tod lagen in der Schatzkammer nur ein Goldbarren aus Tyros und 47 Silberdirham [1]. Christliche wie muslimische Autoren lobten seine Freigebigkeit, und im 13. Jahrhundert galt er in der europäischen Literatur als Vorbild ritterlichen Verhaltens [1]. Seine Nachfolger, die Ayyubiden, wurden 1250 in Ägypten und 1260 in Syrien von den Mamluken gestürzt [1].
Saladin im Bild der Nachwelt
Gotthold Ephraim Lessing machte Saladin 1779 in "Nathan der Weise" zu einer Hauptfigur und verbreitete unter gebildeten Europäern das Bild eines toleranten Herrschers [4]. 1898 besuchte Kaiser Wilhelm II. auf seiner Palästinareise das Grab und lobte Saladin als einen der ritterlichsten Herrscher [4]. Im 20. Jahrhundert beriefen sich Politiker in der arabischen Welt auf ihn [4]. Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser sah sich als neuen Saladin, Saddam Hussein, wie Saladin in Tikrit geboren, nutzte sein Bild für die Propaganda [4]. Die Geschichte der Region bis heute erzählt die Seite zum Nahen Osten.
- Saladin. Mark Cartwright, World History Encyclopedia. Stand 30.08.2018. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Some Medieval Accounts of Salah al-Din's Recovery of Jerusalem (Al-Quds), in: Studia Palaestina, Beirut 1988 (Internet Medieval Sourcebook). Hadia Dajani-Shakeel, Institute for Palestine Studies; online: Paul Halsall, Fordham University. Stand 1988. abgerufen am 29.10.2026
- De Expugatione Terrae Sanctae per Saladinum, übersetzt von James Brundage (Internet Medieval Sourcebook). Paul Halsall, Fordham University. Stand 1962. abgerufen am 29.10.2026
- Saladin. Wikipedia (deutschsprachig). Stand laufend. abgerufen am 29.10.2026
- Saladin (1137 or 1138 bis 1193). Warren C. Schultz, Encyclopedia of Islam and the Muslim World (Gale), encyclopedia.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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