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Christoph Kolumbus: der Seefahrer aus Genua und seine vier Reisen
Christoph Kolumbus wurde 1451 in Genua geboren und starb am 20. Mai 1506 in Valladolid. Im Auftrag der spanischen Krone unternahm er von 1492 bis 1504 vier Reisen über den Atlantik und landete am 12. Oktober 1492 auf den Bahamas, hielt die Inseln aber zeitlebens für einen Teil Asiens.

Christoph Kolumbus wurde 1451 in Genua geboren und starb am 20. Mai 1506 in Valladolid [1]. Für die spanischen Könige Ferdinand und Isabella fuhr er 1492 nach Westen, um Asien zu erreichen, und landete am 12. Oktober auf einer Insel der Bahamas [1]. Bis zu seinem Tod glaubte er, in Asien gewesen zu sein [3]. Mit seiner zweiten Reise begannen Eroberung und Besiedlung der Inseln [1]. Was die Fahrt von 1492 für beide Kontinente bedeutete, beschreibt der Artikel zur "Entdeckung" Amerikas.
Herkunft in Genua
Seine Heimatstadt Genua gehört erst seit 1861 zu Italien [2]. Die Eltern hießen Domenico Colombo und Susanna Fontanarossa. Kolumbus hatte die Brüder Bartolomeo, Giovanni und Giacomo, der später Diego genannt wurde, und die Schwester Bianchinetta [1, 2]. Nach der World History Encyclopedia war der Vater Weber und Schankwirt [2]. Das Mariners' Museum schreibt, Kolumbus habe im Wollweberbetrieb des Vaters gelernt [1].
Kolumbus gab an, schon mit zehn Jahren zur See gefahren zu sein. Mit 20 Jahren war er nach der World History Encyclopedia bis nach Island und in die Ägäis gekommen, 1476 befehligte er ein eigenes Handelsschiff [2]. Mit der Flotte Genuas segelte er im Mittelmeer [1].
Jahre in Portugal
Nach einem Schiffbruch vor der portugiesischen Küste blieb Kolumbus in Portugal. Mit seinem Bruder Bartolomeo arbeitete er dort als Kartenzeichner und Buchhändler [1]. Er besaß eine Ausgabe des Reiseberichts von Marco Polo [1]. Kolumbus heiratete die portugiesische Adlige Filipa Moniz Perestrelo, der Sohn Diego war spätestens 1480 geboren [2]. Ein zweiter Sohn hieß Fernando [1]. Bis 1485 steuerte er für Portugal Schiffe an der Westküste Afrikas entlang [2]. Über den venezianischen Reisenden informiert der Artikel über Marco Polo.

Der Plan und eine Fehlrechnung
1474 schickte der Florentiner Gelehrte Paolo dal Pozzo Toscanelli Kolumbus eine Weltkarte. Toscanelli hatte die Fahrt nach Westen schon König Alfons V. von Portugal vorgeschlagen, der ablehnte [2]. Kolumbus schätzte die Strecke von den Kanarischen Inseln bis China auf rund 3.700 Kilometer, tatsächlich sind es etwa 19.600 Kilometer [2]. Dass die Erde rund ist, wussten gebildete Europäer damals bereits [2].
Um 1484 bat Kolumbus König Johann II. von Portugal um Geld, der lehnte ab [2]. Auch England und Frankreich sagten nein, nach der World History Encyclopedia ebenso Genua und Venedig [1, 2]. Erst nach sieben Jahren gewann er Ferdinand und Isabella von Spanien [1]. Am 17. April 1492 schlossen sie mit ihm die Kapitulationen von Santa Fe [2]. Für den Fall des Erfolgs versprachen sie ihm nach Darstellung der Library of Congress [3]:
- die Erhebung in den Ritterstand,
- den Titel "Admiral des Ozeanischen Meeres",
- das Amt des Vizekönigs aller neuen Länder,
- zehn Prozent aller neuen Reichtümer.
Die Vereinbarung wurde 1493 und 1494 ergänzt und 1497 bestätigt [3]. Die World History Encyclopedia nennt im Fließtext zusätzlich, dass der Krone 90 Prozent der Gewinne zustehen sollten [2]. Nach der Rückkehr von der ersten Reise sicherte eine päpstliche Bulle Spanien, die Bulle "Inter caetera" vom 4. Mai 1493, die neuen Gebiete zu und grenzte die spanischen von den portugiesischen Fahrtgebieten ab. Die Bulle "Dudum siquidem" vom 26. September 1493 erweiterte diese Schenkung [3].
Die vier Reisen
Zwischen 1492 und 1504 überquerte Kolumbus viermal den Atlantik. Die Übersicht folgt der World History Encyclopedia und dem Mariners' Museum [1, 2]:

| Reise | Zeitraum | Wichtige Stationen |
|---|---|---|
| Erste | 1492 bis 1493 | Abfahrt am 3. August 1492 mit der "Niña", der "Pinta" und der "Santa María", an Bord nach dem Mariners' Museum 87 Männer; Landung auf Guanahani, das er San Salvador nannte; Kuba, das er für einen Teil Chinas hielt; Hispaniola mit der Siedlung La Navidad, in der 39 Männer zurückblieben [1, 2] |
| Zweite | 1493 bis 1496 | 17 Schiffe mit Siedlern, Ziel war Eroberung und Besiedlung; die Siedler von La Navidad waren getötet worden [1, 2] |
| Dritte | 1498 bis 1500 | Erreichen des südamerikanischen Festlands [1, 2] |
| Vierte | 1502 bis 1504 | Suche nach der Straße von Malakka; nach Stürmen zwei Jahre auf Jamaika gestrandet, Rückkehr nach Spanien im November 1504 [1, 2] |
Auf der ersten Reise gab Kolumbus mehreren Inseln neue Namen, darunter Santa María de Concepción, Fernandina und Isabella [1]. Die "Santa María" war nach der World History Encyclopedia 1460 in Pontevedra vom Stapel gelaufen [2]. Auf der Rückfahrt im Januar 1493 zwangen Stürme Kolumbus, zuerst in Portugal zu landen [1]. Die Menschen auf den Inseln nannte Kolumbus "indios", weil er glaubte, Indien erreicht zu haben. So entstand die Bezeichnung "Indianer" [1, 2]. Wie andere Seefahrer zur gleichen Zeit neue Routen suchten, zeigt der Artikel über die Entdeckungsfahrten.
Die Taíno und die Folgen der Ankunft
Als Taíno werden heute die Arawak sprechenden Völker der großen nördlichen Karibikinseln und ihre Nachfahren bezeichnet [6]. Schon 1493 brachte er verschleppte Einheimische nach Spanien [2]. Auf Hispaniola versklavten Siedler viele Menschen, schickten einige nach Europa und zwangen andere, Gold abzubauen [1]. Mit der zweiten Reise begann das System der Encomienda, das spanischen Siedlern die Arbeit der Einheimischen zuteilte [2]. Krankheiten und Versklavung kosteten viele Menschen das Leben [2].

Bartolomé de Las Casas schrieb, bis 1495 sei die einheimische Bevölkerung um 50.000 Menschen zurückgegangen. Viele moderne Fachleute halten diese Zahl für übertrieben, nach der World History Encyclopedia ist sie jedoch wahrscheinlich zu niedrig [2]. Die Begleittexte der Smithsonian-Wanderausstellung zu den Taíno beschreiben die Begegnung mit Kolumbus 1492 als Beginn einer Invasion spanischer Soldaten, Priester und Siedler, die die Zivilisation der Taíno schwer traf und ihre Bevölkerung dezimierte. Koloniale Beamte gingen bis in die 1550er-Jahre davon aus, dass die Taíno ausgestorben seien. Die Ausstellung zeigt dagegen, dass Menschen und Kultur der Taíno überlebten und dass heute eine wachsende Bewegung von Nachfahren ihre indigene karibische Identität bekräftigt [6]. Über die spätere Verschleppung von Menschen aus Afrika berichtet der Artikel zum atlantischen Sklavenhandel.
Gouverneur, Verhaftung und letzte Jahre
Auf der dritten Reise war Kolumbus Gouverneur von Hispaniola. Siedler beschwerten sich in Spanien über ihn, die Krone schickte Francisco de Bobadilla als neuen Gouverneur, und Kolumbus wurde als Gefangener nach Spanien gebracht [1]. Die World History Encyclopedia datiert die Verhaftung von Kolumbus und seinem Bruder auf 1499. Vorausgegangen seien Vorwürfe der Willkür und Bestechung, nachdem Kolumbus Siedler bestraft hatte, die Einheimische als Sklaven verkauften. Ferdinand und Isabella hätten ihn und seinen Bruder freigesprochen und Kolumbus wieder in die Karibik geschickt [2]. Nach der Library of Congress war er 1502 der Misswirtschaft in den Kolonien beschuldigt [3].
Vor der vierten Reise ließ er 1502 in Sevilla sein "Buch der Privilegien" in vier Exemplaren anfertigen, drei auf Pergament und eines auf Papier. Es enthielt seine Verträge mit der Krone [3]. Ein Wappen hatte er schon mit einem Schreiben vom 20. Mai 1493 erhalten. Später änderte er es, nahm königliche Farben auf und fügte unter anderem einen Kontinent und fünf Anker hinzu [3]. In seinen letzten Jahren war er nach der Library of Congress enttäuscht und politisch bedeutungslos [3]. Kolumbus starb am 20. Mai 1506 in Valladolid, krank und gealtert [1].
Wie an Kolumbus erinnert wird
Historiker haben Kolumbus sehr verschieden beschrieben, als Visionär, als gescheiterten Verwalter oder als rücksichtslosen Imperialisten [3]. Nach der World History Encyclopedia machte erst ein Buch von Washington Irving aus dem Jahr 1828 die Erzählung von der "Entdeckung Amerikas" populär, die die Enzyklopädie als weitgehend erfunden bezeichnet [2]. Benannt wurde der Kontinent ohnehin nach Amerigo Vespucci, dessen Briefe veröffentlicht wurden [2].
In den USA rief Präsident Benjamin Harrison 1892, zum 400. Jahrestag der Landung, einen Gedenktag aus, Colorado beging den Tag 1906 als erster Bundesstaat. Italoamerikanische Verbände setzten sich für den Feiertag ein, und auch der Name der Hauptstadt Washington, D.C., von 1791 sollte nach der World History Encyclopedia unter anderem an Kolumbus erinnern [2]. Nach dem Mariners' Museum ist der Columbus Day seit 1971 ein Feiertag des Bundes am zweiten Montag im Oktober. NPR nennt dagegen 1934, als Präsident Franklin Roosevelt den Tag zum Bundesfeiertag erklärte [1, 5]. Seit den 1970er-Jahren wird zunehmend gefordert, an diesem Tag stattdessen die indigenen Völker zu ehren [2]. Die World History Encyclopedia hält auch die Gegenseite für berechtigt, die auf die Bedeutung des Tages für italoamerikanische Gemeinschaften verweist [2]. Joe Biden erkannte 2021 als erster Präsident offiziell einen Indigenous Peoples' Day am selben Datum an [5]. Nach Zahlen des Pew Research Center, die NPR im Oktober 2025 zitierte, erkennen 30 Bundesstaaten und drei Territorien den Columbus Day in irgendeiner Form an, während 17 Bundesstaaten und der District of Columbia an diesem Tag der indigenen Bevölkerung gedenken. Einige Staaten sind in beiden Zählungen enthalten [5].
Stand 29.10.2026: Für 2026 erklärte Präsident Donald Trump mit einer Proklamation vom 7. Oktober 2026 den 12. Oktober 2026 zum Columbus Day. Rechtsgrundlage ist eine gemeinsame Entschließung des Kongresses vom 30. April 1934, geändert 1968 [4]. Die Proklamation beschreibt Kolumbus als "Legende", hebt seinen Glauben und seine Ausdauer hervor und schreibt ihm zu, die westliche Zivilisation über den Atlantik gebracht zu haben. Den Indigenous Peoples' Day erwähnt sie nicht [4].
- Organisation Christopher Columbus (Ages of Exploration). The Mariners' Museum and Park. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Joshua J. Mark: Christopher Columbus. World History Encyclopedia. Stand 12.10.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde 1492: An Ongoing Voyage, Christopher Columbus: Man and Myth. Library of Congress. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Columbus Day, 2026 (Proklamation). The White House. Stand 07.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Ayana Archie: Trump issues a Columbus Day proclamation (NPR). MPR News. Stand 11.10.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Caribbean Indigenous Resistance / ¡Taíno Vive! (Smithsonian-Wanderausstellung). Grinnell College. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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