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Mohammed: Leben und Wirken des Propheten des Islam
Mohammed (um 570 bis 632) gilt im Islam als Prophet, dem der Koran offenbart wurde. Nach der Überlieferung empfing er um 610 bei Mekka die erste Offenbarung, zog 622 mit seinen Anhängern nach Medina und kehrte um 630 nach Mekka zurück; er starb 632 in Medina.

Mohammed, arabisch Muḥammad, lebte nach dem Kleinen Islam-Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung etwa von 570 bis 632 [1]. Muslime verehren ihn als Propheten und als "Siegel der Propheten" [2]. Was über sein Leben bekannt ist, stammt aus arabischen Quellen: den Hadithen, also den überlieferten Aussprüchen und Handlungen, und der Prophetenbiografie, der Sira [1]. Wie sich der Islam nach seinem Tod ausbreitete, beschreibt die Seite zur Geschichte des Islam.
Herkunft und Kindheit in Mekka
Mohammed gehörte zur Sippe der Haschimiten im Stamm der Quraisch [1]. Die islamische Tradition schildert seine Geburt in Mekka ausführlich, sie wird bis heute gefeiert [1]. Nach der Überlieferung starb sein Vater Abdallah vielleicht schon vor seiner Geburt, die Mutter Amina früh; er wuchs als Waise bei Verwandten auf [1]. Die World History Encyclopedia nennt für den Tod der Mutter das Jahr 576, als er etwa sechs Jahre alt war [2]. Danach zog ihn nach dieser Darstellung zunächst sein Großvater Abd al-Muttalib auf, das Oberhaupt der Haschimiten, der etwa zwei Jahre später starb, und dann sein Onkel Abu Talib [2].
In seiner Jugend führte er nach dem Lexikon teils ein Hirtenleben und begleitete seinen Onkel auf Handelsreisen nach Syrien [1]. Auf einer dieser Reisen soll ihm der christliche Mönch Bahira das Prophetentum vorausgesagt haben [1].
Mekka und die Kaaba
Mekka gilt als Geburtsstadt Mohammeds [5]. In der Mitte der Großen Moschee der Stadt steht die Kaaba, ein würfelförmiges Gebäude von etwa 12 mal 10 mal 15 Metern, in dessen Richtung Muslime beten [4]. Nach islamischer Überlieferung ist sie das "erste Haus Gottes auf Erden"; als ihre Erbauer gelten Abraham und Ismael, gestützt auf Sure 2, Vers 127 [4]. In die Kaaba ist der Schwarze Stein eingelassen. Der Überlieferung nach trug Mohammed ihn vor Beginn seiner Verkündigung bei einer Renovierung in seinem Gewand an seinen Platz und beendete so einen Streit unter den Mekkanern [4].
Mekka und die heiligen Orte der Umgebung, der Brunnen Zamzam, die Hügel Safa und Marwa, Mina und Muzdalifa, sind das Ziel der Pilgerfahrt [5]. Das Kleine Islam-Lexikon nennt in seiner Auflage von 2018 für die Pilgerzeit 2 bis 2,5 Millionen Menschen in der Stadt [5]. Nichtmuslimen ist der Zutritt verboten [5]. Was der Koran über die Pilgerfahrt sagt, steht auf der Seite Sure 22: Die Pilgerfahrt.
Kaufmann und Ehe mit Khadidscha
Später lebte Mohammed als Kaufmann in Mekka [1]. Um 595, mit etwa 25 Jahren, heiratete er nach der World History Encyclopedia Khadidscha, eine wohlhabende Witwe, die etwa 15 Jahre älter war; sie hatte ihm den Antrag gemacht, nachdem er eine ihrer Karawanen geführt hatte [2]. Khadidscha war die Mutter seiner Tochter Fatima [1].

Die erste Offenbarung
Nach islamischer Überlieferung empfing Mohammed mit 40 Jahren, 609 oder 610, in einer Höhle in den Bergen bei Mekka die erste Offenbarung [1]. Die World History Encyclopedia nennt das Jahr 610 und die Höhle Hira am Berg Dschabal an-Nur; nach der Überlieferung erschien ihm der Engel Gabriel [2]. Das Lexikon weist darauf hin, dass die Zahl 40 als symbolisch gilt [1].
Erschrocken kehrte er nach dieser Darstellung nach Hause zurück. Khadidscha brachte ihn zu ihrem Vetter Waraqa, einem christlichen Gelehrten, der ihn als Propheten erkannte [2]. Khadidscha gilt als erster Mensch, der den Islam annahm, sein Freund Abu Bakr als erster Mann [2]. Wie die Offenbarungen später zum Koran zusammengefasst wurden, erklärt die Seite Wie der Koran entstand und überliefert wurde.
Verkündigung und Widerstand in Mekka
Mohammed predigte gegen den Vielgötterglauben der Mekkaner. Im Mittelpunkt standen das Jüngste Gericht und ein strenger Glaube an den einen Gott [1]. Nur wenige Vertraute glaubten anfangs an seine Berufung, unter ihnen Ali; einige Anhänger flohen ins christliche Äthiopien [1]. Nach der World History Encyclopedia predigte er ab etwa 613 öffentlich und stieß auf Bestechungsversuche, Gewalt und Verfolgung [2]. Von 616 bis 619 boykottierten rivalisierende Sippen der Quraisch die Haschimiten [2].
619 starben Khadidscha und Abu Talib, in der Überlieferung heißt es das "Jahr der Trauer" [2]. Abu Talibs Stellung in der Sippe übernahm Abu Lahab, ein Onkel Mohammeds, der ihn ablehnte [2]. Mohammed warb in Nachbarstädten zunächst ohne Erfolg für seine Botschaft [1], nach der World History Encyclopedia 619 auch in Taif [2]. Die Unterschiede zwischen den Suren aus dieser Zeit und denen aus Medina erklärt die Seite Mekkanische und medinensische Suren.
Die Hidschra nach Medina
Bewohner der Stadt Yathrib, später Medina, schworen Mohammed die Gefolgschaft und boten an, ihn und seine Anhänger aufzunehmen [1]. Nach der World History Encyclopedia luden sie ihn 621 ein [2]. 622 zog er nach Medina; diese Übersiedlung heißt Hidschra [1]. Mekka verließ er nach der World History Encyclopedia gemeinsam mit Abu Bakr [2]. Mit ihr beginnt die islamische Zeitrechnung, die nach der World History Encyclopedia der zweite Kalif Umar einführte [3].

In Medina wurde Mohammed der anerkannte Führer der Gemeinde, der Umma. Ein Vertrag regelte ihr Zusammenleben; zu ihr gehörten die Medinenser, die Ansar, die Auswanderer aus Mekka, die Muhadschirun, und anfangs auch Juden [1]. Die World History Encyclopedia nennt das Dokument Vertrag von Medina und beschreibt es als Bündnis, in dem sich die Beteiligten Gewaltverzicht zusicherten [2]. Es entstanden die ersten Moscheen, die Gebetsrichtung, die Almosen und das Fasten wurden festgelegt [1].
Kämpfe mit Mekka
624 siegten die Muslime in der Schlacht bei Badr, 625 unterlagen sie bei Uhud [1]. Nach der World History Encyclopedia standen bei Badr etwa 1.000 Mekkaner 313 Muslimen gegenüber; ihre Zeittafel datiert die Schlacht auf den 13.03.624 [2]. Bei Uhud führte Abu Sufyan die Mekkaner. Die Muslime verloren nach dieser Darstellung, weil die Nachhut ihre Stellung verließ, um Beute zu sammeln; Mohammed wurde verwundet [2]. 627 belagerten die Mekkaner und ihre Verbündeten Medina im sogenannten Grabenkrieg, ohne Erfolg [1]. Die Verteidiger hatten einen Graben ausgehoben, die Belagerung dauerte etwa 30 Tage [2].
Der Konflikt mit den jüdischen Stämmen Medinas
Der Konflikt mit den drei jüdischen Stämmen Medinas eskalierte. Die Muslime belagerten sie, zwei Stämme wurden vertrieben [1]. Beim dritten Stamm, den Banu Quraiza, wurden die Männer getötet, Frauen und Kinder versklavt [1].
Als Anlass nennt die World History Encyclopedia den Grabenkrieg: Die Banu Quraiza, durch den Vertrag von Medina gebunden, sollen sich heimlich mit den Angreifern verbündet haben, weshalb ihnen Vertragsbruch vorgeworfen wurde. Ein muslimischer Richter fällte das Urteil, Mohammed billigte es [2]. Das Kleine Islam-Lexikon verzeichnet eine andere Einordnung: Nichtmuslime sähen den Vorgang oft als "schwarzen Fleck" in der Geschichte des frühen Islams [1]. Die World History Encyclopedia hält fest, dass das Ereignis bis heute Debatten auslöst [2].
Rückkehr nach Mekka
628 wollte Mohammed zur Kaaba pilgern, die Mekkaner verhinderten es [1]. Bei al-Hudaibiya vereinbarten beide Seiten eine Waffenruhe, 629 fand die vereinbarte Pilgerfahrt statt [1]. Den Aufbruch nach Mekka datiert die Zeittafel der World History Encyclopedia auf den 11.01.630 [2]. Um 630 nahmen die Muslime Mekka fast kampflos ein, die Kaaba wurde von den Zeichen der alten Götter gereinigt [1]. Danach verbreitete Mohammed den Islam unter den arabischen Stämmen, unter anderem über Gesandtschaften [1].
Abschiedswallfahrt und Tod
632 unternahm Mohammed die "Abschiedswallfahrt", die bis heute als Vorbild für den Ablauf der Pilgerfahrt gilt [1]. Nach der World History Encyclopedia war es seine einzige vollständige Pilgerfahrt [2]. Im selben Jahr starb er nach kurzer Krankheit in seinem Haus in Medina, an seiner Seite seine Frau Aischa [1, 2]. Sein Grab in der Prophetenmoschee in Medina ist ein bedeutender Wallfahrtsort [1].

Die Frage der Nachfolge
Einen Nachfolger hatte Mohammed nach der World History Encyclopedia nicht eindeutig bestimmt [2]. Abu Bakr gewann die Unterstützung der Mehrheit der Gemeinde und nahm den Titel Kalif an, Nachfolger des Propheten [3]. Die Anhänger Alis sahen dagegen Ali als einzigen rechtmäßigen Nachfolger [3]. Aus der Mehrheit gingen die Sunniten hervor, aus der "Partei Alis" die Schiiten [3]. Abu Bakr regierte von 632 bis 634, nach ihm Umar bis 644 und Uthman bis 656 [3]. Umar richtete mit dem Diwan eine Verwaltung ein, die Sold und Renten der Soldaten zahlte [3]. Unter Abu Bakr einten die Ridda-Kriege 632 und 633 die Arabische Halbinsel wieder [3]. Uthman wurde 656 in seinem Haus ermordet [3]. Ali war von 656 bis 661 Kalif; seine Regierungszeit bestimmte der Bürgerkrieg mit Muawiya, die erste Fitna, und 661 töteten ihn die Charidschiten beim Gebet [3]. Wie die Kalifen ihr Reich ausdehnten, beschreibt die Seite zur islamischen Expansion.
Vorbild, Überlieferung und Forschung
Mohammeds Handlungen und Aussprüche, die Sunna, sind vieltausendfach überliefert und bilden die Grundlage des islamischen Rechts [1]. Nach der Tradition bestätigte Gott sein Prophetentum durch Wunder, deren größtes der Koran sei [1]. Den Unterschied zwischen Koran und Überlieferung erklärt die Seite Koran und Hadith.
Die westliche Orientalistik hat die Quellen nach dem Islam-Lexikon eingehend untersucht. Die Geschichtlichkeit vieler Überlieferungen lässt sich vielfach bezweifeln, eine andere Rekonstruktion der Biografie scheint aber unmöglich [1]. In Europa herrschte lange Polemik vor. Aufklärung und Romantik betonten positive Seiten, seit dem 19. Jahrhundert deuten Islamforscher sein Wirken unterschiedlich [1].
- Studie Marco Schöller: Muḥammad, in: Ralf Elger, Friederike Stolleis (Hrsg.): Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage 2018. Bundeszentrale für politische Bildung (Lizenzausgabe). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Syed Muhammad Khan: Prophet Muhammad. World History Encyclopedia. Stand 02.12.2019. abgerufen am 29.10.2026
- Syed Muhammad Khan: Rashidun Caliphate. World History Encyclopedia. Stand 10.01.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Abd al-Halim Ragab: Kaaba, in: Ralf Elger, Friederike Stolleis (Hrsg.): Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage 2018. Bundeszentrale für politische Bildung (Lizenzausgabe). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Abd al-Halim Ragab: Mekka, in: Ralf Elger, Friederike Stolleis (Hrsg.): Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage 2018. Bundeszentrale für politische Bildung (Lizenzausgabe). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
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