Antike und AltertumRatgeber
Berühmte Schlachten der Antike: von Kadesch bis Adrianopel
Zu den bekanntesten Schlachten der Antike zählen Kadesch (um 1274 v. Chr.), Marathon (490 v. Chr.), Thermopylen und Salamis (480 v. Chr.), Gaugamela (331 v. Chr.), Cannae (216 v. Chr.), Actium (31 v. Chr.), die Varusschlacht (9 n. Chr.) und Adrianopel (378 n. Chr.). Viele Angaben zu Heeresgrößen und Verlusten stammen aus antiken Berichten und sind unsicher.

Über rund 1.650 Jahre verteilen sich die Schlachten, die heute als die bekanntesten der Antike gelten: von Kadesch am Orontes, wo um 1274 v. Chr. Ägypter und Hethiter aufeinandertrafen [1], bis Adrianopel im Jahr 378 n. Chr., wo ein römischer Kaiser fiel [10]. Was über sie bekannt ist, stammt oft nur von einer Seite. Ramses II. etwa ließ sich in Ägypten als Sieger von Kadesch feiern, obwohl er die Stadt nicht eroberte [1, 2].
| Schlacht | Zeit | Gegner | Ausgang |
|---|---|---|---|
| Kadesch | um 1274 v. Chr. (andere Angabe 1275 v. Chr.) | Ägypten gegen Hethiter | kein klarer Sieger [1, 2] |
| Marathon | 490 v. Chr. | Athen und Plataiai gegen Persien | Sieg der Athener [3] |
| Thermopylen | 480 v. Chr. | griechisches Bündnis gegen Persien | Sieg der Perser [4] |
| Salamis | 480 v. Chr. | griechische Flotte gegen persische Flotte | Sieg der Griechen [5] |
| Gaugamela | 331 v. Chr. | Makedonien gegen Persien | Sieg Alexanders [6] |
| Cannae | 216 v. Chr. | Karthago gegen Rom | Sieg Hannibals [7] |
| Actium | 31 v. Chr. | Octavian gegen Antonius und Kleopatra | Sieg Octavians [8] |
| Varusschlacht | 9 n. Chr. | Germanen gegen Rom | Sieg der Germanen [9] |
| Adrianopel | 378 n. Chr. | Goten und Verbündete gegen Rom | Sieg der Goten, Kaiser Valens fällt [10] |
Kadesch: Streitwagen am Orontes
Die Festung Kadesch lag am Orontes im westlichen Syrien, nahe der heutigen Grenze zum Libanon [1]. Dort trafen im fünften Regierungsjahr von Ramses II. die Ägypter auf die Hethiter unter Muwattalli II. [1]. Wikipedia datiert die Schlacht auf 1274 v. Chr. [1], das Schülerlexikon von Duden Learnattack auf 1275 v. Chr. [2]. Nach Wikipedia hatte Ägypten etwa 20.000 Mann und 2.000 Streitwagen, die Hethiter etwa 37.000 Mann und 2.500 bis 3.500 Streitwagen [1].
Die ägyptischen Darstellungen, die den Sieg betonen, sind in 13 Fassungen erhalten, an Tempeln in Karnak, Luxor, im Ramesseum, in Abu Simbel und Abydos sowie auf Papyri [1]. Tatsächlich zog sich Ramses zurück, ohne Kadesch erobert zu haben, und die Hethiter behielten die Stadt und Nordsyrien [1, 2]. Die hethitischen Berichte sind Keilschrifttafeln aus den Ruinen der Hauptstadt Ḫattuša [1]. Nach dem Schülerlexikon verloren die Ägypter zwei ihrer vier Divisionen fast ganz, und Ramses entkam nur knapp [2]. Rund 15 Jahre nach der Schlacht, 1259 v. Chr., schlossen Ägypten und das Hethiterreich einen Friedensvertrag, der die Grenze zwischen beiden Reichen festlegte [1, 2]. Eine Nachbildung des Vertragstextes befindet sich im Gebäude der Vereinten Nationen in New York [1]. Wer die Gegner der Ägypter waren, erklärt der Artikel über die Hethiter.
Marathon 490 v. Chr.
Im Spätsommer 490 v. Chr. landete ein persisches Heer unter Datis und Artaphernes in der Ebene von Marathon [3]. Nach dem Vollmond, den die Quellen erwähnen, fand die Schlacht am 12. August oder am 10. September statt [3]. Die Athener schickten etwa 10.000 schwer bewaffnete Fußsoldaten, die Hopliten, unterstützt von der Stadt Plataiai [3]. Geführt wurden sie von Miltiades [3]. Die Perser werden mit 25.000 Mann angegeben [3].
Herodot nennt 192 tote Athener und 6.400 tote Perser [3]. Der Historiker Jona Lendering hält die persische Zahl für übertrieben, weil sie genau 192 mal 100 geteilt durch 3 ergibt, nimmt aber dennoch hohe persische Verluste an [3]. Auch die bekannte Geschichte vom Läufer, der die Siegesnachricht nach Athen brachte und danach tot zusammenbrach, ist nach Lendering eine späte Erfindung [3]. Überliefert ist dagegen, dass ein Bote namens Pheidippides vor der Schlacht nach Sparta lief, um Hilfe zu holen, und nach drei Tagen mit der Zusage zurückkam, Sparta werde Truppen schicken [3].
Thermopylen und Salamis 480 v. Chr.
Zehn Jahre später zog der persische König Xerxes selbst mit seinem Heer gegen Griechenland [4]. Am Engpass der Thermopylen stellte sich ihm im Sommer 480 v. Chr. der spartanische König Leonidas entgegen [4]. Gleichzeitig kämpfte die griechische Flotte bei Artemision, um die persischen Schiffe zu binden und einen Angriff in die Flanke zu verhindern [4]. Anfangs standen dort rund 4.000 Griechen [4]. Am letzten Tag kämpften nach Herodot 300 Spartaner, 900 Helfer, 700 Männer aus Thespiai und 400 Thebaner [4]. Xerxes wartete vier Tage und griff dann an, die Kämpfe dauerten etwa drei Tage [4]. Nach Herodot verriet ein Grieche namens Ephialtes einen Bergpfad, über den persische Elitetruppen, die Unsterblichen, die Stellung nachts umgingen [4]. Lendering hält diese Erzählung für kaum glaubwürdig, weil persische Späher den Pfad auch selbst finden konnten, der genaue Weg ist unbekannt [4]. Weil der Marsch Mondlicht brauchte, datiert er die nächtliche Umgehung auf den 17. bis 19. September [4]. Nach dem Durchbruch der Perser drohten Theben und Athen zu fallen [4].

Die Wende kam auf See. In der engen Meerenge von Salamis besiegte die griechische Flotte wohl am 29. September 480 v. Chr. die persische [5]. Laut Herodot hatte der Athener Themistokles die Perser mit einer falschen Nachricht in die Meerenge gelockt, ob das stimmt, ist unsicher [5]. Xerxes sah von einem nahen Hügel aus zu und rief danach sein Heer zurück, das den Isthmos erreicht hatte [5]. Entschieden wurde der Krieg erst 479 v. Chr. an Land, bei Plataiai [4, 5]. Den Hintergrund beschreibt der Artikel über das Perserreich.
Gaugamela 331 v. Chr.
Am 1. Oktober 331 v. Chr. trafen Alexander der Große und der Perserkönig Dareios III. in der Ebene von Gaugamela aufeinander, etwa 75 Kilometer nordwestlich von Arbela, dem heutigen Erbil im Nordirak [6]. Die Perser stellten Sichelwagen und Elefanten auf [6]. Weil Staub die Sicht nahm, ist der Ablauf unklar [6]. Die babylonischen Reiter unter Mazaeus durchbrachen zwar die makedonische Linie, plünderten aber zuerst das Lager der Gegner [6]. Die babylonischen astronomischen Tagebücher, wenige Tage nach der Schlacht geschrieben, berichten, die Truppen hätten ihren König verlassen [6]. Der griechische Autor Arrian schreibt dagegen, Dareios selbst sei als Erster geflohen [6]. Die Schlacht entschied über das Schicksal des Perserreiches [6]. Lendering meint, eher die Vorzeichen am Himmel als Mut oder Feigheit der Könige hätten den Ausgang bestimmt [6]. Wie Alexander weiterzog, steht im Artikel über Alexander den Großen.

Cannae 216 v. Chr.
Im Zweiten Punischen Krieg stellte sich ein großes römisches Heer unter den Konsuln Lucius Aemilius Paullus und Gaius Terentius Varro dem Karthager Hannibal [7]. Die Schlacht wird auf den 2. August 216 v. Chr. datiert, nahe der Mündung des Aufidus, des heutigen Ofanto, in Apulien [7]. Polybios gibt den Römern etwas über 80.000 Fußsoldaten und gut 6.000 Reiter, Hannibal hatte nach Polybios und Livius etwa 40.000 Fußsoldaten und 10.000 Reiter [7].
Hannibal ließ die Mitte seiner halbmondförmig vorgewölbten Linie bewusst zurückweichen [7]. Die Legionen drängten nach, seine Reiterei schlug die römische Kavallerie und fiel den Legionen in den Rücken [7]. Polybios nennt rund 70.000 tote Römer, Livius etwa 50.000 [7]. Paullus fiel, Varro entkam [7]. Capua, Tarent und Syrakus fielen danach von Rom ab [7]. Politisch brach Rom trotzdem nicht zusammen: Das Bündnissystem in Mittelitalien hielt, und der Senat lehnte Friedensverhandlungen ab [7]. Mehr über den Feldherrn steht im Artikel über Hannibal.
Actium 31 v. Chr.
Am 2. September 31 v. Chr. kämpften am Ausgang des Ambrakischen Golfs vor der Westküste Griechenlands zwei römische Flotten gegeneinander [8]. Auf der einen Seite stand Octavian, dessen Schiffe Marcus Agrippa führte, auf der anderen Marcus Antonius mit Kleopatra und Ägypten [8]. Die Zahlen schwanken. Wikipedia gibt Octavian 400 leichte Kriegsschiffe, Antonius 170 Kriegsschiffe und 60 Hilfsschiffe [8]. Livius.org nennt für die Flotte von Antonius und Kleopatra insgesamt 230 Schiffe [13]. Octavian siegte. Im folgenden Jahr nahm er Alexandria ein, und Ägypten wurde römische Provinz [8].
Die Varusschlacht 9 n. Chr.
Im Jahr 9 n. Chr. besiegten germanische Krieger unter dem Cherusker Arminius drei römische Legionen [9]. Die Gegend um Kalkriese im Landkreis Osnabrück wird seit 1989 archäologisch erforscht [9]. Nach Angaben des Museums dort sprechen viele Argumente dafür, dass Kalkriese ein Schauplatz der Varusschlacht war [9]. Die meisten Hinweise auf die Kämpfe kamen seit 1990 auf einem Gelände namens Oberesch zutage [9, 11]. Dort entstand 2000 ein Park, 2009 folgte die Dauerausstellung zur Varusschlacht [11, 12]. Rom versuchte nach der Niederlage mit acht Legionen, seine Macht in Germanien zurückzugewinnen [9]. Mehr über die Gegner Roms steht im Artikel über die Germanen.

Adrianopel 378 n. Chr.
Am 9. August 378 standen sich etwa 13 Kilometer nördlich von Adrianopel, dem heutigen Edirne, zwei Heere gegenüber [10]. Kaiser Valens führte die Römer [10]. Gegen ihn kämpften germanische Aufständische unter Fritigern, vor allem Terwingen und Greutungen, dazu Alanen, Hunnen und kleinere Gruppen [10]. Verhandlungen scheiterten, die Römer verloren, und Valens fiel [10]. Sein Nachfolger Theodosius musste den Siegern Land anbieten [10]. Der Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus sah in der Schlacht einen Wendepunkt [10]. Lendering merkt an, dass viele Spätere diese Sicht übernommen haben, sie aber nicht unbedingt zutrifft [10]. Die Zeit danach beschreibt der Artikel über die Spätantike.
- Schlacht bei Kadesch. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Ägypten und das Hethiterreich: Die Schlacht von Kadesch (Schülerlexikon Geschichte). Duden Learnattack GmbH, Lernhelfer. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Jona Lendering: Marathon (490 BCE). Livius.org. Stand 10.08.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Jona Lendering: Thermopylae (480 BCE). Livius.org. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Jona Lendering: Salamis (480 BCE). Livius.org. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Jona Lendering: Gaugamela (331 BCE). Livius.org. Stand 10.08.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Schlacht von Cannae. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Schlacht bei Actium. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Die Varusschlacht. Varusschlacht im Osnabrücker Land, Museum und Park Kalkriese. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Jona Lendering: Adrianople (378 CE). Livius.org. Stand 10.08.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Park und Architektur. Varusschlacht im Osnabrücker Land, Museum und Park Kalkriese. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Die Ausstellung zur Varusschlacht. Varusschlacht im Osnabrücker Land, Museum und Park Kalkriese. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Jona Lendering: Actium (31 BCE). Livius.org. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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