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Alexander der Große: von Makedonien bis an den Indus

Alexander der Große (356 bis 323 v. Chr.) war ab 336 v. Chr. König von Makedonien. Er besiegte den Perserkönig Dareios III. bei Issos und Gaugamela, eroberte Ägypten und zog bis an den Fluss Beas im heutigen Pakistan und Indien. Er starb mit etwa 32 Jahren am 10. oder 11. Juni 323 v. Chr. in Babylon, danach zerfiel sein Reich unter seinen Generälen.

Steinerne Sitzreihen eines antiken Theaters an einem Hang in Nordgriechenland bei Abendlicht vor bewaldeten Bergen
Bild: KI-generiert

Alexander III. von Makedonien, später "der Große" genannt, regierte von 336 bis 323 v. Chr. [2]. In diesen 13 Jahren eroberte er das Perserreich und zog mit seinem Heer von Griechenland bis an den Indus und darüber hinaus [1, 2]. Nach seinem Tod teilten seine Generäle das Reich unter sich auf [1]. Die Zeit, die darauf folgte, heißt in der Forschung Hellenismus [1].

Herkunft und Erziehung

Alexander kam im Sommer 356 v. Chr. zur Welt, vermutlich in Pella, der Hauptstadt Makedoniens [3]. Als Geburtstag wird oft der 21. Juli genannt [1]. Sein Vater war König Philipp II., der von 359 bis 336 v. Chr. regierte, seine Mutter Olympias aus Epirus, die Philipp 357 v. Chr. geheiratet hatte [1]. Der Junge lernte Fechten, Ringen und Reiten und las Homer [3]. Leonidas von Epirus brachte ihm Reiten und Ausdauer bei, Lysimachos von Akarnanien Lesen, Schreiben und das Spiel auf der Lyra [1]. Von 343 bis 340 v. Chr. war der Philosoph Aristoteles sein Lehrer, unter anderem im makedonischen Mieza [3]. Die bekannte Geschichte, wie er das Pferd Bukephalos zähmte, zeigt nach Lendering seine Leidenschaft fürs Reiten [3].

Im August 338 v. Chr. schlug Philipp bei Chaironeia die Athener und Thebaner [3]. Alexander führte dabei den linken Flügel, dessen Angriff die Schlacht entschied [3]. Im Oktober 336 v. Chr. ermordete ein Leibwächter Philipp im Theater von Aigai, nach Lendering aus persönlichen Gründen [3]. Alexander wurde König [1].

Erste Feldzüge und das Ende Thebens

Im Frühjahr 335 v. Chr. zog der junge König gegen die thrakischen Stämme im Norden und die Illyrer im Nordwesten [4]. Mit rund 15.000 Mann überquerte er die Donau, besiegte die Triballer im heutigen Nordbulgarien und kam bis in das heutige Albanien [4]. Unterdessen erhob sich Theben, angestachelt von dem Athener Redner Demosthenes [4]. Alexander stürmte die Stadt und ließ sie bis auf die Tempel und das Haus des Dichters Pindar zerstören. 6.000 Einwohner wurden getötet, 30.000 als Sklaven verkauft [4]. Der Korinthische Bund, der Zusammenschluss der griechischen Städte unter makedonischer Führung, billigte das Vorgehen [4]. Antipater war Oberbefehlshaber der makedonischen Truppen in Europa [4]. Wie die griechischen Stadtstaaten bis dahin gelebt hatten, beschreibt der Artikel über das antike Griechenland.

Der Krieg gegen Persien

334 v. Chr. setzte Alexander mit etwa 32.000 Fußsoldaten und 5.100 Reitern nach Asien über [1]. Im Mai 334 v. Chr. siegte er am Fluss Granikos über ein persisches Heer [1]. Danach belagerte und nahm er Städte an der Küste Kleinasiens ein, darunter Halikarnassos [2]. Im November 333 v. Chr. traf er bei Issos zum ersten Mal auf den Perserkönig Dareios III. und schlug ihn [1, 2].

Danach zog Alexander die Küste der Levante entlang nach Süden. Die Inselstadt Tyros belagerte er von Januar bis Juli 332 v. Chr., danach wurde sie zerstört [1]. Auch Gaza leistete Widerstand und wurde erobert [2]. Den Gegner und sein Reich stellt der Artikel über das Perserreich vor.

Ägypten und das Orakel von Siwa

Im Dezember 332 v. Chr. erreichte Alexander Pelusium am östlichen Nildelta, beim heutigen Port Said [5]. Der persische Statthalter Mazakes übergab ihm das Land kampflos [5]. In Memphis opferte Alexander dem heiligen Apis-Stier. Vermutlich nahm er in Heliopolis die Titel eines ägyptischen Königs an, eine Krönung ist aber nicht sicher belegt [5].

Eine Wüstenoase mit Dattelpalmen und einer verfallenen Lehmziegelruine auf einem Felsen am frühen Morgen
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Im Januar 331 v. Chr. beschloss er, an der Küste eine neue Stadt zu gründen, die Gründungsfeier für Alexandria fand am 7. April 331 v. Chr. statt [5]. Im März 331 v. Chr. besuchte er das Orakel des Gottes Ammon in der Oase Siwa, etwa 400 Kilometer westlich [5]. Dort wurde er nach der Überlieferung als Sohn des Zeus-Ammon begrüßt [1]. Wie Ägypten vor Alexander aussah, zeigt der Artikel über das Alte Ägypten.

Gaugamela und das Ende des Perserreichs

Am 1. Oktober 331 v. Chr. besiegte Alexander Dareios III. bei Gaugamela im Norden Mesopotamiens ein zweites Mal [1]. Vor der Schlacht hatte es eine Mondfinsternis gegeben [2]. Danach fielen die Hauptstädte des Perserreichs in seine Hand. Im Frühjahr 330 v. Chr. plünderten die Makedonen Persepolis, im Mai 330 v. Chr. brannte der Palast [1, 2]. Im Sommer desselben Jahres wurde Dareios auf der Flucht ermordet. Als Täter nennt die Überlieferung seinen Verwandten Bessos, Lendering hält das für möglicherweise zutreffend [1, 2].

Alexander übernahm Teile des persischen Hofzeremoniells, darunter die Proskynese, eine Verbeugung bis zum Boden vor dem König. Die Makedonen lehnten das ab [2]. Der Offizier Philotas wurde hingerichtet, sein Vater Parmenion getötet, und bei einem Trinkgelage erschlug Alexander seinen Gefährten Kleitos [2].

Baktrien, Sogdien und Indien

Von Januar 329 bis Mai 327 v. Chr. kämpfte Alexander in Baktrien und Sogdien, im heutigen Afghanistan, Usbekistan und Tadschikistan [1]. Um 327 v. Chr. heiratete er die baktrische Adlige Roxane [1].

Ein breiter brauner Fluss in einer grünen Ebene unter schweren Monsunwolken, dahinter Hügel im Dunst
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Im Frühjahr 326 v. Chr. führten Perdikkas und Hephaistion das Hauptheer durch den Khaiberpass an den Indus, während Alexander im Swat-Tal kämpfte [6]. In Taxila empfing ihn König Omphis [6]. Im Mai 326 v. Chr. überquerte das Heer bei Gewitter den Hydaspes, den heutigen Jhelum, und schlug König Poros, der Elefanten und Streitwagen einsetzte [1, 6]. Poros durfte danach als Statthalter über sein Reich weiterherrschen [6]. Am Fluss gründete Alexander zwei Städte, Nikaia und Bukephala. Den Namen der zweiten gab er nach seinem Pferd, das kurz vor der Schlacht gestorben war [6].

Ende Juli 326 v. Chr. weigerten sich die Soldaten am Hyphasis, dem heutigen Beas, weiterzuziehen [6]. Alexander kehrte um [1]. Nach Lendering schob man die Schuld an der Umkehr den Göttern zu, nicht den Soldaten [6]. Veteranen blieben in einer neu gegründeten Stadt Alexandria am Hyphasis zurück [6]. Der Rückweg führte den Indus hinab und 325 v. Chr. durch die Wüste Gedrosien im heutigen Südiran und Pakistan [1, 2]. Mehr über die Region steht im Artikel über das antike Indien.

Die letzten Jahre in Babylon

324 v. Chr. heiratete Alexander bei einer Massenhochzeit in Susa eine Tochter des Dareios, zugleich nahmen viele seiner Offiziere Perserinnen zur Frau [1]. Im Oktober 324 v. Chr. starb sein engster Freund Hephaistion an einem Fieber [1]. Das Orakel des Ammon erlaubte später, ihn als Heros zu verehren [7].

Reste antiker Lehmziegelmauern auf einer trockenen Ebene am Fluss bei Sonnenuntergang mit einzelnen Palmen
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Im Februar 323 v. Chr. brach Alexander nach Babylon auf [7]. Dort plante er einen Feldzug gegen Arabien mit einer großen Flotte, danach sollten nach der Überlieferung Karthago, Sizilien und Italien folgen [7]. In der Stadt empfing er Gesandtschaften aus griechischen Städten, aus Karthago und von italischen Stämmen [7]. Er ließ die Arbeiten am Tempel Esagila und am Tempelturm Etemenanki, die seit 331 v. Chr. nur langsam vorankamen, neu beginnen [7]. Im Mai 323 v. Chr. saß zeitweise ein Ersatzkönig auf dem Thron [7]. Das Ritual sollte drohendes Unheil abwenden, Griechen und Makedonen verstanden es nicht [7]. Nach einem nächtlichen Gelage bei Medios von Larisa erkrankte er [7]. Er hatte etwa zehn Tage hohes Fieber [1]. Seinen Siegelring gab er Perdikkas, und auf die Frage nach einem Nachfolger soll er "dem Stärksten" gesagt haben [1, 7].

Alexander starb am 10. oder 11. Juni 323 v. Chr. in Babylon, etwa 32 Jahre alt [1]. Lendering nennt nach einer zeitgenössischen Quelle den Nachmittag des 11. Juni [7]. Woran er starb, ist ungeklärt. Diskutiert werden Gift, Malaria, eine Hirnhautentzündung und eine Infektion durch verunreinigtes Wasser [1].

Das Erbe der Diadochen

König wurde zunächst Alexanders Halbbruder Arrhidaios als Philipp III. Roxane brachte einen Sohn zur Welt, Alexander IV. [2]. Die eigentliche Macht lag bei den Generälen, und es kam zum Bürgerkrieg [2]. Die Kriege der Nachfolger, der Diadochen, dauerten von 322 bis 275 v. Chr. Am Ende teilten Kassandros, Ptolemaios, Antigonos und Seleukos das Reich unter sich auf, Perdikkas war schon 321 v. Chr. ermordet worden [1].

Der Hellenismus reichte von 323 bis 31 v. Chr. In dieser Zeit verbreitete sich die griechische Kultur im Nahen Osten [1]. Ägypten, wo die Nachfolger des Ptolemaios herrschten, wurde 30 v. Chr. römisch, nachdem Octavian, der spätere Augustus, Marcus Antonius und Kleopatra VII. besiegt hatte [8]. Wo Alexander in der Weltgeschichte steht, zeigt die Zeitleiste der Weltgeschichte.

Woher wir über Alexander wissen

Lendering stützt seine Darstellung vor allem auf den griechischen Geschichtsschreiber Arrian von Nikomedien [2]. Daneben zieht er östliche Quellen heran, etwa die babylonischen astronomischen Tagebücher [2]. Seinen göttlichen Anspruch baute Alexander nach Lendering Schritt für Schritt auf [2].

  1. Joshua J. Mark: Alexander the Great. World History Encyclopedia. Stand 14.11.2013. abgerufen am 29.10.2026
  2. Studie Jona Lendering: Alexander the Great. Livius.org. Stand 14.04.2020. abgerufen am 29.10.2026
  3. Studie Jona Lendering: Alexander the Great (2.1): Youth. Livius.org. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
  4. Studie Jona Lendering: Alexander the Great (2.2): Greece. Livius.org. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
  5. Studie Jona Lendering: Alexander the Great (2.8): Egypt. Livius.org. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
  6. Studie Jona Lendering: Alexander the Great (2.13): The Punjab. Livius.org. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
  7. Studie Jona Lendering: Alexander the Great (2.16): Babylon. Livius.org. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
  8. Studie Jona Lendering: Augustus. Livius.org. Stand 10.08.2020. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.