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Albert Einstein: vom Patentamt in Bern zum Physiker der Relativität

Albert Einstein (1879 bis 1955) war ein in Ulm geborener Physiker. 1905 veröffentlichte er in Bern Arbeiten zur Lichtquantenhypothese und zur speziellen Relativitätstheorie, 1915 folgte die allgemeine Relativitätstheorie. Den Nobelpreis für Physik erhielt er für das Jahr 1921, 1933 emigrierte er in die USA und lebte bis zu seinem Tod in Princeton.

Ein stilles Arbeitszimmer mit Holzschreibtisch, Tintenfass, Skizzenblättern und Messinglampe im Nachmittagslicht
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Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren, seine Eltern waren Hermann und Pauline Einstein [1]. Er arbeitete sieben Jahre als Prüfer am Patentamt in Bern, lehrte in Zürich und Prag, forschte fast zwei Jahrzehnte in Berlin und verbrachte seine letzten gut zwanzig Jahre in Princeton [1, 3]. Den Nobelpreis bekam er für seine Arbeit über den photoelektrischen Effekt, die Relativitätstheorie nennt die Begründung nicht [5].

Jugend und der Weg in die Schweiz

Die Familie zog nach Italien, und 1894 verließ auch der Sohn Deutschland, um ihr zu folgen [3]. 1896 gab er die deutsche Staatsangehörigkeit auf und blieb bis 1901 staatenlos [3]. Im selben Jahr 1896 begann er in Zürich das Studium zum Fachlehrer für Mathematik und Physik an der Technischen Hochschule, die ihn im Jahr zuvor noch abgewiesen hatte [1]. 1900 erwarb er das Diplom [1]. 1901 wurde er Schweizer Bürger und blieb es bis zum Lebensende, auch nach der späteren Einbürgerung in den USA [3].

Sieben Jahre am Patentamt in Bern

Im Dezember 1901 bewarb er sich um eine Stelle am Eidgenössischen Patentamt in Bern, Anfang Februar 1902 zog er von Schaffhausen nach Bern und gab dort Privatstunden in Physik und Mathematik [2]. Im Juni 1902 stellte ihn das Patentamt als technischen Experten dritter Klasse ein [2]. Dort blieb er bis 1909 [1].

Eine schmale Altstadtgasse mit Sandsteinlauben und Blumenkästen im Morgenlicht, ohne Menschen
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Schon im Januar 1902 war seine Tochter Lieserl unehelich zur Welt gekommen, was nach 1903 aus ihr wurde, ist nicht bekannt [2]. Anfang Januar 1903 heiratete Einstein in Bern Mileva Marić [2, 3]. Ende Oktober 1903 bezog das Paar eine Wohnung in der Kramgasse 49, heute das Einsteinhaus [2]. Am 14. Mai 1904 kam der Sohn Hans Albert zur Welt [2]. Mit den Freunden Maurice Solovine und Conrad Habicht traf er sich von Ostern 1903 bis 1905 regelmäßig zu Gesprächen, die sie "Akademie Olympia" nannten [2]. Im September 1904 wurde seine Stelle am Amt fest [2].

Neben dem Amt veröffentlichte er weiter. Im September 1902 erschien in den "Annalen der Physik" seine erste Arbeit, sie behandelte die molekulare Theorie der Wärme [2]. Am 10. Oktober 1902 starb sein Vater in Mailand [2]. Im Mai 1903 trat Einstein der Naturforschenden Gesellschaft Bern bei und sprach dort im Dezember 1903 zum ersten Mal, über elektromagnetische Wellen [2]. Im März 1906 beförderte ihn das Amt zum technischen Experten zweiter Klasse [2].

Das Wunderjahr 1905

1905 erschienen in der Zeitschrift "Annalen der Physik" Einsteins Arbeiten zur Quantentheorie und zur speziellen Relativitätstheorie, kurz darauf folgte die Formel E=mc² [1]. Die Albert-Einstein-Gesellschaft Bern zählt von März bis September 1905 fünf Arbeiten zu drei Themen der Physik [2]. Raymond Flood stellt in einer Vorlesung am Gresham College vier Arbeiten aus diesem Jahr vor [4].

Die erste Arbeit ging am 18. März bei der Zeitschrift ein und erschien am 9. Juni 1905. Sie beschrieb Licht als Strom von Energiequanten und erklärte damit den photoelektrischen Effekt [4]. In der zweiten untersuchte Einstein die Bewegung kleiner Teilchen, die in einer Flüssigkeit schweben, die sogenannte Brownsche Bewegung. Nach Flood überzeugte sie die Physiker davon, dass es Atome tatsächlich gibt, und lieferte eine Methode, ihre Größe abzuschätzen [4]. Die dritte, "Zur Elektrodynamik bewegter Körper", begründete die spezielle Relativitätstheorie [4]. Gegen Ende des Jahres folgte eine kurze Arbeit mit der Frage, ob die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängt. Aus ihr stammt die Gleichwertigkeit von Masse und Energie, E=mc² [4]. Im Januar 1906 erhielt Einstein den Doktortitel der Universität Zürich [2].

Professor in Zürich, Prag und Berlin

Bei der Habilitation in Bern gehen die Angaben auseinander. Das Lebendige Museum Online (LeMO) des Deutschen Historischen Museums nennt 1907, die Universität habe den Antrag ein Jahr zuvor abgelehnt [1]. Nach der Albert-Einstein-Gesellschaft lehnte die Universität im Juni 1907 einen ersten Antrag ab, Einstein reichte die Habilitationsschrift Anfang Januar 1908 ein und hielt Ende Februar 1908 seine Antrittsvorlesung als Privatdozent [2].

1909 wurde er außerordentlicher Professor für theoretische Physik an der Universität Zürich [1, 3]. Im Juli 1909 verlieh ihm die Universität Genf die Ehrendoktorwürde, im Oktober desselben Jahres wurde er zum ersten Mal für den Nobelpreis vorgeschlagen [2]. Im September 1909 hielt er in Salzburg seinen ersten Vortrag auf einer internationalen Tagung, Mitte Oktober verließ er Bern [2]. 1911 ging er als ordentlicher Professor an die deutsche Universität in Prag, 1912 zurück nach Zürich an die Technische Hochschule [1, 3]. Am 1. April 1914 erhielt er den Ruf an die Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin, wo er ohne Lehrverpflichtung forschen konnte [1, 3]. Dazu kamen die Leitung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik und eine Stelle an der Berliner Universität [3]. Im selben Jahr trennte er sich von Mileva Marić [3].

Allgemeine Relativitätstheorie und Weltruhm

Im Oktober 1915 formulierte Einstein in Berlin die allgemeine Relativitätstheorie [1]. Sie sagte voraus, dass Licht ferner Sterne am Rand der Sonne abgelenkt wird, nach der Rechnung um 1,75 Bogensekunden [6]. Prüfen ließ sich das nur bei einer totalen Sonnenfinsternis. Am 29. Mai 1919 beobachteten zwei britische Expeditionen eine solche Finsternis, auf der Insel Príncipe vor der Westküste Afrikas unter Arthur Eddington und im brasilianischen Sobral, organisiert vom königlichen Astronomen Frank Dyson [6, 10]. Nach der Bekanntgabe der Messungen am 6. November 1919 bei einer gemeinsamen Sitzung der Royal Society und der Royal Astronomical Society war Einstein weltberühmt [5, 10].

Eine totale Sonnenfinsternis über einer tropischen Küste mit Palmen und schwach leuchtender Sonnenkorona
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1919 wurde die Ehe mit Mileva Marić geschieden, im selben Jahr heiratete Einstein seine Cousine Elsa [3]. Am 24. August 1921 wurde in Potsdam der Einsteinturm eingeweiht, ein Teleskop, mit dem die Relativitätstheorie empirisch überprüft werden sollte [1]. 1921 reiste Einstein in die USA, um Geld für eine Hebräische Universität in Jerusalem zu sammeln [3].

Der Nobelpreis für das Jahr 1921

Den Nobelpreis für Physik des Jahres 1921 sprach ihm die Akademie in Stockholm erst im November 1922 zu, nach SRF am 9. November 1922 [5]. Der Preis war 1921 zurückgestellt worden, Palash B. Pal von der Universität Kalkutta nennt den 10. November 1922 als Tag, an dem das Telegramm mit der Nachricht in Berlin zugestellt wurde [9]. Begründet wurde er mit seinen Verdiensten um die theoretische Physik und besonders mit der Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts, den Einstein 1905 beschrieben hatte [5, 9]. Ernst Peter Fischer schreibt, die Akademie habe sich schwergetan, jemanden zu finden, der Einsteins Bild vom Kosmos ganz verstand, und deshalb eine vage Formulierung gewählt [5]. Als die Nachricht kam, war Einstein auf einer Weltreise und nicht im Land [5].

Anfeindungen und Emigration

Ab 1920 wurde Einstein in Deutschland wegen seiner Forschung und seiner jüdischen Herkunft angefeindet [1]. Nach dem Mord an Außenminister Walther Rathenau 1922, nach dem Hitler-Putsch 1923 und nach den Wahlerfolgen der NSDAP 1932 verließ er Berlin zeitweise aus Angst vor antisemitischen Übergriffen [1].

Am 30. Januar 1933, dem Tag, an dem die Nationalsozialisten die Regierung übernahmen, hielt er sich in Pasadena in Kalifornien auf [1]. Er protestierte gegen die Verletzung der Menschenrechte in Deutschland, legte sein Amt an der Preußischen Akademie nieder und wanderte in die USA aus [1]. Am Institute for Advanced Study in Princeton in New Jersey fand er eine neue Stelle [1, 3]. 1940 wurde er Bürger der Vereinigten Staaten und behielt dabei die Schweizer Staatsbürgerschaft [3]. Was 1933 in Deutschland geschah, erklärt der Artikel Der Nationalsozialismus.

Der Brief an Roosevelt

Aus Sorge vor der deutschen Atomforschung unterzeichnete Einstein am 2. August 1939 einen Brief an den amerikanischen Präsidenten, der den Bau einer eigenen Bombe vorantreiben sollte [1]. Formuliert hatte ihn der Physiker Leo Szilárd, aufbauend auf einem ersten Entwurf, den Einstein Eugene Wigner diktiert hatte [7]. Alexander Sachs trug den Inhalt am 11. Oktober 1939 Franklin D. Roosevelt persönlich vor. Roosevelt setzte daraufhin einen Beratungsausschuss für Uran ein [7]. Nach Darstellung der Atomic Heritage Foundation trug der Brief dazu bei, dass die US-Regierung in die Kernforschung einstieg, aus der das Manhattan-Projekt hervorging [7]. Später sagte Einstein, hätte er gewusst, dass Deutschland keine Atombombe zustande bringen würde, hätte er nichts für die Bombe getan [7].

Wie aus dem Brief ein Rüstungsprogramm wurde, beschreibt der Artikel Die Entwicklung der Atombombe. Mehr über den Empfänger steht im Lebensbild Franklin D. Roosevelt.

Die letzten Jahre in Princeton

Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 gründete Einstein das "Emergency Committee of Atomic Scientists" und wurde dessen Präsident. Er trat für eine friedliche Nutzung der Atomenergie ein [1]. Am 18. April 1955 starb er in Princeton [1, 3].

Ein Backsteingebäude einer Hochschule mit hohen Fenstern hinter herbstlichen Bäumen und einer ruhigen Wiese
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Das Russell-Einstein-Manifest wurde am 9. Juli 1955 veröffentlicht, wenige Monate nach seinem Tod, und trägt die Namen von elf Wissenschaftlern, darunter Einstein, Max Born, Linus Pauling, Joseph Rotblat und Bertrand Russell [8]. Das Manifest forderte die Regierungen auf, friedliche Mittel zur Beilegung all ihrer Streitfragen zu finden [8]. Die Folgen der Bomben schildert der Artikel Hiroshima und Nagasaki, eine weitere Lebensgeschichte aus der Physik das Lebensbild Marie Curie.

  1. Organisation Albert Einstein 1879 bis 1955 (Biografie). Deutsches Historisches Museum, Lebendiges Museum Online (LeMO). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Einstein and Bern. Albert Einstein Gesellschaft Bern. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Albert Einstein: biographical sketch. Residencia de Estudiantes, CSIC (Ausstellung "Einstein"). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Einstein's Annus Mirabilis, 1905 (Vorlesung Raymond Flood). Gresham College. Stand 20.10.2015. abgerufen am 29.10.2026
  5. 100 Jahre Preisträger Einstein: Mit der Relativitätstheorie zu Ruhm, aber nicht zum Nobelpreis (Ernst Peter Fischer). SRF. Stand 09.11.2022. abgerufen am 29.10.2026
  6. No Shadow of a Doubt: The 1919 eclipse that confirmed Einstein's theory of relativity (Rezension Andy Sawers). British Astronomical Association. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Einstein Letter 1939. Atomic Heritage Foundation, National Museum of Nuclear Science and History. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation The Russell-Einstein Manifesto (9. Juli 1955). Pugwash Conferences on Science and World Affairs. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Studie The incredibly strange story of Einstein's Nobel prize (Palash B. Pal). Department of Physics, University of Calcutta (arXiv:2112.13519). Stand Dezember 2021. abgerufen am 29.10.2026
  10. Fachgesellschaft Observing general relativity (Vida Milovanovic). The Royal Society. Stand 06.08.2024. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.