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Abraham Lincoln: vom Grenzland ins Weiße Haus

Abraham Lincoln (12.02.1809 bis 15.04.1865) war der 16. Präsident der USA. Er führte die Union durch den Bürgerkrieg, erließ 1863 die Emanzipationsproklamation und setzte sich für den 13. Zusatzartikel ein, der die Sklaverei abschaffte. Am 14. April 1865 schoss John Wilkes Booth ihn im Ford's Theatre in Washington nieder, am Morgen danach starb er.

Eine kleine Blockhütte mit Steinkamin auf einer Lichtung im Laubwald bei goldenem Herbstlicht
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Abraham Lincoln wurde am 12. Februar 1809 im Hardin County in Kentucky geboren [1]. Der Ort liegt heute im LaRue County [1]. 1860 wählten ihn die Amerikaner zum 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten [2]. In seine Amtszeit fiel der Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten, an dessen Ende er ermordet wurde [2]. Den Verlauf des Krieges selbst beschreibt der Artikel über den Amerikanischen Bürgerkrieg.

Herkunft und Jugend

Über seine Kindheit wissen wir vor allem aus Lincolns eigener Feder. 1859 schrieb er für Jesse Fell eine kurze Lebensbeschreibung, die eine Zeitung in Pennsylvania 1860 verwendete [1]. Danach stammten Vater Thomas und Mutter Nancy Hanks aus Virginia und heirateten 1806 [1]. Der Großvater, ebenfalls Abraham genannt, war aus Virginia nach Kentucky gezogen und wurde dort um 1784 von Angehörigen indigener Völker getötet, in Lincolns Worten von "Indians" [1].

1816 zog die Familie nach Indiana ins Spencer County [1]. Lincoln nannte als Gründe die Sklaverei und Streit um Landtitel in Kentucky [1]. Im Herbst 1818 starb seine Mutter, 1819 heiratete der Vater die Witwe Sally Johnston, die drei Kinder mitbrachte [1]. Eine Schule besuchte Lincoln nach eigener Rechnung insgesamt weniger als ein Jahr. Lesen, Schreiben und Rechnen brachte er sich weitgehend selbst bei, später auch englische Grammatik und Geometrie [1]. 1830 ging die Familie nach Illinois, zuerst in die Gegend von Decatur [1].

New Salem, Anwalt und Abgeordneter

Im Juli 1831 ließ sich Lincoln in dem Dorf New Salem in Illinois nieder [1, 2]. Im Black-Hawk-Krieg 1832 wählten ihn die Freiwilligen seiner Kompanie zum Captain, an einem Gefecht nahm er nach eigener Aussage nicht teil [1]. Im selben Jahr verlor er die Wahl zum Parlament von Illinois. Nach seinen Worten war es die einzige Niederlage, die er je in einer Wahl durch das Volk erlitt [1].

Ein schlichtes Arbeitszimmer aus dem 19. Jahrhundert mit Holztisch, Feder, Tintenfass, Öllampe und leerem Stuhl
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1834 gewann er den Sitz, 1836, 1838 und 1840 wurde er wiedergewählt [1]. Neben dem Mandat studierte er Recht. 1836 erhielt er die Zulassung als Anwalt, 1837 zog er nach Springfield und führte dort mit John T. Stuart eine Kanzlei [1]. 1842 heiratete er Mary Todd [1]. Politisch gehörte er zu den Whigs [1].

Im Kongress und der Streit um die Sklaverei

1846 wählten die Bürger seines Wahlkreises Lincoln in das Repräsentantenhaus in Washington [1]. Er blieb nur eine Wahlperiode, von Dezember 1847 bis März 1849, und trat danach nicht wieder an [1]. Zurück in Springfield arbeitete er wieder als Anwalt. Sich selbst nannte er später einen "prairie lawyer", einen Anwalt aus der Prärie [9].

In die Politik kehrte er nach dem Kansas-Nebraska-Gesetz vom 30. Mai 1854 zurück [2]. Wie die Frage der Sklaverei die Vereinigten Staaten spaltete, zeigt auch der Artikel über die Sklaverei in der Geschichte.

"Ein in sich geteiltes Haus": 1858

Die Republikaner von Illinois stellten Lincoln 1858 als Kandidaten für den US-Senat auf [3]. Am 16. Juni 1858 hielt er zum Abschluss ihres Parteitags in Springfield die Rede, die als "House Divided"-Rede bekannt ist [3]. Ihr zentraler Satz lautet: "A house divided against itself cannot stand", ein in sich geteiltes Haus kann nicht bestehen [3]. Die Rede richtete sich gegen Senator Stephen A. Douglas, der selbst nicht anwesend war, und gegen Republikaner, die ihn unterstützen wollten [3]. Dass ein Parteitag einen Senatskandidaten benannte, war ungewöhnlich. Üblich war, dass die Abgeordneten des Staatsparlaments ihre Wahl erst im Januar trafen [3].

Im Wahlkampf trafen Lincoln und Douglas zu sieben förmlichen Debatten aufeinander, in sieben der neun Kongresswahlkreise von Illinois [10]. Die erste fand am 21. August 1858 in Ottawa statt, die letzte am 15. Oktober 1858 in Alton [10]. Dazwischen lagen Freeport, Jonesboro, Charleston, Galesburg und Quincy [10]. Die Regeln waren streng: Ein Kandidat eröffnete mit einer Rede von einer Stunde, der andere antwortete anderthalb Stunden lang, dann hatte der erste noch 30 Minuten für die Erwiderung [10]. Douglas als Amtsinhaber begann viermal [10].

Die Senatswahl verlor Lincoln gegen Douglas [2]. Durch die Debatten wurde er aber im ganzen Land bekannt, und das ebnete ihm nach Darstellung des National Park Service den Weg zur Präsidentschaft [10].

Die Wahl 1860 und die Sezession

Am 18. Mai 1860 nominierte der Parteitag der Republikaner in Chicago Lincoln für das Präsidentenamt [2]. Er gewann die Wahl am 6. November 1860, ohne dass ein einziger Südstaat für ihn gestimmt hätte [9]. Kurz danach trat South Carolina als erster Staat aus der Union aus [2]. Am 11. Februar 1861 verabschiedete sich Lincoln am Bahnhof von Springfield, wo er nach eigenen Worten ein Vierteljahrhundert gelebt hatte [12]. Hier seien seine Kinder geboren, und eines sei hier begraben, sagte er, bevor er in den Zug nach Washington stieg [12]. Am 4. März 1861 wurde Lincoln vereidigt [2]. Im ersten Entwurf seiner Antrittsrede stand die Frage, ob es Frieden oder das Schwert sein solle [9]. Am 12. April 1861 griffen Truppen der Südstaaten Fort Sumter an, damit begann der Krieg [2].

Krieg und Emanzipation

Nach der Schlacht am Antietam im September 1862 gab Lincoln am 22. September 1862 eine vorläufige Emanzipationsproklamation bekannt [2]. Am 1. Januar 1863 erließ er die endgültige Fassung [4]. Sie galt für die Staaten, die sich von der Union abgespalten hatten. In den unionstreuen Grenzstaaten blieb die Sklaverei bestehen, ebenso in Teilen der Konföderation, die der Norden schon kontrollierte [4]. Die Freiheit, die die Proklamation versprach, hing also vom Sieg der Unionstruppen ab, und die Sklaverei im ganzen Land beendete sie nicht [4]. Bis zum Kriegsende dienten fast 200.000 Schwarze als Soldaten und Matrosen in Heer und Marine der Union [4].

Ein weißes Regierungsgebäude mit Säulen im Winterlicht, davor kahle Bäume und leicht verschneiter Rasen
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Die Rede von Gettysburg

Im Sommer 1863 fielen die Schlacht bei Gettysburg in Pennsylvania und die Einnahme von Vicksburg durch die Union [2]. Am 19. November 1863 wurde in Gettysburg der Soldatenfriedhof für die Gefallenen der Schlacht eingeweiht [5]. Hauptredner war Edward Everett, der etwa zwei Stunden sprach. Lincoln sprach danach etwa zwei Minuten [5]. Everett schrieb ihm am Tag danach, er wäre froh, wenn er sich schmeicheln könnte, dem Kern des Anlasses in zwei Stunden so nahe gekommen zu sein wie Lincoln in zwei Minuten [13]. Auf dem Friedhof liegen heute mehr als 3.500 Soldaten, die in Gettysburg fielen [5].

Reihen kleiner schlichter Grabsteine auf einem grünen Hang in der Abenddämmerung vor hohen Bäumen
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Wiederwahl und 13. Zusatzartikel

Am 8. November 1864 wurde Lincoln wiedergewählt [2]. Er hatte darauf gedrungen, dass die Republikaner die Abschaffung der Sklaverei durch einen Verfassungszusatz in ihr Wahlprogramm aufnahmen [6]. Der Senat hatte den Zusatz schon im April 1864 beschlossen, das Repräsentantenhaus zunächst nicht [6]. Lincoln setzte sich selbst dafür ein, und im Januar 1865 stimmte das Haus mit 119 zu 56 Stimmen zu [6]. Am 1. Februar 1865 billigte er den Beschluss, der den Zusatz den Staaten zur Ratifizierung vorlegte [6].

Am 4. März 1865 hielt er seine zweite Antrittsrede [9]. Er rief darin zu einem Frieden "with malice toward none" und "charity for all" auf, ohne Groll gegen irgendwen und mit Nächstenliebe für alle [9]. Am 9. April 1865 kapitulierte der Südstaatengeneral Robert E. Lee [2].

Das Attentat

Am Abend des 14. April 1865, einem Karfreitag, besuchte Lincoln im Ford's Theatre in Washington die Komödie "Our American Cousin" [7]. Der Schauspieler John Wilkes Booth, der dort oft auftrat, hatte am Morgen erfahren, dass der Präsident kommen würde [7]. Gegen 10.15 Uhr abends, im letzten Akt, stand Booth vor der Präsidentenloge [7]. Er schlich sich hinein und schoss Lincoln mit einer einschüssigen Pistole nieder [8]. Man trug den Verwundeten über die Straße in das Haus von William Petersen, wo er seine letzten Stunden verbrachte [8]. Lincoln starb am 15. April 1865 um 7.22 Uhr, er war 56 Jahre alt [2].

Booth floh durch eine Gasse hinter dem Theater und ritt über die Navy-Yard-Brücke aus der Stadt nach Maryland. Seine Flucht dauerte 12 Tage und führte über mehr als 90 Meilen durch Washington, Maryland und Virginia [11]. Ab dem 24. April 1865 versteckte er sich unter falschem Namen auf der Farm von Richard Garrett bei Port Royal in Virginia [11]. Am 26. April 1865 setzten Soldaten die Tabakscheune in Brand, in der Booth und sein Helfer David Herold saßen [11]. Herold ergab sich, Booth wurde von Sergeant Boston Corbett angeschossen und starb gegen 7.15 Uhr [11]. In seinen letzten Stunden soll Booth gesagt haben: "tell my mother I die for my country". Seine letzten Worte waren nach Angaben des National Park Service "useless, useless" [11]. Den Leichnam begrub man zunächst heimlich im Gefängnis des alten Arsenals in Washington, erst 1869 erhielt die Familie ihn zurück [11].

Wie es nach dem Krieg in den Vereinigten Staaten weiterging, beschreibt der Artikel über die Geschichte der USA. Was eine Demokratie ausmacht, erklärt demokratie.domain-root.de im Beitrag Was ist Demokratie?

  1. Behörde Abraham Lincoln Autobiography (Lebensskizze für Jesse W. Fell, 20.12.1859). National Park Service, Abraham Lincoln Birthplace National Historical Park. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation David Tucker: Chronology for Lincoln Exhibit. Teaching American History, Ashbrook Center. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde House Divided Speech. National Park Service, Lincoln Home National Historic Site. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde The Emancipation Proclamation. U.S. National Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde Soldiers' National Cemetery. National Park Service, Gettysburg National Military Park. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde 13th Amendment to the U.S. Constitution: Abolition of Slavery. U.S. National Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Lincoln's Assassination. Ford's Theatre. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Ford's Theatre. National Park Service. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Abraham Lincoln. American Battlefield Trust. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Behörde Lincoln-Douglas Debates. National Park Service, Lincoln Home National Historic Site. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Behörde The Assassin's Escape: Following John Wilkes Booth. National Park Service, Ford's Theatre National Historic Site. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  12. Behörde Farewell Address. National Park Service, Lincoln Home National Historic Site. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  13. Organisation The Real Gettysburg Address (Peter Drummey). Massachusetts Historical Society, The Beehive. Stand 18.11.2013. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.