Das 21. JahrhundertRatgeber

Der 11. September 2001: die Anschläge und ihre Folgen

Am 11. September 2001 entführten 19 Terroristen der Al-Qaida vier Passagierflugzeuge in den USA. Zwei steuerten sie in die Türme des World Trade Centers in New York, eines in das Pentagon, das vierte stürzte in Pennsylvania ab. Dabei starben 2.977 Menschen aus 90 Ländern, die Anschläge leiteten den "Krieg gegen den Terror" mit den Kriegen in Afghanistan und im Irak ein.

Zwei große quadratische Wasserbecken mit Wasserfällen an dunklen Steinwänden auf einem Platz mit Eichen im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Am Morgen des 11. September 2001 entführten 19 Attentäter der islamistischen Terrororganisation Al-Qaida in den USA vier Linienflugzeuge [1]. Innerhalb von gut einer Stunde trafen drei davon das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington, das vierte stürzte in Pennsylvania ab [1]. Rund 3.000 Menschen kamen ums Leben. Die Anschläge gelten als Ausgangspunkt des "Kriegs gegen den Terror", der die Politik der USA und ihrer Verbündeten über Jahre bestimmte [1].

Der Ablauf am Morgen

Zwischen dem ersten Einschlag und dem Einsturz des zweiten Turms lagen weniger als zwei Stunden [1]:

Ein klarer blauer Spätsommerhimmel über dem Hochhausufer einer Hafenstadt, im Vordergrund ruhiges Flusswasser
Bild: KI-generiert
UhrzeitEreignis
8:46 UhrAmerican-Airlines-Flug 11 trifft den Nordturm des World Trade Centers [1]
9:03 UhrUnited-Airlines-Flug 175 trifft den Südturm [1]
9:37 UhrAmerican-Airlines-Flug 77 trifft den Westteil des Pentagons in Arlington, Virginia [1]
9:59 UhrDer Südturm stürzt ein [1]
10:03 UhrUnited-Airlines-Flug 93 stürzt auf ein Feld in Pennsylvania [1]
10:28 UhrDer Nordturm stürzt ein [1]

An Bord von Flug 93 wehrten sich die Passagiere gegen die Entführer, bevor die Maschine abstürzte. Vermutlich wollten die Täter mit ihr Washington erreichen [1]. Nach dem Bericht der 9/11-Kommission war Ziad Jarrah in der Entführergruppe dieser Maschine der entscheidende Mann mit Pilotenausbildung. An Bord von Flug 11 war Mohamed Atta der einzige Täter, der für das Fliegen eines Düsenflugzeugs ausgebildet war [5].

Die Opfer

Das National September 11 Memorial and Museum in New York zählt 2.977 Todesopfer aus 90 Ländern, die 19 Attentäter nicht mitgerechnet [2]. In New York starben 2.753 Menschen, im Pentagon 184 und an Bord von Flug 93 40 [1, 2]. Mehr als 6.000 Menschen wurden verletzt. Tausende Menschen erkrankten später an den Folgen der giftigen Staub- und Rauchwolken [1].

Für die Opfer und ihre Angehörigen richtete der Staat kurz nach den Anschlägen einen Entschädigungsfonds ein. Er ist nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung inzwischen bis in die 2090er Jahre genehmigt und finanziell abgesichert [1].

Die Täter und die Planung

Hinter den Anschlägen stand Al-Qaida unter Osama bin Laden. Bin Laden bekannte sich 2004 offiziell zu der Tat [1]. Die Idee stammte nach dem Abschlussbericht der amerikanischen Untersuchungskommission von Khalid Scheich Mohammed. Er schlug bin Laden Mitte 1996 bei einem Treffen in Tora Bora in Afghanistan vor, Piloten auszubilden und Flugzeuge in Gebäude in den USA zu steuern. Bin Laden stimmte dem Plan erst Ende 1998 oder Anfang 1999 zu, intern hieß er danach "planes operation" [3].

Mehrere der Attentäter kamen aus einer Gruppe junger Männer, die in Hamburg studiert hatten. Mohamed Atta zog im Herbst 1992 nach Hamburg und studierte Stadtplanung an der Technischen Universität Hamburg-Harburg [3]. Ziad Jarrah hatte ab April 1996 in Greifswald studiert. Im Herbst 1997 zog er nach Hamburg und gab im September 1997 die Zahnmedizin zugunsten des Flugzeugbaus an der Technischen Universität Hamburg-Harburg auf. Marwan al-Shehhi kam im April 1996 nach Deutschland, studierte zunächst in Bonn und zog Anfang 1998 nach Hamburg [3]. Zum Kreis gehörte auch Ramzi Binalshibh. Er kam 1995 nach Deutschland und lebte in Hamburg, solange sein Asylantrag lief. 1997 kehrte er als eingeschriebener Student dorthin zurück, hatte aber immer wieder Probleme im Studium und wurde im September 1998 von einer Schule verwiesen [3]. In Afghanistan traf er bin Laden später in Kandahar unter vier Augen und nahm dessen Angebot an, künftig für ihn zu arbeiten [3].

Die Kommission betont, wie schnell die Hamburger ausgewählt wurden. Bin Laden bestimmte sie für die Operation, bevor sie sich in Trainingslagern oder bei anderen Einsätzen bewährt hatten [3].

Ende November 1999 brachen Atta und Jarrah von Hamburg in Richtung Karachi auf, um nach Afghanistan zu gelangen, Shehhi und Binalshibh folgten kurz darauf. Dort schworen sie bin Laden Treue. Atta wählte er als Anführer der Gruppe aus [3]. Die Kommission bezeichnet Atta und Shehhi als mutmaßliche Anführer der Teams an Bord der beiden Maschinen, die in New York einschlugen [5].

Reaktionen in den USA und in Europa

US-Präsident George W. Bush kündigte Vergeltung an [1]. Er machte Al-Qaida verantwortlich und brachte das Netzwerk mit dem Taliban-Regime in Verbindung, das damals in Afghanistan herrschte [1]. Am 12. September 2001 verurteilte der UN-Sicherheitsrat die Anschläge [1]. Im Deutschen Bundestag wurden am selben Tag die Haushaltsberatungen unterbrochen, Bundeskanzler Gerhard Schröder sicherte den USA die Solidarität Deutschlands zu [1].

Ebenfalls am 12. September stellte der Nordatlantikrat den Bündnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrags fest, am 2. Oktober 2001 bestätigte er ihn [1]. Es war das erste und bisher einzige Mal, dass die NATO den Bündnisfall ausrief. Am 4. Oktober 2001 beschlossen die damals 19 Mitglieder acht Maßnahmen zur Unterstützung der USA, darunter einen besseren Austausch von Geheimdienstinformationen, Überfluggenehmigungen und den Einsatz von Seestreitkräften im östlichen Mittelmeer [1]. Wie das Bündnis im Kalten Krieg entstanden war, erklärt der Artikel über den Kalten Krieg.

Der Krieg gegen den Terror

Mit den Anschlägen begann, was die US-Regierung den Krieg gegen den Terror nannte [1]. Am 7. Oktober 2001 begannen die USA in Afghanistan die Operation Enduring Freedom. Die Bundeswehr beteiligte sich nach einem Beschluss des Bundestags vom 16. November 2001 [1]. Daneben entstand im Dezember 2001 auf Grundlage der UN-Resolution 1386 die Schutztruppe ISAF, an der sich ebenfalls die Bundeswehr beteiligte. 2003 übernahm die NATO ihr Kommando, 2014 folgte die kleinere Mission Resolute Support [1]. Nach einem Abkommen der USA mit den Taliban im Jahr 2020 eroberten die Taliban im August 2021 Kabul, der internationale Einsatz endete im selben Monat [1].

Ein trockenes Bergtal mit staubiger Piste, kleinen Lehmhäusern und Pappeln vor schroffen Gipfeln
Bild: KI-generiert

In Deutschland legte ein Untersuchungsausschuss des Bundestags 2025 seinen Bericht zum Afghanistan-Einsatz vor. Er kritisiert unter anderem eine mangelnde internationale Abstimmung, langsame Verfahren für die afghanischen Ortskräfte und Fehleinschätzungen der Lage. Im selben Jahr veröffentlichte auch eine Enquete-Kommission ihren Abschlussbericht [1].

Der zweite große Krieg dieser Jahre war der gegen den Irak. Die US-Regierung begründete ihn mit Massenvernichtungswaffen des Landes und mit angeblichen Verbindungen zu Al-Qaida. Die vorgelegten Beweise zu den Massenvernichtungswaffen stellten sich als falsch heraus [1]. Am 20. März 2003 begann ohne UN-Mandat die "Operation Iraqi Freedom", Deutschland und Frankreich beteiligten sich nicht [1]. Nach US-Angaben schlossen sich bis zu 49 Staaten der sogenannten Koalition der Willigen an. Die letzten US-Kampftruppen verließen den Irak Ende 2011 [1].

Osama bin Laden wurde 2011 von US-Spezialkräften in Pakistan getötet, sein Nachfolger Aiman al-Zawahiri 2022 bei einem Drohnenangriff in Afghanistan [1]. Die Brown University schätzt, dass in den Kriegen nach 9/11 von 2001 bis 2021 zwischen 897.000 und 929.000 Menschen durch direkte Kriegsgewalt starben, darunter mehr als 432.000 Zivilisten. Hinzu kommen nach dieser Zählung rund 7.000 getötete US-Soldaten und rund 1.500 Soldaten der Verbündeten [1]. Wie die Region nach 2011 weiter in Bewegung geriet, beschreibt der Artikel über den Arabischen Frühling.

Sicherheit gegen Freiheit

Im Inneren bauten die USA ihren Sicherheitsapparat um. Der USA PATRIOT Act vom Oktober 2001 gab den Geheimdiensten unter anderem mehr Befugnisse zur Überwachung, 2015 löste ihn der USA Freedom Act ab [1]. Neu geschaffen wurde ein Ministerium für Heimatschutz, das Department of Homeland Security [1].

Eine leere Sicherheitskontrolle am Flughafen mit grauen Schalen auf dem Förderband und einem Durchgangsrahmen
Bild: KI-generiert

Ab Januar 2002 hielten die USA im Lager Guantánamo auf Kuba Gefangene aus dem Krieg gegen den Terror fest, zeitweise rund 800 Menschen. Viele von ihnen wurden nie angeklagt. Im Januar 2025 saßen dort noch 15 Gefangene [1]. Wie sich der Schutz solcher Rechte historisch entwickelt hat, zeigt der Artikel zur Geschichte der Menschenrechte.

Auch das Reisen änderte sich. Die Cockpit-Türen von Flugzeugen wurden verstärkt und die Kontrollen an Flughäfen verschärft. Seit 2004 müssen Menschen ohne US-Staatsbürgerschaft bei der Einreise Fingerabdrücke abgeben und sich fotografieren lassen [1].

Aufarbeitung und Erinnerung

Ende 2002 setzten Kongress und Präsident Bush per Gesetz die National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States ein, bekannt als 9/11-Kommission. Sie legte einen Abschlussbericht vor und beendete ihre Arbeit am 21. August 2004 [4]. Aus diesem Bericht stammen viele Einzelheiten über die Planung und die Hamburger Gruppe [3].

Am Ort der zerstörten Türme, dem Ground Zero, erinnert heute das 9/11 Memorial an die Toten, daneben steht das One World Trade Center [1]. Am Memorial sind auch die Rettungskräfte genannt, die für ihren Einsatz mit der 9/11 Heroes Medal of Valor ausgezeichnet wurden [2]. Weitere Ereignisse der Jahre nach 2001 sammelt der Bereich Das 21. Jahrhundert, die Vorgeschichte der Region der Artikel Die Geschichte des Nahen Ostens.

  1. Behörde Terroranschläge vom 11. September 2001 (Hintergrund aktuell). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 11.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation 9/11 FAQs. National September 11 Memorial and Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde The 9/11 Commission Report, Kapitel 5: Al Qaeda Aims at the American Homeland. National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States. Stand 2004. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, Startseite (archiviert). National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, Archiv der University of North Texas. Stand 2004. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde The 9/11 Commission Report, Kapitel 1: "We Have Some Planes". National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States. Stand 2004. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.