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Die islamische Expansion: die arabischen Eroberungen im 7. und 8. Jahrhundert

Als islamische Expansion bezeichnet man die arabischen Eroberungen nach dem Tod Mohammeds 632. Unter den ersten Kalifen fielen Syrien, Ägypten, der Irak und das Perserreich, unter den Umayyaden Nordafrika, die Iberische Halbinsel und Gebiete in Zentralasien; im Osten stießen sie auch nach Sindh vor. Die Ausbreitung des Islam in der Bevölkerung dauerte danach noch Jahrhunderte.

Eine Karawanenroute durch goldene Sanddünen bei Sonnenaufgang mit einer Reihe Kamele in der Ferne
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Von der Mitte der 630er Jahre an eroberten arabische Heere in wenigen Jahrzehnten weite Teile des Nahen Ostens, Nordafrikas und Persiens [1]. Bis zum Beginn des 8. Jahrhunderts reichte die Herrschaft der Kalifen von der Iberischen Halbinsel bis nach Transoxanien in Zentralasien; im Osten stießen arabische Heere auch nach Sindh vor [1, 3]. Um die Religion selbst und ihre heilige Schrift geht es auf koran.domain-root.de, etwa unter Was ist der Koran?.

Die Ausgangslage

Mohammed starb am 8. Juni 632 in Medina. Als Geburtsjahr nennt die Überlieferung Jahre zwischen 570 und 573 [6]. Im Jahr 622 siedelte er mit seinen Anhängern von Mekka nach Medina über, diese Auswanderung heißt Hidschra [5]. Mit ihr beginnt die islamische Zeitrechnung. Eingeführt hat sie der Kalif Umar um 638; als Ausgangspunkt gilt der Beginn des Jahres der Hidschra, der 16. Juli 622 [5]. Mehr zur Person steht im Lebensbild Mohammed.

Die beiden Großmächte im Norden waren geschwächt. Das Oströmische Reich und das persische Sassanidenreich waren nach den langen Römisch-Persischen Kriegen erschöpft [1]. Wie sich die beiden Reiche entwickelt hatten, erzählen die Artikel über das Byzantinische Reich und das Perserreich.

Abu Bakr und die Einigung Arabiens

Nach Mohammeds Tod 632 wurde Abu Bakr der erste Kalif, also Nachfolger. Er regierte bis 634 [2]. In den Ridda-Kriegen von 632 bis 633 brachte er die Stämme der Arabischen Halbinsel wieder unter muslimische Herrschaft [2]. 634 siegten muslimische Truppen bei Adschnadain über ein byzantinisches Heer, und Damaskus fiel nach der World History Encyclopedia 634 oder 635 [2]. Abu Bakr starb noch 634 [2]. Nach der Überlieferung wies Abu Bakr seine Heere an, Frauen, Kinder und alte Menschen zu verschonen und Mönche in Ruhe zu lassen [2].

Umar: Syrien, Irak, Ägypten und Persien

Unter dem zweiten Kalifen Umar, der von 634 bis 644 regierte, gelangen die größten Eroberungen [2]. Im August 636 schlugen die Araber das byzantinische Heer am Jarmuk im heutigen Jordanien [1]. Damit war der Weg in die Levante frei [2]. Die Schlacht von Kadesia im Irak, die das Sassanidenreich schwer traf, datiert die World History Encyclopedia auf 636, die Wikipedia auf Januar 638 [1, 2]. Spätestens 638 ergab sich Jerusalem zu günstigen Bedingungen [1].

Ruinen einer antiken Steinstadt mit Säulen und Bögen in trockener Hügellandschaft im Abendlicht
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Danach wandten sich die Heere nach Ägypten. Der Sieg bei Heliopolis im Juli 640 öffnete das Land, und Alexandria fiel endgültig im September 642 [1, 2]. Im Osten kam es bei Nehawend südlich des heutigen Hamadan zur Entscheidungsschlacht gegen die Perser [1]. Der letzte Großkönig Yazdegerd III. floh und wurde 651 in Merw von einem Untergebenen getötet [1]. Umar baute auch eine Verwaltung auf: Mit dem Diwan erhielten die Soldaten Sold und Renten [2].

Uthman, Ali und der erste Bürgerkrieg

Unter dem dritten Kalifen Uthman, von 644 bis 656, griffen die Araber auch auf das Meer aus. 649 wurde Zypern angegriffen, 654 fielen Kreta, Kos und Rhodos [2]. 656 wurde Uthman in Medina von aufständischen Soldaten ermordet [2].

Sein Nachfolger Ali regierte von 656 bis 661, in einer Zeit des inneren Kriegs, der Ersten Fitna [2]. 656 kam es bei Basra zur sogenannten Kamelschlacht, im Jahr darauf endete die Schlacht von Siffin gegen Muawiya ohne Sieger [2]. Im Jahr 659 vereinbarten die Byzantiner und das Kalifat einen Frieden [2]. 661 wurde Ali von Charidschiten ermordet [2]. Mit ihm endete die Zeit der ersten vier Kalifen, die man nach ihrem arabischen Beinamen auch Kalifat der Raschidun nennt, und Muawiya übernahm die Herrschaft [2]. Wie sich der Islam in dieser Zeit und später entwickelte, beschreibt der Artikel Die Geschichte des Islam.

Die Umayyaden in Damaskus

Muawiya gründete 661 die Dynastie der Umayyaden und regierte von Damaskus aus [3]. 680 wurde Husain bei Kerbela getötet, was den Zweiten Bürgerkrieg von 680 bis 692 auslöste [3]. Kalif Abd al-Malik, der von 685 bis 705 herrschte, arabisierte sein Reich und führte eine eigene Münzprägung ein [3]. Unter ihm entstand 691 bis 692 der Felsendom in Jerusalem [3].

Ein frühmittelalterlicher Palasthof mit Steinarkaden, geometrischem Mosaikboden und kleinem Brunnen im Nachmittagslicht
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Im Westen eroberten die Umayyaden Nordafrika. Bis 693 war das Gebiet einschließlich Tunis in ihrer Hand [3], das oströmische Karthago hielt sich noch bis 697/698 [1]. 711 landeten muslimische Truppen, vorwiegend Berber, unter Tariq ibn Ziyad auf der Iberischen Halbinsel [1]. In der Schlacht am Guadalete besiegten sie den westgotischen König Roderich [3]. Im Osten erreichten die Araber um 710 Sindh [1], und 713 brachte Qutaiba ibn Muslim Transoxanien unter umayyadische Herrschaft [3].

Konstantinopel und Tours und Poitiers

An zwei Stellen kam die Ausbreitung zum Stehen. 717/718 belagerten die Araber Konstantinopel, konnten die Stadt aber nicht einnehmen [1]. Die World History Encyclopedia nennt das den ersten großen Rückschlag gegen die Byzantiner [3]. Ob es schon 674 bis 678 eine Belagerung gab, ist in der neueren Forschung umstritten [1].

Ein weites Flusstal in Westfrankreich im Herbst mit alten Eichenwäldern und Morgennebel über den Wiesen
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Im Westen stoppte Karl Martell 732 einen Vorstoß ins Frankenreich in der Schlacht von Tours und Poitiers [1, 3]. Die Kämpfe dauerten nach der World History Encyclopedia ungefähr eine Woche im frühen Oktober [7]. Ihre Bedeutung wird heute vorsichtiger gesehen als früher; die Wikipedia relativiert sie [1]. Das Reich Karl Martells beschreibt der Artikel über das Fränkische Reich.

Vom Kalifat der Umayyaden zu den Abbasiden

750 stürzten die Abbasiden die Umayyaden. Ihr Heer siegte am Großen Zab, Abu al-Abbas as-Saffah wurde in Kufa zum Kalifen ausgerufen, und der letzte umayyadische Kalif Marwan II. wurde in Ägypten getötet [4]. Im Sommer 751 besiegten die Araber in der Schlacht am Talas ein chinesisches Heer der Tang-Dynastie [1, 4]. Danach blieben die Beziehungen zwischen beiden Mächten friedlich [4]. Mehr über das China dieser Zeit steht im Artikel Die Tang-Dynastie.

Ein Umayyade überlebte: Abd ar-Rahman I. gründete 756 in Spanien das Emirat von Córdoba [3]. Die Abbasiden ließen unter dem Kalifen al-Mansur am Tigris eine neue Hauptstadt anlegen, Bagdad [4]. Ihre Herrschaft endete 1258, als die Mongolen Bagdad zerstörten [4]. Danach gab es noch abbasidische Kalifen ohne politische Macht in Kairo, unter dem Schutz der Mamluken, bis zur osmanischen Eroberung 1517 [4]. Den Weg der Mongolen beschreibt der Artikel Das Mongolische Reich.

Wie das Reich verwaltet wurde

Die Eroberer gründeten neue Städte, darunter Kufa und Basra im Irak, Fustat in Ägypten, Kairouan im heutigen Tunesien und Fès [1]. Sie dienten zuerst als Militärlager und wurden später zu Zentren der Verwaltung und Kultur [1]. In den eroberten Ländern übernahmen die Araber viele frühere Verwaltungsbeamte [1]. Zunächst blieben Griechisch und Persisch die Sprachen der Verwaltung. Erst unter Abd al-Malik ersetzte das Arabische beide Sprachen in der Verwaltung; im Jahr 699 wurde es Amtssprache [1].

Ruhig blieb es in den eroberten Gebieten nicht überall. Die Berber in Nordafrika leisteten Widerstand, wie zuvor schon gegen die Römer, und erhoben sich auch später immer wieder, so im Jahr 740 [1]. Das christliche Armenien wurde wiederholt von arabischen Truppen angegriffen, und auch im Kaukasus versuchten die Araber, Gebiete zu gewinnen [1].

Warum die Eroberungen so schnell gelangen

Die Forschung nennt mehrere Gründe. Ostrom und Persien waren nach den langen Kriegen erschöpft [1]. Oft wird auch die leichte, schnell operierende arabische Reiterei genannt, doch ob die schwere sassanidische Kavallerie ihr grundsätzlich unterlegen war, ist unklar [1]. Auch die Erklärung, die orthodoxe kaiserliche Regierung sei in Syrien und Ägypten aus religiösen Gründen nicht besonders beliebt gewesen, gilt in der neueren Forschung als sehr umstritten [1]. Die neueste Forschung beschreibt die frühe Expansion teils als Aufstand von Arabern, die zuvor unter römischer oder persischer Herrschaft gestanden hatten [1]. Nach der Wikipedia sollte außerdem die religiöse Motivation nicht überbetont werden, weil wirtschaftliche Erwägungen wie Beute und Handelsinteressen eine größere Rolle gespielt hätten [1]. Wie sicher solche Erklärungen sind, hängt von den Quellen ab. Die arabische Überlieferung zu den Feldzügen, die Futuh genannt wird, stammt unter anderem von Ibn Abd al-Hakam, al-Baladhuri und at-Tabari. Ihre Berichte sind detailliert, entstanden aber erst Jahrzehnte oder Jahrhunderte nach den Ereignissen, und von christlicher Seite gibt es nur verstreute Aussagen [1]. Die Wikipedia nennt die Quellenlage deshalb sehr problematisch [1]. Wie Historiker mit solchen Quellen umgehen, erklärt der Artikel Quellenkunde: wie Historiker arbeiten.

Andersgläubige und die lange Islamisierung

Die Eroberung eines Gebiets bedeutete nicht, dass seine Bewohner sofort Muslime wurden. Andersgläubige mussten eine besondere Kopfsteuer zahlen; ihren Rechtsstatus nennt man Dhimma [1]. Nach der World History Encyclopedia unterstützten monophysitische Christen in den byzantinischen Gebieten die Muslime bei der Abwehr byzantinischer Rückeroberungsversuche, weil sie lieber unter muslimischer Herrschaft lebten [2]. Noch gut 300 Jahre nach der militärischen Eroberung waren Muslime in vielen Teilen des Reiches nicht in der Mehrheit [1].

Wichtige Daten

JahrEreignis
622Hidschra von Mekka nach Medina [5]
632Tod Mohammeds, Abu Bakr wird Kalif [2, 6]
636Schlacht am Jarmuk [1]
636 oder 638Schlacht von Kadesia [1, 2]
642Alexandria fällt, Entscheidungsschlacht bei Nehawend [1]
651Tod Yazdegerds III., Ende des Sassanidenreichs [1, 2]
661Beginn der Umayyaden in Damaskus [3]
711Landung auf der Iberischen Halbinsel [1]
717/718Belagerung von Konstantinopel scheitert [1]
732Schlacht von Tours und Poitiers [1]
750Sturz der Umayyaden, Beginn der Abbasiden [4]
751Schlacht am Talas [1]
  1. Islamische Expansion. Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Syed Muhammad Khan: Rashidun Caliphate. World History Encyclopedia. Stand 10.01.2020. abgerufen am 29.10.2026
  3. Syed Muhammad Khan: Umayyad Dynasty. World History Encyclopedia. Stand 28.01.2020. abgerufen am 29.10.2026
  4. Syed Muhammad Khan: Abbasid Dynasty. World History Encyclopedia. Stand 25.03.2020. abgerufen am 29.10.2026
  5. Hidschra. Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Mohammed. Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Battle of Tours. World History Encyclopedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.