Antike und Altertum

Die Alte Geschichte erforscht vor allem die griechisch-römische Antike. Sie beginnt meist um 1700 bis 1500 v. Chr. mit der minoisch-mykenischen Palastkultur und endet im 5. oder 6. Jahrhundert n. Chr., etwa mit der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers 476 oder dem Tod Justinians I. 565. Die Hochkulturen des Alten Orients und Ägyptens sind älter und haben eigene Fächer.

Säulenreste eines antiken Tempels im Abendlicht, dazwischen Olivenbäume, im Hintergrund eine Burg auf einem Hügel
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Die Alte Geschichte ist die Wissenschaft von der griechisch-römischen Antike. Ihr Kernraum ist das Mittelmeer mit den angrenzenden Gebieten. Rechnet man das Alexanderreich und die größte Ausdehnung des Römischen Reiches zusammen, reicht er von Schottland bis in den Sudan und von Portugal bis nach Pakistan [1]. Meist lässt die Forschung die Antike um 1700 bis 1500 v. Chr. mit der minoisch-mykenischen Palastkultur beginnen, weil aus dieser Zeit die ersten Schriftzeugnisse in einer frühen Form des Griechischen stammen [1]. Als Ende gelten die Absetzung des letzten weströmischen Kaisers 476 n. Chr. oder der Tod Justinians I. 565 n. Chr., manche Forscher setzen es erst mit der Kaiserkrönung Karls des Großen 800 n. Chr. an [1].

Die Grenzen verschieben sich je nach Region. Auf Kreta gab es um 1500 v. Chr. bereits Schrift und eine komplexe Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, in Italien spricht man erst ab etwa 800 v. Chr. von antiker Geschichte [1]. Noch älter sind die Hochkulturen im Vorderen Orient und am Nil, mit denen sich eigene Fächer befassen.

Der Alte Orient

Im südlichen Mesopotamien entstand im ausgehenden 4. Jahrtausend v. Chr. die Keilschrift. Rund drei Jahrtausende war sie das wichtigste Schriftsystem Vorderasiens, um die Zeitenwende verdrängten sie die aramäische und die griechische Schrift [2]. In Keilschrift schrieben Sumerer, Babylonier, Assyrer und Hethiter, in Sprachen wie Sumerisch, Akkadisch, Hethitisch und Elamisch [2]. Die Artikel zu Sumer, Akkad, Babylonien mit dem Codex Hammurabi, Assyrien und den Hethitern stellen diese Kulturen vor. Den Überblick gibt der Artikel Der Alte Orient. Weitere Artikel behandeln die Phönizier, Israel und Juda und das Perserreich.

Das Alte Ägypten

Die Ägyptologie verfolgt die Geschichte Ägyptens von der Vorgeschichte im 5. Jahrtausend v. Chr. bis zur arabischen Eroberung Ägyptens 641 n. Chr. [3]. Das letzte hellenistische Königreich am Nil eroberte Octavian, der spätere Augustus, im Jahr 30 v. Chr. für Rom [1]. Lies dazu Das Alte Ägypten, Die Pyramiden von Gizeh, Hieroglyphen und, wie die Forschung arbeitet, Ägyptologie.

Griechenland und Rom

Griechische und römische Geschichte verliefen nebeneinander und beeinflussten sich ständig [1]. Die Forschung teilt sie in Epochen ein:

Eine antike römische Straße aus großen ausgetretenen Steinen zwischen Zypressen, hinten die Bögen einer Wasserleitung
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EpocheZeitraumKennzeichen
Archaische Zeitetwa 700 bis 500 v. Chr.Entstehung der Polis, Kolonien am Mittelmeer und Schwarzen Meer
Klassische Zeitetwa 500 bis 323 v. Chr.Abwehr der Perser, Gegensatz von Athen und Sparta
Hellenismusbis 30 v. Chr.Alexanderzüge und Nachfolgereiche
Römische Republiketwa 500 bis 27 v. Chr.Eroberung Italiens, Kriege gegen Karthago, Bürgerkriege ab 133 v. Chr.
Prinzipat, Hohe Kaiserzeit27 v. Chr. bis zur Krise des 3. JahrhundertsWirtschaftliche und kulturelle Blüte im ganzen Reich
Spätantikeab etwa 284 n. Chr.Aufstieg des Christentums, Beginn der Völkerwanderung

Die Zeiträume stammen aus dem Leitfaden der Kölner Alten Geschichte [1]. Einstiege sind Die minoische Kultur auf Kreta, Das antike Griechenland, Das Römische Reich, Karthago sowie Die Spätantike und Die Völkerwanderung.

Asien und die Völker am Rand

Zur selben Zeit entstanden in Süd- und Ostasien eigene Reiche. Davon handeln die Artikel Die Indus-Kultur, Das Maurya-Reich, Das antike China und Die Han-Dynastie. Nördlich der Alpen lebten Kelten und Germanen.

Was von der Antike bleibt

Als Beispiele für das Fortwirken der Antike nennt der Kölner Leitfaden das Rechtssystem, das Christentum und den Aufbau des Staates [1]. Dazu passen die Artikel Das römische Recht und Die Ausbreitung des Christentums. Die altorientalischen Kulturen wirkten über die griechisch-römische und die jüdisch-christliche Kultur bis in Weltbild und Wissenschaft der Gegenwart [2]. Wie heutige Demokratien aufgebaut sind, erklärt demokratie.domain-root.de unter Was ist Demokratie?

  1. Studie Leitfaden für die Einführungsseminare zur Alten Geschichte. Universität zu Köln, Historisches Institut, Abteilung Alte Geschichte. Stand 03.2020. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Assyriologie (Studienfach). Universität Heidelberg. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Ägyptologie (Studienfach). Universität Heidelberg. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

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