Weltregionen und LänderRatgeber
Die Geschichte Asiens im Überblick
In Asien entstanden früh Hochkulturen wie die Indus-Kultur und das chinesische Kaiserreich, später große Reiche wie das der Mongolen, das Khmer-Reich und das Mogulreich. Im 19. Jahrhundert gerieten große Teile unter europäische Herrschaft, nach 1945 wurden die meisten Kolonien unabhängig.

Asien reicht von den Steppen Zentralasiens bis zu den Inseln Südostasiens und vom Indus bis nach Japan. Westasien mit Mesopotamien, Persien und der Levante behandelt der Beitrag über die Geschichte des Nahen Ostens, die chinesische Geschichte der Beitrag über die Geschichte Chinas. Im Süden, Osten und Südosten des Kontinents entstanden Stadtkulturen wie die am Indus, Kaiserreiche wie das chinesische und Tempelstädte wie Angkor [1, 3, 5].
Die Indus-Kultur
Die Kultur im Tal des Indus bestand nach der World History Encyclopedia etwa von 7000 bis 600 v. Chr. [1]. Dieselbe Quelle setzt ihre reife Phase, die Harappa-Zeit, in die Jahre um 2800 bis 1900 v. Chr. [1]. In Harappa und Mohenjo-daro lebten nach dieser Quelle jeweils schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Menschen, die Quelle nennt insgesamt mehr als 1.000 Städte und Siedlungen, an anderer Stelle mehrere Hundert bekannte Fundorte [1]. Das Gebiet erstreckte sich etwa 1.500 Kilometer entlang des Indus und darüber hinaus, die Bevölkerung wird auf über fünf Millionen geschätzt [1].

Die Schrift der Indus-Kultur ist bis heute nicht entziffert [1]. Zwischen etwa 1900 und 1500 v. Chr. verfiel die Kultur aus Gründen, die nicht geklärt sind; diskutiert werden etwa Klimawandel, das Austrocknen eines Flusses, veränderte Monsunregen und nachlassender Handel [1]. Die Ruinen von Harappa beschrieb Charles Masson 1829, Ausgrabungen unter John Marshall begannen 1924 und 1925 in Mohenjo-daro [1]. Mehr im Beitrag über die Indus-Kultur.
Das Maurya-Reich und Ashoka
Um 321 v. Chr. stürzte Chandragupta Maurya den König Dhana Nanda von Magadha und begründete die Herrschaft der Maurya, die Zeitleiste der World History Encyclopedia nennt für die Machtübernahme auch 320 v. Chr. [2]. Sein Enkel Ashoka regierte von 268 bis 232 v. Chr. [2]. Um 260 v. Chr. eroberte er Kalinga in einem langen und blutigen Krieg, in dem sich das Land nach der World History Encyclopedia bis zuletzt wehrte [2]. Danach förderte er den Buddhismus, ließ Stupas bauen und schickte Gesandtschaften ins Ausland, darunter eine unter Leitung seines Sohnes und eine seiner Tochter [2]. Innerhalb von 50 Jahren nach Ashokas Tod zerfiel das Reich, der letzte Herrscher wurde nach dem Text der Quelle 185 v. Chr. ermordet, nach ihrer Zeitleiste 187 v. Chr. [2]. Mehr im Beitrag über das Maurya-Reich.

China, Japan und die Seidenstraße
In China einte 221 v. Chr. der König von Qin das Land und wurde Erster Kaiser, das Kaiserreich bestand bis 1912 [3]. Unter der Han-Dynastie schickte der Hof 138 v. Chr. den Gesandten Zhang Qian nach Westen, die World History Encyclopedia lässt die Seidenstraße 130 v. Chr. offiziell beginnen [3]. Die Handelswege beschreibt der Beitrag über die Seidenstraße.
Japan wies 1639 die meisten Ausländer aus, nach Streit über die Mission katholischer Geistlicher und über den Handel [4]. Rund zwei Jahrhunderte lang durften danach nur niederländische und chinesische Schiffe mit besonderer Erlaubnis Handel treiben [4]. Am 8. Juli 1853 lief der amerikanische Kommodore Matthew Perry mit vier Schiffen in die Bucht von Tokio ein, am 31. März 1854 schlossen beide Seiten den Vertrag von Kanagawa, der die Häfen Shimoda und Hakodate für amerikanische Schiffe öffnete [4]. Was danach in Japan geschah, beschreibt der Beitrag über die Meiji-Restauration.
Reiche der Steppe
Im Norden grenzten die sesshaften Reiche an die Steppe, aus der immer wieder Reiterverbände nach Süden zogen. Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. drangen nach der Länderstudie der Library of Congress zur Mongolei die Xiongnu über den Gelben Fluss vor, chinesische Staaten verbanden ältere Mauern zu einer 2.300 Kilometer langen Grenzbefestigung [11]. Zwischen 546 und 553 stürzten die Türk das Reich der Ruruan und wurden zur stärksten Macht in Nord- und Innerasien [12]. Ihre Inschriften am Fluss Orchon in einer runenähnlichen Schrift, entziffert 1896, sind das älteste bekannte Zeugnis einer innerasiatischen Sprache [12]. Zwischen 629 und 648 zerschlug das China der Tang die Macht der östlichen Türk, das Reich der Türk endete 744 [13]. Danach reichte ein Reich der Uiguren vom Balchaschsee bis zum Baikalsee, es zerfiel 846 [13]. Den Aufstieg der Mongolen beschreibt der Beitrag über das Mongolische Reich. Die Geschichte der Reitervölker erzählt der Beitrag über die eurasische Steppe.
Angkor und das Reich der Khmer
In Südostasien bestand nach der World History Encyclopedia von 802 bis 1431 das Reich der Khmer mit seinem Zentrum Angkor im heutigen Kambodscha [5]. König Suryavarman II., der von 1113 bis 1150 regierte, ließ im 12. Jahrhundert Angkor Wat als Tempel für den Gott Vishnu errichten [5]. Für den Bau wurden 1,5 Millionen Kubikmeter Sand und Schlick bewegt [5]. Die Anlage umfasst rund 162 Hektar, der Mittelturm ist 65 Meter hoch, der Wassergraben 200 Meter breit [5]. Den Sandstein brachen die Bauleute in den Kulen-Bergen [5]. Im 14. Jahrhundert übernahmen buddhistische Mönche den Tempel, im 16. Jahrhundert war er weitgehend verlassen [5]. 1586 besuchte der portugiesische Mönch Antonio da Madalena die Anlage, um 1860 machte der Franzose Henri Mouhot sie in Europa bekannt [5]. 1992 erklärte die UNESCO Angkor Wat zum Welterbe [5].

Das Mogulreich und die britische Herrschaft in Indien
1526 begründete Babur, ein Fürst aus der Familie Timurs, das Mogulreich in Indien [6]. Die Moguln stammten aus Zentralasien, und die Rebellion von 1857 brachte nach Joachim Betz das formale Ende des Mogulreiches [15]. Sein Nachfahre Shah Jahan ließ in Agra das Grabmal Taj Mahal für seine Frau Mumtaz Mahal errichten [6, 15]. Großbritannien herrschte in Indien zunächst indirekt über die Ostindien-Kompanie, die Steuern eintrieb und Bündnisse mit indischen Fürsten schloss [7]. Ende des 18. Jahrhunderts kamen Südindien und die Gangesebene unter britische Kontrolle, bis Mitte des 19. Jahrhunderts weite Teile des Subkontinents [7]. Nach einem Aufstand 1857 geriet Indien unter direkte britische Herrschaft [7]. Forderungen aus den Kolonien nach mehr Mitsprache beantworteten die Europäer nach Gabriele Metzler teils mit Gewalt, so die Briten 1919 im indischen Amritsar [14]. Im Paris der 1920er-Jahre wurde der junge Vietnamese Nguyen Ai Quoc politisch aktiv, der sich später Ho Chi Minh nannte [14].

Auch China musste sich im 19. Jahrhundert fremden Mächten öffnen. Nach dem Opiumkrieg trat es 1842 im Vertrag von Nanjing Hongkong an Großbritannien ab und öffnete fünf Häfen für den Handel [8].
Krieg in Asien von 1937 bis 1945
Mit einem Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke bei Peking begann am 7. Juli 1937 der Krieg zwischen Japan und China [9]. In China starben nach Schätzungen, die Peter Lieb für die Bundeszentrale für politische Bildung anführt, 15 bis 20 Millionen Menschen an direkten oder indirekten Kriegsfolgen, mehr als in jedem anderen Land außer der Sowjetunion [9]. Im Hungerjahr 1943/44 starben in Bengalen nach derselben Quelle zwei bis drei Millionen Menschen, manche Schätzungen nennen bis zu vier Millionen [9]. Bis zum Sommer 1942 beherrschte Japan ein Gebiet, das doppelt so groß war wie alle deutschen Besatzungsgebiete zusammen [9]. Am 15. Februar 1942 fiel Singapur, der britische Befehlshaber Percival übergab rund 80.000 Mann [9]. Anfang 1945 töteten japanische Truppen in Manila etwa 100.000 Zivilisten [9]. Im Feuersturm von Tokio in der Nacht vom 9. auf den 10. März 1945 starben etwa 100.000 Menschen, durch die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 sofort oder bis zum Jahresende 150.000 bis 200.000 [9]. Am 2. September 1945 endete der Krieg im asiatisch-pazifischen Raum [9]. Mehr im Beitrag über den Pazifikkrieg.
Unabhängigkeit nach 1945
Am 17. August 1945 rief Sukarno die Unabhängigkeit der Republik Indonesien aus, die Niederlande zogen sich erst 1949 auf Druck der USA zurück [10]. Die Philippinen wurden 1946 von den USA unabhängig, Ceylon, das heutige Sri Lanka, 1948 [10]. Am 15. August 1947 wurde Indien unabhängig, einen Tag zuvor hatte sich das überwiegend muslimische Pakistan abgespalten [7]. Bei der Teilung mussten mehr als zehn Millionen Menschen fliehen oder wurden vertrieben, mehr als eine Million Menschen kamen ums Leben [7]. Schon 1946 waren bei Unruhen in Kalkutta nach offiziellen Angaben 4.000 Menschen gestorben [7]. Erster Premierminister wurde Jawaharlal Nehru, im November 1949 nahm eine verfassunggebende Versammlung die Verfassung Indiens an, die 1950 in Kraft trat [7].
In Indochina unterlag Frankreich am 7. Mai 1954 bei Dien Bien Phu [10]. Die Genfer Konferenz von 1954 vereinbarte die Unabhängigkeit von Vietnam, Kambodscha und Laos und teilte Vietnam zugleich in zwei Staaten [10]. Malaya wurde 1957 unabhängig und hieß ab 1963 Malaysia [10]. Wie sich die europäischen Kolonialreiche auflösten, beschreibt der Beitrag über die Dekolonisierung.
- Joshua J. Mark: Indus Valley Civilization. World History Encyclopedia. Stand 07.10.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Anindita Basu: Mauryan Empire. World History Encyclopedia. Stand 06.10.2016. abgerufen am 29.10.2026
- Joshua J. Mark: Ancient China. World History Encyclopedia. Stand 18.12.2012. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Milestones 1830 to 1860: The United States and the Opening to Japan, 1853. U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Joshua J. Mark: Angkor Wat. World History Encyclopedia. Stand 13.02.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Mughal Empire (Übersicht). World History Encyclopedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Vor 75 Jahren: Unabhängigkeit Indiens (Hintergrund aktuell). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 10.08.2022. abgerufen am 29.10.2026
- China: The Opium War, 1839 to 1842 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Peter Lieb: Die globale Dimension: Der Krieg im asiatisch-pazifischen Raum 1937 bis 1945. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 02.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Gabriele Metzler: Die Auflösung der europäischen Imperien und ihre Folgen, in: Informationen zur politischen Bildung Nr. 338. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 20.11.2018. abgerufen am 29.10.2026
- Mongolia: Xiongnu and Yuezhi (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
- Mongolia: Rise of the Türk (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
- Mongolia: Influence of Tang China (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division (Spiegel countrystudies.us). Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Gabriele Metzler: Krisen und Niedergang der europäischen Imperien, in: Informationen zur politischen Bildung Nr. 338. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 20.11.2018. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Joachim Betz: Epochen der indischen Geschichte bis 1947. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 18.01.2007. abgerufen am 29.10.2026
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