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Napoleon Bonaparte: vom Artillerieoffizier zum Kaiser der Franzosen
Napoleon Bonaparte (15.08.1769 bis 05.05.1821) kam aus Korsika, stieg in der Französischen Revolution zum General auf und übernahm 1799 durch einen Staatsstreich die Macht. 1804 wurde er Kaiser der Franzosen, nach der Niederlage bei Waterloo 1815 starb er in der Verbannung auf St. Helena.

Napoleon Bonaparte wurde am 15.08.1769 in Ajaccio auf Korsika geboren und starb am 05.05.1821 auf der Insel St. Helena im Südatlantik [1]. Zwischen diesen Daten liegen der Aufstieg vom Offiziersschüler zum Ersten Konsul, die Kaiserkrönung, Feldzüge von Ägypten bis Moskau und zwei Abdankungen. Den Hintergrund seines Aufstiegs erklärt die Seite zur Französischen Revolution.
Kindheit und Militärschulen
Napoleon war das zweite Kind der Familie Bonaparte und wurde am 21.07.1771 getauft [1]. Woher sein Vorname stammt, ist nach Tulard umstritten [1]. Der Vater Charles Bonaparte wurde am 15.12.1778 Abgeordneter des Adels in den Ständen Korsikas [1]. Am 01.01.1779 kamen Napoleon und sein Bruder Joseph auf das Collège in Autun, am 15.05.1779 trat Napoleon in die Militärschule von Brienne ein [1]. Im Oktober 1784 wechselte er an die École militaire in Paris; als Tag nennt der Historiker Jean Tulard den 17. oder den 30.10.1784 [1]. Am 28.10.1785 verließ er die Pariser Schule als 42. von 58 Absolventen [1]. Ab dem 03.11.1785 lag er in Valence in Garnison [1].
Aufstieg in der Revolution
Am 13.06.1793 kam Napoleon zur Belagerung von Toulon [1]. Nachdem die Engländer die Stadt am 18.12.1793 geräumt hatten, wurde er am 22.12.1793 zum Brigadegeneral ernannt [1]. Am 05.10.1795, nach dem Revolutionskalender dem 13. Vendémiaire des Jahres IV, half er in Paris, einen royalistischen Aufstand gegen den Nationalkonvent niederzuschlagen [1].
Am 09.03.1796 heiratete er Joséphine de Beauharnais, zwei Tage später brach er zur Italienarmee auf [1]. Mit dem Sieg bei Montenotte am 12.04.1796 begann eine Reihe von Erfolgen in Italien [1]. Der Frieden von Campo Formio beendete den Feldzug am 17.10.1797 [1]. Am 19.05.1798 stach Napoleon mit einer Armee nach Ägypten in See [1]. Dort siegte er am 21.07.1798 in der Schlacht bei den Pyramiden [1]. Am 01.08.1798 vernichtete die britische Flotte unter Horatio Nelson die französischen Schiffe bei Abukir [1]. Ein knappes Jahr später, am 25.07.1799, gewann Napoleon bei Abukir eine Schlacht an Land, am 09.10.1799 betrat er wieder französischen Boden [1]. Den Verlauf der Feldzüge beschreibt die Seite zu den Napoleonischen Kriegen.
Staatsstreich und Konsulat
Am 09. und 10.11.1799, dem 18. und 19. Brumaire des Jahres VIII, übernahm Napoleon mit einem Staatsstreich die Macht [1]. Zusammen mit Emmanuel Sieyès und Roger Ducos wurde er vorläufiger Konsul [1]. Am 15.12.1799 wurde die neue Verfassung verkündet, die das Konsulat begründete [1].
Außenpolitisch folgten auf den Sieg bei Marengo am 14.06.1800 der Frieden von Lunéville am 09.02.1801 und am 25.03.1802 der Frieden von Amiens mit England [1]. Im Inneren unterzeichnete die Regierung am 15.07.1801 das Konkordat mit dem Papst [1]. Am 10.05.1802 wurde eine Volksabstimmung vorbereitet, die Napoleon das Konsulat auf Lebenszeit übertragen sollte [1]. Am 19.05.1802 wurde die Ehrenlegion gestiftet [1]. Einen Tag später, am 20.05.1802, führte Frankreich in seinen Kolonien die Sklaverei wieder ein [1], die der Nationalkonvent 1794 abgeschafft hatte [5].
Der Code civil
Die Arbeit an einem einheitlichen Zivilgesetzbuch begann am 12.08.1800 [2]. Die Fondation Napoléon nennt fünf Juristen, die es ausgearbeitet haben: Jean-Jacques-Régis de Cambacérès, Félix Bigot de Préameneu, Jacques de Maleville, Jean-Étienne-Marie Portalis und François Tronchet [2]. Am 06.12.1801 kritisierte das Tribunat die ersten Artikel [1]. Am 21.03.1804 wurde der "Code civil des Français" mit 2.281 Artikeln verkündet, 1807 erhielt er den Namen "Code Napoléon" [2]. Er regelt das Recht der Personen, der Sachen und der Beziehungen zwischen Privatleuten, einschließlich des Familienrechts [2].
Kaiser der Franzosen
Am 18.05.1804 wurde Napoleon zum Kaiser der Franzosen ausgerufen, am 02.12.1804 folgte die Krönung [1]. Am 21.10.1805 unterlag die französisch-spanische Flotte bei Trafalgar [1]. Genau ein Jahr nach der Krönung, am 02.12.1805, siegte Napoleon bei Austerlitz [1]. Am 14.10.1806 siegte seine Armee bei Jena und Auerstedt [1]. Am 21.11.1806 verhängte er die Kontinentalsperre [1]. Tulard nennt Eylau am 08.02.1807 einen schwer errungenen Sieg; am 14.06.1807 folgte Friedland, am 07.07.1807 der Frieden von Tilsit [1].

In Spanien erhob sich am 02.05.1808 Madrid gegen die französischen Truppen, am 04.06.1808 wurde Napoleons Bruder Joseph König von Spanien [1]. Gegen Österreich verbucht Tulard Essling am 22.05.1809 als Sieg [1].
Am 06.07.1809 siegte Napoleon bei Wagram; am selben Tag wurde Papst Pius VII. verhaftet [1]. Am 15.12.1809 beschloss der Senat die Scheidung von Joséphine [1]. Am 02.04.1810 heiratete Napoleon kirchlich Marie-Louise von Österreich, am 20.03.1811 kam der gemeinsame Sohn zur Welt, der den Titel König von Rom erhielt [1].
Napoleon und das Ende des Alten Reiches
Schon vor dem Kaiserreich änderte sich die Landkarte Deutschlands. Am 25.02.1803 beschloss der Reichstag mit dem Reichsdeputationshauptschluss die Säkularisation geistlicher Gebiete und die Mediatisierung kleinerer Herrschaften [4]. Nach Darstellung des Deutschen Historischen Museums brachen damit wichtige Stützen der Reichsverfassung weg [4].
Im Dritten Koalitionskrieg 1805 besiegte Frankreich Österreich und seine Verbündeten, unterstützt von Bayern, Baden und Württemberg [3]. Am 12.07.1806 unterzeichneten 16 süd- und südwestdeutsche Reichsstände die Rheinbundakte [3]. Sie sagten sich vom Kaiser los, erklärten sich für souverän und unterstellten den Bund dem Schutz Napoleons [3]. Anlass für Franz II., am 06.08.1806 die Krone des Heiligen Römischen Reiches niederzulegen, war nach dem DHM das Bündnis einflussreicher Reichsfürsten mit Napoleon; zuvor hatte er den Titel eines Kaisers von Österreich angenommen [4].
Am 15.11.1807 verkündete Napoleon in Fontainebleau die Verfassung des Königreichs Westfalen, eines französischen Satellitenstaats unter seinem Bruder Jérôme [7]. Nach German History in Documents and Images war es die erste moderne schriftliche Verfassung in Deutschland nach dem Ende des Alten Reiches und sollte andere deutsche Fürsten zur Nachahmung anregen [7]. Das Königreich setzte sich aus Gebieten östlich des Rheins zusammen, die vorher nicht zusammengehört hatten [7]. Artikel 13 hob jede Leibeigenschaft auf, Artikel 10 sicherte die freie Religionsausübung zu [7]. Nach GHDI half die Verfassung einigen Staaten, besonders im Südwesten, eigene Verfassungen einzuführen [7]. In der Praxis diente das Königreich nach derselben Quelle vor allem französischen Interessen und der Ausbeutung deutscher Ressourcen; das Abgeordnetenhaus trat nur zweimal zusammen [7]. Die Geschichte dieses Reiches erzählt die Seite zum Heiligen Römischen Reich.
Russlandfeldzug und Sturz
Am 24.06.1812 überschritt Napoleon mit seiner Armee den Njemen und begann den Krieg gegen Russland [1]. Am 14.09.1812 zog er in Moskau ein [1]. Auf dem Rückzug kam es am 27.11.1812 zur Schlacht an der Beresina, am 05.12.1812 verließ Napoleon die Armee [1]. Vom 16. bis 19.10.1813 folgte die Völkerschlacht bei Leipzig [1].

Am 04.04.1814 dankte er unter dem Druck seiner Marschälle ab, am 06.04.1814 ohne Bedingungen [1]. Am 20.04.1814 nahm er in Fontainebleau Abschied, am 04.05.1814 landete er auf der Insel Elba [1].
Die Hundert Tage und St. Helena
Am 01.03.1815 ging Napoleon im Golf von Juan an Land und kehrte zurück, die Herrschaft der Hundert Tage begann [1]. Am 20.03.1815 erreichte er Paris [1]. Nach der Niederlage bei Waterloo am 18.06.1815 dankte er am 22.06.1815 ein zweites Mal ab [1]. Am 15.07.1815 ging er an Bord des britischen Schiffes "Bellerophon", am 07.08.1815 wurde er auf die "Northumberland" gebracht [1]. Wie die Siegermächte Europa danach ordneten, steht auf der Seite zum Wiener Kongress.

Am 16.10.1815 traf er auf St. Helena ein, am 10.12.1815 bezog er das Haus Longwood [1]. Ende 1820 litt er an Magenbeschwerden, im März 1821 wurde er schwer krank [1]. Er starb am 05.05.1821 auf St. Helena [1].
Ein umstrittenes Erbe
Zum 200. Todestag am 05.05.2021 sprach der französische Präsident Emmanuel Macron über Napoleon [5]. Er hob die bürgerliche Gleichheit im Code civil hervor, die Präfekten und Bürgermeister, die den Staat im ganzen Land vertraten, den Aufstieg nach Leistung über das Abitur, das Baccalauréat, und die Einrichtung des Lycée [5]. Zugleich sagte er, Napoleon habe die Sklaverei wieder eingeführt, die der Konvent 1794 abgeschafft hatte; die Zweite Republik habe das 1848 behoben [5]. Um die Verluste an Menschenleben habe sich Napoleon nie wirklich gekümmert. Die Anklage des Schriftstellers Chateaubriand, Napoleon habe fünf Millionen Franzosen geopfert, nannte Macron übertrieben [5].
Vor dem Jahrestag hatten Louis-Georges Tin, früherer Präsident des Dachverbands schwarzer Vereine in Frankreich, und der Historiker Olivier Le Cour Grandmaison die Wiedereinführung der Sklaverei 1802 in der Zeitung "Libération" ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit genannt [6]. Sie forderten, Napoleon von der Liste der nationalen Gedenkfeiern zu streichen [6]. Kritiker werfen dem Code civil außerdem vor, Ehefrauen der Autorität ihrer Männer zu unterstellen; der Historiker Arthur Chevallier hält dagegen, Napoleon habe die bestehende Lage der Frauen nur festgeschrieben [6].
Der Sorbonne-Historiker Jacques-Olivier Boudon sieht Napoleon als Figur, deren Einfluss bis heute in den Institutionen Frankreichs fortwirkt [6]. Thierry Lentz von der Fondation Napoléon berichtet, Napoleon selbst habe das Zivilgesetzbuch größtenteils als das angesehen, was von seinem Vermächtnis bleiben könnte [6]. Die Historikerin Natalie Petiteau unterscheidet zwischen Gedenken und Feiern, weil Feiern zur Verherrlichung führen könne [6]. Wie sich Frankreich vor und nach ihm entwickelte, zeigt die Seite zur Geschichte Frankreichs.
- Studie Jean Tulard: Napoléon Ier (1769-1821), Empereur des Français, nach: Dictionnaire Napoléon (1987). Fondation Napoléon. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation La promulgation du Code civil des Français (21 mars 1804). Fondation Napoléon. Stand 28.05.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Gründung des Rheinbundes am 12. Juli 1806. German History in Documents and Images, Deutsches Historisches Institut Washington. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 bis 1806: Das Ende (Ausstellung 2006). Deutsches Historisches Museum. Stand 2006. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Commémoration du bicentenaire de la mort de Napoléon Ier (Rede von Emmanuel Macron). Élysée, Présidence de la République. Stand 05.05.2021. abgerufen am 29.10.2026
- Napoleon: Eine umstrittene Persönlichkeit, auch 200 Jahre nach seinem Tod. Euronews. Stand 05.05.2021. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Konstitution des Königreichs Westfalen, proklamiert von Napoleon Bonaparte zu Fontainebleau (15. November 1807). German History in Documents and Images, Deutsches Historisches Institut Washington. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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