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Konstantin der Große: der römische Kaiser zwischen Trier und Konstantinopel

Konstantin der Große war von 306 bis 337 römischer Kaiser. Nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke 312 vereinbarte er 313 mit Licinius Religionsfreiheit im Reich, berief 325 das Konzil von Nicäa ein und weihte 330 an der Stelle von Byzanz die neue Hauptstadt Konstantinopel. Getauft wurde er erst kurz vor seinem Tod.

Die leere Halle eines spätrömischen Thronsaals aus rotem Ziegel mit hohen Bogenfenstern und halbrunder Apsis im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Konstantin kam in Naissus zur Welt, dem heutigen Niš in Serbien [1, 2]. Nach dem Tod seines Vaters riefen ihn 306 die Soldaten zum Kaiser aus, 337 starb er als Alleinherrscher über das Römische Reich [1, 2]. In diese Zeit fallen die Mailänder Vereinbarung über die Religionsfreiheit, das Konzil von Nicäa und die Gründung von Konstantinopel [1, 2, 5].

Herkunft und Geburtsjahr

Wann Konstantin geboren wurde, ist nicht sicher überliefert. Die World History Encyclopedia nennt 272 oder 285, ein epd-Beitrag auf katholisch.de hält ein Jahr zwischen 272 und 275 für am wahrscheinlichsten [1, 2]. Als Tag gilt dort der 27. Februar als gesichert [2]. Die Bundeszentrale für politische Bildung gibt 272 an, das Kulturportal KuLaDig "um 275" [3, 4]. Die New Catholic Encyclopedia nennt "um 280" [7].

Sein Vater Constantius war ein römischer Offizier [2]. Er heiratete später eine Stieftochter des Kaisers und stieg zum Unterkaiser und dann zum Oberkaiser auf [2]. Über die Mutter Helena ist wenig bekannt [1, 2]. Nach dem epd-Beitrag war sie möglicherweise eine Magd [2]. Die World History Encyclopedia beschreibt sie als gläubige Christin, die ihr Sohn später auf eine Pilgerreise ins Heilige Land schickte [1].

Im Dienst unter Diokletian

Das Reich wurde damals von mehreren Kaisern gemeinsam regiert, einem System, das die Forschung Tetrarchie nennt [1]. Konstantin diente im Stab des Kaisers Diokletian und zog mit seinem Vater nach Britannien [1]. Im Juli 306 starb Constantius in York, und seine Soldaten riefen Konstantin zum Augustus aus [1, 2]. Den Anspruch musste er in den folgenden Jahren gegen mehrere Konkurrenten durchsetzen [2].

Der Weg zur Alleinherrschaft

Im Oktober 307 ließ sich Maxentius, ein Sohn des früheren Kaisers Maximian, in Rom zum Augustus ausrufen [1]. Bei einer Neuordnung 308 wurde Licinius Augustus, Konstantin blieb Caesar [1]. Maximian selbst beanspruchte 310 noch einmal den Thron [1]. Konstantin stellte ihn bei Marseille, danach erhängte sich Maximian [1].

Residenz in Trier

In Trier entstand am Anfang des 4. Jahrhunderts unter seiner Herrschaft die Palastaula, heute Konstantinbasilika genannt [4]. Sie diente als Thronsaal, der Kaiser saß in der Apsis am Kopfende [4]. Der Raum sollte die Macht des Reiches vor Augen führen [4]. Getragen wird die Decke ohne Stützen, sie ist als Kassettendecke aus Holz gebaut [4]. Die Halle ist nach dem Fließtext von KuLaDig 56,30 Meter lang, 27,20 Meter breit und 33 Meter hoch, die Bildunterschriften derselben Seite nennen 67 Meter Länge und 27,5 Meter Breite [4]. Nach dem Ende der römischen Herrschaft im 5. Jahrhundert wurde die Halle teilweise zerstört und diente als fränkischer Herrschaftssitz [4]. 902 kam sie an den Bischof, der sie als Wohnburg nutzte [4]. 1804 ging sie an die Stadt Trier, die sie dem preußischen König schenkte [4]. Er ließ sie zur Kirche umbauen [4]. Seit 1856 ist der Bau eine evangelische Kirche [4]. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde er nach dem Krieg wieder aufgebaut [4]. Seit 1986 gehört er zum UNESCO-Welterbe "Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier" [4].

Die Schlacht an der Milvischen Brücke 312

In Rom hatte Maxentius nach der Darstellung der World History Encyclopedia an Rückhalt verloren [1]. Hohe Steuern führten zu Unruhen, die mit einem Massaker an mehreren tausend Einwohnern endeten [1]. 312 zog Konstantin nach derselben Quelle mit rund 40.000 Soldaten über die Alpen nach Italien [1]. Am 28.10.312 besiegte er Maxentius an der Milvischen Brücke vor Rom [1, 2, 7]. Maxentius ertrank auf der Flucht im Tiber, seinen Leichnam fand man am nächsten Morgen [1].

Eine antike römische Steinbogenbrücke über einem ruhigen Fluss bei Sonnenaufgang mit Schilf und leichtem Nebel
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Um die Schlacht rankt sich eine Legende. Danach sah Konstantin vorher ein Kreuz am Himmel und dazu die Worte "In diesem Zeichen wirst du siegen" [2]. Ab 312 bezeichnete er sich nach der World History Encyclopedia als Christ, in seiner Jugend hatte er den Sonnengott verehrt [1]. Münzen für den Sonnengott Sol ließ er nach dem epd-Beitrag noch bis 325 prägen [2]. Noch 312 löste er die Prätorianergarde auf und verkleinerte die Stadtkohorten Roms [1].

Mailänder Vereinbarung und Religionspolitik

313 trafen Konstantin und Licinius die Mailänder Vereinbarung [2]. Sie gewährte allen Religionen im Reich Glaubensfreiheit und erlaubte damit auch den Christen die freie Ausübung ihres Glaubens [2, 3]. Unter Kaiser Diokletian waren sie noch verfolgt worden [5]. Der Kirchenhistoriker Bernhard Lohse nannte die Kirche danach "die offiziell geduldete und anerkannte" Religion [5]. Licinius heiratete Konstantins Halbschwester Constantia [1]. Im selben Jahr 313 besiegte er im Osten seinen Rivalen Maximinus Daia und ließ danach Angehörige früherer Kaiser hinrichten, darunter eine Tochter Diokletians [1]. Wie sich das Christentum danach im Reich ausbreitete, beschreibt die Seite zur Ausbreitung des Christentums.

Am 07.03.321 erklärte Konstantin den Sonntag, den "ehrwürdigen Tag der Sonne", zum Ruhetag [1]. Nach der World History Encyclopedia verbot er heidnische Opfer, beendete die Gladiatorenkämpfe und schaffte die Kreuzigung als Strafe ab [1].

Das Edikt von 321 und die Juden in Köln

Aus demselben Jahr 321 stammt ein Erlass, der im Codex Theodosianus überliefert ist [3]. Diese Gesetzessammlung entstand zwischen 429 und 437 im Auftrag von Kaiser Theodosius II. und galt ab dem 01.01.439 [3]. Der Erlass erlaubte allen Stadträten im Reich, Juden in den Rat zu berufen [3]. Die Ratsherren von Köln hatten den Kaiser darum gebeten [3]. Bis dahin waren Juden vom Ratsdienst ausgenommen, weil dazu auch Opfer für die römischen Götter gehörten [3]. Der Ratsdienst brachte Pflichten wie den Steuereinzug mit sich und setzte Wohlstand und Ansehen voraus [3]. Nach Überfällen auf die Landgüter steckte Köln in wirtschaftlichen Schwierigkeiten [3]. Die bpb sieht im Edikt einen Beleg für eine größere jüdische Gemeinde in Köln mit wohlhabenden Grundbesitzern und Unternehmern [3].

Der Krieg gegen Licinius

Das Bündnis mit Licinius hielt nicht [1]. Im Oktober 316 schlug Konstantin ihn bei Cibalae, danach in einer zweiten Schlacht bei Hadrianopolis [1]. Im September 324 folgte nach der World History Encyclopedia der entscheidende Sieg bei Chrysopolis, die New Catholic Encyclopedia nennt den 18.11.324 [1, 7]. Zunächst verschonte Konstantin den Besiegten [1]. Von da an herrschte Konstantin allein [2]. Er ließ Licinius und dessen Sohn töten, obwohl er ihnen das Leben zugesichert hatte [2]. Die World History Encyclopedia datiert die Hinrichtung des Licinius auf 325 und gibt das Alter des Sohnes mit neun Jahren an [1].

Crispus und Fausta

326 ließ Konstantin nach der World History Encyclopedia seinen Sohn Crispus aus der ersten Ehe mit Minervina töten, die New Catholic Encyclopedia nennt das Jahr 327 [1, 7]. Kurz darauf starb auch seine zweite Frau Fausta [1, 2]. Die Gründe nennt der epd-Beitrag unbekannt [2]. Die World History Encyclopedia folgt einer Überlieferung, nach der Fausta Crispus fälschlich des Ehebruchs beschuldigt und sich danach selbst das Leben genommen habe [1]. Dieselbe Quelle schreibt, Konstantin habe die Tötungen bis an sein Lebensende bereut [1].

Das Konzil von Nicäa 325

Um den Streit über das Wesen Jesu zu beenden, berief Konstantin die Bischöfe seines Reiches nach Nicäa ein, eine kleine Stadt in der heutigen Türkei [5]. Umstritten war, ob Jesus ein von Gott geschaffenes, dem Vater untergeordnetes Wesen sei [5]. Diese Lehre geht auf den Priester Arius zurück [1, 5]. Das Konzil begann nach dem Evangelischen Pressedienst wahrscheinlich im Mai 325, Konstantin soll es am 20. Mai selbst eröffnet haben [5]. Die New Catholic Encyclopedia nennt den Juni 325 [7]. Die Teilnehmer reisten mit staatlichen Verkehrsmitteln an und wohnten vermutlich im Kaiserpalast [5].

Das Ufer eines ruhigen Sees in Anatolien bei Sonnenaufgang mit niedrigen antiken Steinmauern und Olivenbäumen
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Die Überlieferung spricht von 318 Vätern, wahrscheinlich waren etwa 200 Bischöfe anwesend [5]. Den Vorsitz führte nach dem epd-Beitrag Konstantin selbst [2]. Er drohte denen, die sich dem Ergebnis nicht anschlossen, mit Sanktionen [2]. Das Konzil verwarf die Lehre des Arius und beschloss das Nicänische Glaubensbekenntnis [1]. Den Kirchenfrieden stellte es nach der Darstellung der EKD trotzdem nicht her [5]. Es legte aber den Grund für das Glaubensbekenntnis von Nicäa und Konstantinopel aus dem Jahr 381 [5]. Es legte außerdem fest, wie der Ostertermin berechnet wird: Ostern fällt vereinfacht gesagt auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang [5]. Den Bericht der Evangelien, an den das Fest erinnert, erklärt die Seite Die Auferstehung Jesu in den Evangelien.

Konstantinopel, die neue Hauptstadt

An der Stelle des alten Byzanz ließ Konstantin eine neue Hauptstadt bauen [1]. Am 11.05.330 wurde Konstantinopel geweiht, die World History Encyclopedia nennt es das "neue Rom" [1, 7]. Er ließ dort christliche Kirchen und, nach dem epd-Beitrag, auch heidnische Tempel errichten [1, 2]. Was aus der Stadt und dem oströmischen Reich wurde, erzählt die Seite zum Byzantinischen Reich.

Eine Meerenge zwischen grünen Hügeln in der Abenddämmerung mit antiken Stadtmauern am Ufer und kleinen Segelbooten
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Feldzüge der letzten Jahre

328 kämpfte Konstantin mit seinem Sohn Constantius II. gegen die Alamannen, 332 zwang er die Goten durch Aushungern zur Aufgabe [1]. Zuletzt plante er einen Feldzug gegen das Perserreich unter Schapur II., das in Armenien eingefallen war [1].

Taufe, Tod und Nachfolge

Getauft wurde Konstantin erst kurz vor seinem Tod [2, 5]. Nach Eusebius von Caesarea, einem Zeitgenossen, rief er Bischöfe zu sich und ließ sich von ihnen taufen; einen Namen nennt Eusebius nicht [6]. Die New Catholic Encyclopedia nennt Bischof Eusebius von Nikomedia als Täufer [7]. Konstantin starb 337 während des Pfingstfestes, nach Eusebius kurz nach Mittag [6]. Die New Catholic Encyclopedia gibt als Todestag den 22.05.337 und als Sterbeort Nikomedia an [7]. Er hatte 31 Jahre regiert [1]. Beigesetzt wurde er in der Apostelkirche in Konstantinopel [1].

Das Reich teilten seine drei Söhne Konstantin II., Constantius II. und Constans unter sich auf [1]. Constantius II. setzte sich später gegen seine Brüder durch und regierte allein [1]. Wie es mit dem Reich danach weiterging, zeigen die Seiten zur Spätantike und zum Römischen Reich.

  1. Constantine I. Donald L. Wasson, World History Encyclopedia. Stand 19.04.2013. abgerufen am 29.10.2026
  2. Kaiser Konstantin: Der erste Christ auf dem römischen Kaiserthron. Nils Sandrisser (epd), katholisch.de. Stand 27.02.2022. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Das Edikt Kaiser Konstantins von 321. Thomas Otten, Magdalena Wrobel, Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 20.10.2021. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Konstantinbasilika, Römische Palastaula in Trier. Christoph Jürgens, KuLaDig, Landschaftsverband Rheinland. Stand 2014. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Das Jahrtausend-Konzil. Evangelischer Pressedienst, Evangelische Kirche in Deutschland. Stand 01.01.2025. abgerufen am 29.10.2026
  6. Life of Constantine, Buch IV, Kapitel 61 bis 64 (Eusebius von Caesarea, Übersetzung Ernest Cushing Richardson). Philip Schaff, Henry Wace (Hg.), Nicene and Post-Nicene Fathers, Second Series, Band 1. Stand 1890. abgerufen am 29.10.2026
  7. Constantine I, the Great, Roman Emperor (New Catholic Encyclopedia). F. X. Murphy, Encyclopedia.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.