Personen der GeschichteRatgeber
Friedrich I. Barbarossa: der Stauferkaiser zwischen Papst, Lombarden und Welfen
Friedrich I. Barbarossa (wohl 1122 bis 1190) aus dem Geschlecht der Staufer wurde 1152 zum König gewählt und 1155 in Rom zum Kaiser gekrönt. Er führte mehrere Feldzüge nach Italien, stritt mit Papst Alexander III. und entmachtete 1180 Heinrich den Löwen. Auf dem Kreuzzug ertrank er am 10. Juni 1190 im Fluss Saleph in Kleinasien.

Friedrich I. wurde nach der Neuen Deutschen Biographie wohl 1122 geboren, das Wien Geschichte Wiki nennt dasselbe Jahr [1, 2]. Er stammte aus dem Geschlecht der Staufer, wurde 1152 zum König gewählt, 1155 zum Kaiser gekrönt und ertrank am 10. Juni 1190 auf dem Kreuzzug im Fluss Saleph in Kleinasien [1, 2]. Den Beinamen Barbarossa, Rotbart, gaben ihm die Italiener [1].
Herkunft zwischen Staufern und Welfen
Friedrich war der einzige Sohn Herzog Friedrichs II. von Schwaben und der Judith, einer Tochter des Bayernherzogs Heinrich des Schwarzen aus dem Haus der Welfen [1]. Der Vater starb 1147, Friedrich trug danach selbst den Titel eines Herzogs von Schwaben [1]. Die Fürsten wählten ihn nach dem Bericht seines Onkels, des Geschichtsschreibers Otto von Freising, auch deshalb, weil er staufisches und welfisches Blut in sich vereinte und den Streit beider Häuser seit der Wahl Lothars III. 1125 beenden sollte [1]. Auf dem Zweiten Kreuzzug hatte er sich als Krieger bewährt [1]. Seine erste Ehe mit Adela von Vohburg, geschlossen um 1147, wurde 1153 geschieden [1].
Königswahl 1152 und erste Jahre
Am 5. März 1152 wählten die Fürsten Friedrich in Frankfurt zum König [1, 2]. Konrad III. hatte nach dem Wien Geschichte Wiki seinen Neffen empfohlen und nicht den eigenen, damals 16 Jahre alten Sohn [2]. Am 9. März 1152 krönte Erzbischof Arnold von Köln den neuen König in Aachen [1, 2].
Im Dezember 1152 vereinbarten Bevollmächtigte in Rom mit Papst Eugen III. einen Vertrag, den Friedrich im März 1153 in Konstanz bestätigte, den Konstanzer Vertrag [1]. Auf einem Fürstentag in Goslar im Juni 1154 sprachen die Fürsten das Herzogtum Bayern seinem welfischen Vetter Heinrich dem Löwen zu [1]. Wie das Reich aufgebaut war, das Friedrich regierte, erklärt der Artikel Das Heilige Römische Reich.
Kaiserkrönung in Rom
Im Oktober 1154 brach Friedrich zum ersten Zug nach Italien auf [1]. Auf den Roncalischen Feldern am Po, oberhalb von Piacenza, ließ er sich huldigen und erließ am 5. Dezember 1154 ein Lehnsgesetz, das die Veräußerung von Lehen für die Zukunft verbot [1]. Im April 1155 ließ er die Stadt Tortona zerstören [1]. Am 18. Juni 1155 krönte ihn Papst Hadrian IV. in der Peterskirche zum Kaiser [1]. Am Krönungstag drängten Römer zur Kirche, sie wurden mit Waffengewalt zurückgeschlagen, vor allem durch Heinrich den Löwen und seine Sachsen [1].

Am 9. Juni 1156 heiratete Friedrich in Würzburg Beatrix von Burgund, durch die Ehe kam Burgund an ihn [1]. Im selben Jahr wurde die Mark Österreich durch einen Fürstenspruch in Regensburg zum Herzogtum erhoben. Die Urkunde dazu, das "Privilegium minus" vom 17. September 1156, gab dem Babenberger Heinrich Jasomirgott und seiner Frau Theodora besondere Vorrechte [1].
Streit mit dem Papst
Auf einem Hoftag in Besançon im Herbst 1157 verlasen päpstliche Gesandte ein Schreiben, in dem von "beneficia" die Rede war, die der Kaiser aus der Hand des Papstes empfangen habe [1]. Kanzler Rainald von Dassel übersetzte das Wort mit "Lehen" statt mit "Wohltaten", die Fürsten empörten sich, und Otto von Wittelsbach ging mit dem Schwert auf einen Legaten los. Der Kaiser rettete die Gesandten [1].
Im Juni 1158 begann der zweite Italienzug, im November hielt Friedrich einen Reichstag auf den Roncalischen Feldern [1]. Juristen sprachen dem Reich dort in einem Weistum weitreichende Hoheitsrechte zu [1]. In seinen Urkunden behielt Friedrich bei Verleihungen die Rechte des Reiches vor, die Formel vom "honor imperii", der Ehre des Reiches. Heimpel sieht darin ein päpstliches Vorbild [1].
Mailand und das Schisma
Im September 1158 unterwarf sich Mailand. Nach dem Tod Hadrians IV. am 1. September 1159 wählte ein Teil der Kardinäle am 7. September Alexander III., ein anderer Teil Viktor IV. [1]. Ein Konzil in Pavia entschied sich im Januar 1160 für Viktor IV. und bannte Alexander III. [1]. Der Kaiser hielt zu Viktor IV. und später zu Paschalis III., die Kirchenspaltung dauerte bis 1177 [1].
Gegen Mailand ging der Krieg weiter. Das kaiserliche Heer schloss die Stadt ein, nach einem Jahr erzwangen Hunger und Elend im März 1162 die bedingungslose Übergabe [1]. Die Mauern wurden niedergelegt, Mailand wurde als Stadtgemeinde aufgelöst und von einem kaiserlichen Podestà regiert [1]. Am 29. Dezember 1165 ließ Friedrich in Aachen Karl den Großen heiligsprechen [1]. Im Juli 1165 war er etwa zwei Wochen in Wien, wo er beim Herzog Heinrich Jasomirgott wohnte [2]. Mehr über den heiliggesprochenen Herrscher steht im Lebensbild Karl der Große.
1167 zog Friedrich gegen Rom. Eine Malaria-Epidemie dezimierte sein Heer, am 14. August 1167 starb Rainald von Dassel [1]. Im Dezember 1167 schlossen sich die Städte Norditaliens zum Lombardenbund zusammen [1]. Am 15. August 1169 wählten die Fürsten in Bamberg den damals vierjährigen Sohn Heinrich zum König [1].
Legnano und der Frieden von Venedig
1176 traf Friedrich nordwestlich von Mailand bei Legnano auf das Heer der Lombarden und erlitt eine Niederlage, die ihn viele Männer und viel Ansehen kostete. Er ritt selbst ins Gefecht und wurde aus dem Sattel gestoßen [1]. Auch die Enciclopedia Treccani nennt 1176 als Jahr der Niederlage bei Legnano [7]. Im November 1176 folgte der Vorfrieden von Anagni [1]. Am 24. Juli 1177 leistete der Kaiser in Venedig vor dem vor der Markuskirche thronenden Alexander III. den Fußkuss und wurde vom Bann gelöst, am 1. August wurde der Frieden ratifiziert [1]. Am 30. Juli 1178 ließ sich Friedrich in Arles zum König von Burgund krönen [1]. Mit den lombardischen Städten schloss er am 25. Juni 1183 den Frieden von Konstanz [1].
Der Sturz Heinrichs des Löwen
Gegen seinen Vetter Heinrich den Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern, verhängte Friedrich am 24. Juni 1179 die Acht [1]. Im Januar 1180 wurden Heinrich in Würzburg die Reichslehen aberkannt [1]. Mit einer Urkunde, ausgestellt am 13. April 1180 in der Pfalz Gelnhausen, gab der Kaiser den westlichen Teil des welfischen Sachsen als Herzogtum Westfalen und Engern an die Kölner Kirche, einen kleinen Teil mit dem sächsischen Herzogsnamen an Bernhard von Anhalt [1]. Bayern erhielt 1180 Otto von Wittelsbach [1]. Im August 1181 verlor Heinrich mit Lübeck seinen letzten Rückhalt [1]. Die Zeit erklärt der Artikel Deutschland im Mittelalter.
Mainzer Hoffest und Thronfolge
Zu Pfingsten 1184 feierte Friedrich in Mainz ein großes Hoffest zur Schwertleite seines Sohnes Heinrich, also zu dessen feierlicher Aufnahme in den Ritterstand [1]. Mitten im Turnier stürzte die hölzerne Hofkapelle in einem Sturm ein [1]. Kaiserin Beatrix starb am 11. November 1184 in der Pfalz Gelnhausen [1]. Am 26. Januar 1186 heiratete Heinrich VI. in Mailand Konstanze und wurde dort zum König von Italien gekrönt [1]. Der Sohn aus dieser Ehe ist das Thema des Lebensbilds Friedrich II. von Hohenstaufen.
Kreuzzug und Tod im Saleph
Im Oktober 1187 eroberte Saladin Jerusalem [1]. Im April 1188 hielt Friedrich in Mainz den "Hoftag Christi" und nahm das Kreuz [1]. Auf diesem Hoftag verhinderte er Ausschreitungen gegen die Mainzer Juden und stellte Gewalt gegen Juden unter Strafe [1]. 1189 brach das Heer aus Regensburg auf und zog über Wien, Ungarn und das Byzantinische Reich nach Osten [1]. In Wien kam der Kaiser am 18. Mai 1189 an, Herzog Leopold V. versorgte das Heer, nach dem Abzug mussten 500 Kreuzfahrer das Heer wegen Fehlverhaltens und Diebstahls verlassen [2]. Im März 1190 setzte das Heer über die Dardanellen, am 18. Mai 1190 eroberte es Ikonium [1].

Am 10. Juni 1190 ertrank Friedrich im Saleph, der in der Neuen Deutschen Biographie Selef heißt [1, 2]. Nach einer Mahlzeit wollte er schwimmen und wurde tot aus dem schnell fließenden Fluss geborgen [1]. Seine Eingeweide wurden in Tarsus beigesetzt, das Fleisch im Dom von Antiochia, die Gebeine gingen in Tyrus verloren [1]. Sein Sohn Herzog Friedrich von Schwaben starb im Januar 1191 vor Akkon [1]. Den Gegner des Kreuzzugs stellt das Lebensbild Saladin vor, die Feldzüge insgesamt der Artikel Die Kreuzzüge.
Aussehen, Bildnisse und Beiname
Die Neue Deutsche Biographie beschreibt Friedrich als schlank und nicht ungewöhnlich groß, mit rotblondem Haar und Bart und hellen Augen [1]. Latein beherrschte er nur unvollkommen, in seiner Muttersprache galt er als redegewandt [1]. Als Bildnisse gelten ein Bronzekopf, den er wohl Ostern 1156 seinem Taufpaten Graf Otto von Cappenberg schenkte und der "nach dem Ebenbilde des Kaisers geformt" sein soll, und eine Sitzfigur am Westportal des Freisinger Doms [1]. Den Namen Barbarossa gaben ihm die Italiener, in der Volkssprache ist er erst aus dem späten 13. Jahrhundert belegt [1].
Die Kyffhäuser-Sage
Bekannt ist Barbarossa vielen durch die Sage vom Kaiser, der im Kyffhäuser schläft. Nach dem Historiker Steffen Raßloff war ihr Held ursprünglich der Enkel, Friedrich II. [3]. Erst im frühen 19. Jahrhundert, als die Idee eines deutschen Nationalstaats aufkam, ging die Rolle auf den Großvater über. Friedrich Rückert steht für diese Neuerzählung, sein Gedicht "Der alte Barbarossa" erschien 1817 [6]. Die Brüder Grimm nahmen die Barbarossa-Fassung in ihre Sammlung deutscher Sagen auf [3]. Das Kyffhäuserdenkmal, 1890 bis 1896 errichtet, zeigt oben Kaiser Wilhelm I. zu Pferd und darunter im Burghof Barbarossa als Steinbild [4, 5].

- Studie Friedrich I. Barbarossa (Hermann Heimpel), Neue Deutsche Biographie 5, S. 459 bis 478. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 1961. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Barbarossa. Wien Geschichte Wiki, Stadt Wien. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Barbarossa: Was man zu Kaiser und Sage wissen sollte, bevor man sich zum Kyffhäuser auf den Weg macht (Ralf Julke über Steffen Raßloff, "Barbarossa", 2021). Leipziger Internet Zeitung. Stand 29.04.2021. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Zeittafel. Kyffhäuser-Denkmal. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Das Kaiser Wilhelm-Denkmal auf dem Kyffhäuser, Die Gartenlaube 1896, Heft 24 (Wikisource). Die Gartenlaube. Stand 1896. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Barbarossasage. Kyffhäuser-Denkmal. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Federico I imperatore, detto il Barbarossa. Enciclopedia Treccani, Istituto della Enciclopedia Italiana. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
PersonenSaladinSaladins Leben von Tikrit bis Damaskus: kurdische Herkunft, Aufstieg in Ägypten, Hattin und die Rückeroberung Jerusalems …
PersonenFriedrich II. von HohenstaufenFriedrich II. (1194 bis 1250) war König von Sizilien, römisch-deutscher Kaiser und König von Jerusalem.
PersonenDschingis KhanDschingis Khan von der Kindheit als Temüdschin bis zum Tod 1227: Aufstieg in der Steppe, Kurultai 1206, Feldzüge gegen China …