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Kunst der Renaissance: von Brunelleschi bis zum Manierismus

Die Kunst der Renaissance entstand im 15. Jahrhundert in Italien, vor allem in Florenz, und orientierte sich an der Antike. Typisch sind die mathematisch konstruierte Perspektive, genaue Studien des menschlichen Körpers und die Ölmalerei. Die Hochrenaissance mit Leonardo, Michelangelo und Raffael wird etwa auf 1490 bis 1527 datiert, danach folgte der Manierismus.

Eine Malerwerkstatt der Renaissance mit Staffeleien, leeren grundierten Holztafeln, Farbpigmenten und Pinseln im Fensterlicht
Bild: KI-generiert

Renaissance heißt Wiedergeburt, gemeint ist die Wiederentdeckung der Antike. Künstler in Italien studierten im 15. und 16. Jahrhundert antike Kunst, vor allem die Darstellung des menschlichen Körpers und seine Proportionen [1]. Sie konstruierten Räume mit mathematischer Perspektive und malten zunehmend mit Ölfarben [1]. Die Hochrenaissance mit Leonardo, Michelangelo und Raffael datiert die World History Encyclopedia auf 1490 bis 1527 [1]. Die politische und geistige Seite der Epoche beschreibt der Artikel über die Renaissance.

Was die Kunst der Renaissance ausmacht

Die Humanisten griffen auf antike Literatur, Architektur und Kunst zurück und entwickelten daraus Ideen für ihre eigene Zeit [1]. Künstler übernahmen davon vor allem das Interesse am menschlichen Körper. Viele studierten die Sammlung antiker Kunstwerke, die Lorenzo de' Medici (1449 bis 1492) in Florenz zusammengetragen hatte [1]. Wie die Kunst der Antike aussah, an der sie sich maßen, zeigt der Artikel über die Kunst der Antike.

Die meisten Aufträge kamen von Päpsten, Kaisern, Königen und Herzögen, die ihre Städte und Paläste schmücken wollten [1]. Auch die Technik änderte sich. Ölfarbe lieferte kräftigere Farben, mehr Abstufungen und mehr Tiefe als die ältere Tempera, und am Ende des 15. Jahrhunderts malten die meisten großen Künstler an der Staffelei mit Öl [1]. Die Perspektive wurde zur Rechenaufgabe: Piero della Francesca (um 1420 bis 1492) wandte sie streng an, Paolo Uccello (1397 bis 1475) wurde dafür kritisiert, dass er es damit übertrieb [1].

Florenz: Kuppel und Perspektive

Filippo Brunelleschi wurde 1377 in Florenz geboren und starb dort 1446 [2]. 1401 unterlag er im Wettbewerb um die Bronzetüren des Baptisteriums knapp Lorenzo Ghiberti. Von 1419 bis 1424 entwarf er das Findelhaus Ospedale degli Innocenti [2]. Nach einem Wettbewerb ab 1418 begann um 1420 der Bau der Kuppel über dem Dom von Florenz, 1436 war sie fertig [2]. Am Fuß misst sie etwa 45,5 Meter im Durchmesser, ihre Höhe beträgt rund 91 Meter [2].

Eine große Kuppel aus rotem Ziegel mit weißen Steinrippen über den Dächern einer italienischen Stadt in der Dämmerung
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Mitte der 1420er-Jahre führte Brunelleschi auf den Stufen vor dem Dom öffentlich vor, wie die Linearperspektive funktioniert, mit Spiegeln, einem kleinen Loch und einem gemalten Bild [2]. Leon Battista Alberti schrieb die Regeln 1435 in seiner Abhandlung "De pictura" (Über die Malerei) nieder [1]. Der Bildhauer Donatello schuf einen bronzenen David, der heute im Florentiner Museum Bargello steht. Die World History Encyclopedia datiert ihn auf die 1420er- oder die 1440er-Jahre [1].

Botticelli und die Medici

Sandro Botticelli (1445 bis 1510) malte um 1480 die "Primavera", ein Bild des Frühlings mit neun Gestalten aus der antiken Mythologie in einem blühenden Hain [3]. Es ist in Tempera auf Pappelholz gemalt und misst 207 mal 319 Zentimeter [3]. Um 1485 entstand "Die Geburt der Venus", in Tempera auf Leinwand und 172,5 mal 278,5 Zentimeter groß [4]. Die Uffizien halten es für sehr wahrscheinlich, dass ein Mitglied der Familie Medici das Bild bestellte, schriftlich belegt ist das nicht. Das Thema regte womöglich der Dichter Agnolo Poliziano an [4].

Vor 1550 erwähnt keine Quelle das Gemälde. In diesem Jahr beschrieb es Giorgio Vasari in der Medici-Villa von Castello [4]. Beide Werke hängen heute in den Uffizien in Florenz [3, 4].

Hochrenaissance: Leonardo, Michelangelo, Raffael

Leonardo da Vinci wurde am 15. April 1452 in oder bei Vinci nahe Florenz geboren und lernte in der Florentiner Werkstatt von Andrea del Verrocchio, wo er seine Ausbildung 1472 abschloss [13]. 1482 ging er nach Mailand in die Dienste des Herzogs Ludovico Sforza [13]. Typisch für ihn ist das Sfumato, ein weicher Übergang von hellen in dunkle Töne, zu sehen etwa in der "Felsgrottenmadonna" von etwa 1483 im Louvre [13]. Sein Leben lang füllte er Notizbücher mit Skizzen zu Anatomie, Technik, Pflanzen und Tieren [13]. Für den Umzug nach Frankreich zu Franz I. nennt die World History Encyclopedia sowohl 1516 als auch 1517 [13]. Leonardo starb am 2. Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé bei Amboise [13].

Ein teilweise behauener Block aus weißem Marmor mit Meißelspuren in einem sonnigen Steinmetzhof
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Um 1498 malte er das Wandbild des Abendmahls im Kloster Santa Maria delle Grazie in Mailand [1]. Die "Mona Lisa" im Louvre datiert das Museum auf 1503 bis 1519. Sie ist in Öl auf Pappelholz gemalt und 79,4 mal 53,4 Zentimeter groß [5]. Nach der überlieferten Deutung zeigt sie Lisa Gherardini (1479 bis 1542), die Frau des Florentiners Francesco del Giocondo. Sehr wahrscheinlich kaufte der französische König Franz I. das Bild 1518 [5]. Mehr über den Maler und Erfinder steht im Artikel über Leonardo da Vinci.

Michelangelo erhielt am 16. August 1501 von der Dombauhütte in Florenz den Auftrag für seinen David aus weißem Marmor. Die Figur ist mit Sockel 517 Zentimeter hoch und wiegt 5.560 Kilogramm [6]. Am 25. Januar 1504 entschied eine Kommission aus Künstlern, sie vor dem Eingang des Palazzo Vecchio aufzustellen, als Zeichen der Stärke und Unabhängigkeit von Florenz. Enthüllt wurde sie am 8. September 1504 [6].

In Rom unterschrieb Michelangelo am 8. Mai 1508 den Vertrag für die Decke der Sixtinischen Kapelle, die Papst Julius II. neu gestalten lassen wollte [7]. Den ursprünglichen Plan mit zwölf Aposteln fand er dürftig, und der Papst überließ ihm die Gestaltung. Die erste Hälfte war im August 1510 fertig, das ganze Werk vermutlich am 31. Oktober 1512 [7]. Neun Szenen aus dem Buch Genesis bilden die Mitte [7]. Das Jüngste Gericht an der Altarwand malte Michelangelo zwischen 1536 und 1541. 1564 beschloss eine Kongregation des Konzils von Trient, einige Figuren verhüllen zu lassen [8]. Sein Leben erzählt der Artikel über Michelangelo.

Raffael wurde 1483 in Urbino geboren und arbeitete ab 1499 in Perugia bei Pietro Perugino. 1504 zog er nach Florenz, ab 1508 lebte er in Rom [11]. Dort ließ Julius II. von ihm die Gemächer des Papstes im Vatikanpalast ausmalen [11]. Die Fresken der Stanza della Segnatura, darunter "Die Schule von Athen", waren sein erster Auftrag im Vatikan [9]. Die World History Encyclopedia datiert die Schule von Athen auf 1510 bis 1511 [11]. 1514 sollte Raffael neue Pläne für den Petersdom in Rom zeichnen. Er starb 1520 nach kurzer Krankheit an einem Karfreitag [11].

Venedig und die Farbe

In Venedig setzten die Maler stärker auf die Farbe. Typisch war das Colore, bei dem kontrastierende Farben zu einem harmonischen Ganzen verbunden werden [1]. Der bekannteste Venezianer war Tizian, der etwa von 1487 bis 1576 lebte. Seine Bilder mit Szenen aus der antiken Mythologie verstand er als eine Art Dichtung und nannte sie "poesie" [1].

Ein ruhiger Kanal in Venedig im Morgendunst mit Palastfassaden, Bogenfenstern und einer festgemachten Gondel
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Tizian lernte bei Giovanni Bellini. Mit Giorgione, der zur selben Zeit Lehrling war, bemalte er um 1504 die Fassade des Fondaco dei Tedeschi, des Handelshauses der deutschen Kaufleute in Venedig [12]. Seinen ersten großen öffentlichen Auftrag, die Himmelfahrt Mariens für die Frari-Kirche, vollendete er 1518 [12]. 1533 malte er Kaiser Karl V. mit seinem Hund und wurde dessen Hofmaler, 1548 folgte ein Reiterbildnis des Kaisers [12]. Für Philipp II. von Spanien entstand die Reihe mythologischer Bilder, zu der "Diana und Kallisto" und "Diana und Aktaion" gehören [12]. Seine Technik beschreibt die World History Encyclopedia so: Über einen festen, erdfarbenen Grund legte er halbdurchsichtige Farbschichten, die Komposition entstand aus nebeneinandergesetzten Farben statt aus Umrisslinien [12]. Tizian starb am 27. August 1576 [12].

Renaissance nördlich der Alpen

In den Niederlanden vollendete Jan van Eyck (um 1390 bis 1441) im Jahr 1432 den Genter Altar [1]. Albrecht Dürer aus Nürnberg (1471 bis 1528) war einer der führenden Kupferstecher seiner Zeit, seine Drucke wurden eifrig gesammelt [1]. Wie der Druck Bilder und Texte in Umlauf brachte, beschreibt der Artikel über den Buchdruck.

Ein Arbeitstisch eines Malers mit Gläsern voller Leinöl, geriebenen Farbpigmenten auf einer Steinplatte und Pinseln
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Dürers "Anbetung der Könige" von 1504, in Öl auf Holz, hängt heute in den Uffizien [10]. Dürer war zu dieser Zeit schon einmal in Italien gewesen und kannte Werke von Mantegna, Bellini und Leonardo. Die Uffizien beschreiben, wie er diese Vorbilder mit nordischen Vorlagen wie Dieric Bouts verband, mit wenigen fest gebauten Figuren in einem klar konstruierten Raum [10]. Der kniende bärtige König erinnert an Figuren aus Leonardos "Anbetung der Könige", die ebenfalls in den Uffizien hängt. Dürer signierte mit seinem Monogramm "AD" [10].

Manierismus und der Ruhm der Künstler

Auf die Hochrenaissance folgte der Manierismus. Der Begriff bezeichnete zunächst einfach die Kunst nach der Hochrenaissance und bekam später eine positivere Bedeutung, verbunden mit Eleganz, Mehrdeutigkeit und starken Kontrasten [1]. Was danach kam, erklärt der Artikel über den Barock.

Giorgio Vasari veröffentlichte 1550 seine Lebensbeschreibungen der berühmtesten italienischen Architekten, Maler und Bildhauer, 1568 erschien eine überarbeitete Fassung [1]. Leonardo und Dürer trugen mit ihrer theoretischen Arbeit dazu bei, dass Maler als Künstler galten, ein Titel, der vorher denen vorbehalten war, die die freien Künste studiert hatten [1]. Einen Überblick über die Epochen vor und nach der Renaissance gibt die Kunstgeschichte.

  1. Mark Cartwright: Renaissance Art. World History Encyclopedia. Stand 10.11.2020. abgerufen am 29.10.2026
  2. Mark Cartwright: Filippo Brunelleschi. World History Encyclopedia. Stand 02.07.2022. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Sandro Botticelli: Spring (Primavera). Gallerie degli Uffizi. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Sandro Botticelli: Birth of Venus. Gallerie degli Uffizi. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Portrait de Lisa Gherardini, dit La Joconde ou Monna Lisa. Musée du Louvre, Collections. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Michelangelo: David. Galleria dell'Accademia di Firenze. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Sistine Chapel: The Ceiling. Musei Vaticani. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Sistine Chapel: The Last Judgment. Musei Vaticani. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Room of the Segnatura (Raphael's Rooms). Musei Vaticani. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Albrecht Dürer: Adoration of the Magi. Gallerie degli Uffizi. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Mark Cartwright: Raphael. World History Encyclopedia. Stand 21.08.2020. abgerufen am 29.10.2026
  12. Mark Cartwright: Titian. World History Encyclopedia. Stand 14.09.2020. abgerufen am 29.10.2026
  13. Mark Cartwright: Leonardo da Vinci. World History Encyclopedia. Stand 07.09.2020. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.