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Adolf Hitler: Lebensweg, Machtübernahme und Verbrechen

Adolf Hitler (1889 bis 1945) war von 1933 bis 1945 Diktator des Deutschen Reichs. Reichspräsident Hindenburg ernannte ihn am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler, 1939 begann er mit dem Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Unter seiner Herrschaft wurden sechs Millionen europäische Juden ermordet, am 30. April 1945 nahm er sich in Berlin das Leben.

Ein leerer Lesesaal eines Archivs mit langen Holztischen, grünen Lampen und grauen Kartons in Metallregalen
Bild: KI-generiert

Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn geboren und nahm sich am 30. April 1945 im Bunker der Reichskanzlei in Berlin das Leben [1]. Nach seiner Ernennung zum Reichskanzler machte er das Deutsche Reich zu einer totalitären Diktatur [3]. Mit dem Angriff auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, der nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung weltweit etwa 55 bis 70 Millionen Menschen das Leben kostete [5]. Etwa sechs Millionen europäische Juden wurden im Holocaust ermordet [4, 5].

Herkunft und Schulzeit

Seine Eltern waren der Zollbeamte Alois Hitler, der bis 1877 den Namen Schicklgruber trug, und Klara Hitler, geborene Pölzl [1]. Der Sohn besuchte die Realschule in Steyr [1]. 1903 starb der Vater [1, 2]. 1905 verließ Hitler die Realschule ohne Abschluss und ging zurück nach Linz, wo er vorerst kein Geld verdienen musste [1]. Im Dezember 1907 starb die Mutter in Linz [2].

Wien und München

Nach dem Tod der Mutter zog Hitler 1907 nach Wien [1]. Zweimal bewarb er sich dort ohne Erfolg an der Akademie der bildenden Künste [1]. Eine Zeit lang lebte er vom Erbe, dann von Gelegenheitsarbeiten, bis er in einem Obdachlosenheim unterkam [1]. Er wohnte in Männerwohnheimen, verkaufte Ansichtskarten und las völkische und antisemitische Schriften [2].

Eine leere Wiener Straße um 1900 mit grauen Stuckfassaden, Gaslaternen und nassem Kopfsteinpflaster im Morgengrauen
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Am 16. Mai 1913 bekam er das väterliche Erbe ausgezahlt, am 24. Mai zog er nach München [1].

Soldat im Ersten Weltkrieg

Im August 1914 meldete sich Hitler in München freiwillig [2]. Er kam zum Bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 16, dem Regiment "List", und erhielt im Dezember 1914 das Eiserne Kreuz II. Klasse [1]. Über den Rang eines Gefreiten kam er nicht hinaus [2]. Im Oktober 1916 wurde er an der Westfront schwer am Bein verwundet, am 5. März 1917 kehrte er zu seiner Einheit zurück [1]. Im August 1918 folgte das Eiserne Kreuz I. Klasse [1].

Am 15. Oktober 1918 erblindete er nach einem Gasangriff vorübergehend [1]. Im Lazarett in Pasewalk erfuhr er vom Ende des Krieges [1]. Ende November 1918 meldete er sich beim Infanterie-Regiment 2 in München zurück und arbeitete danach für die Reichswehr als Verbindungsmann und sogenannter Aufklärungsredner [1].

Der Weg in die Politik

Im Juni 1919 schickte die Reichswehr ihn in einen Rednerkurs an der Münchner Universität, in dem sein Talent als Redner auffiel [1]. In seinen ersten schriftlichen politischen Äußerungen vom August 1919 nannte er die "Entfernung der Juden" das dringendste Ziel [1]. Am 12. September 1919 besuchte er im Auftrag der Reichswehr eine Versammlung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) [1, 2]. Anton Drexler erkannte sein Redetalent und warb ihn an [2]. Wenige Tage später trat Hitler mit der Mitgliedsnummer 555 bei; die Partei hatte ihre Zählung bei 500 begonnen, um größer zu wirken [1].

Am 16. Oktober 1919 hielt er seine erste politische Rede vor Parteimitgliedern [1]. Bald war er der Hauptredner der Partei und sprach jede Woche auf mehreren Versammlungen [2]. Im Februar 1920 arbeitete er am Programm der Partei mit, die sich nun NSDAP nannte [1, 2]. Am 31. März 1920 schied er aus der Reichswehr aus, um ganz für die Partei zu arbeiten [1]. Am 29. Juli 1921 übernahm er auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den Vorsitz, ausgestattet mit diktatorischen Vollmachten [1].

Putsch, Haft und "Mein Kampf"

Am 8. und 9. November 1923 versuchte Hitler zusammen mit Erich Ludendorff in München einen Staatsstreich [2]. Am Morgen des 9. November stoppte die Polizei den Marsch an der Feldherrnhalle, vier Polizisten und 14 Putschisten kamen ums Leben [2]. Am Tag danach wurde die NSDAP verboten [1]. Hitler floh und wurde zwei Tage nach dem Putsch in Uffing festgenommen [1]. Ab dem 26. Februar 1924 stand er mit Ernst Röhm, Ludendorff und weiteren Angeklagten wegen Hochverrats vor dem Münchner Volksgericht und nutzte den Prozess für Propaganda gegen die Republik [1]. Am 1. April 1924 wurde er zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt [2].

Schon am 20. Dezember 1924 kam er vorzeitig aus der Festung Landsberg frei, wo er den ersten Band von "Mein Kampf" geschrieben hatte [1, 2]. Der erste Band erschien 1925, der zweite Ende 1926, 1930 folgte eine einbändige Volksausgabe [2]. Nach Wildt waren um 1932 rund 90.000 Exemplare verkauft, bis 1945 über zehn Millionen in 16 Sprachen [2].

Am 27. Februar 1925 wurde die NSDAP neu gegründet [1]. Am 30. April 1925 ließ Hitler sich auf eigenen Antrag aus der österreichischen Staatsbürgerschaft entlassen und war von da an staatenlos [1]. Im selben Jahr verhängten Bayern und Preußen Redeverbote gegen ihn [1].

Aufstieg in der Weltwirtschaftskrise

Die Bundeszentrale für politische Bildung nennt mehrere Ursachen für den Aufstieg: Massenarbeitslosigkeit und Inflation als Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1929, ein schwaches demokratisches Bewusstsein, Gewalt von rechts und links gegen die Weimarer Republik und eine Propaganda, die Hitler als charismatischen Führer darstellte [3]. Er versprach Arbeit, Wohlstand und nach dem verlorenen Krieg ein "starkes" Deutschland [3]. Die Lage der Republik in diesen Jahren beschreibt der Artikel über die Weimarer Republik.

Die Ergebnisse der NSDAP und Hitlers zwischen 1928 und 1933 nach Michael Wildt und LeMO [1, 2]:

WahlDatumErgebnis
Reichstagswahl1928NSDAP 2,6 Prozent, 12 Abgeordnete
Reichstagswahl14.09.1930NSDAP 18,3 Prozent, 107 Mandate, zweitstärkste Partei
Reichspräsidentenwahl, 1. Wahlgang13.03.1932Hitler etwa 30 Prozent
Reichspräsidentenwahl, 2. Wahlgang10.04.1932Hitler knapp 37 Prozent, Hindenburg wiedergewählt
Reichstagswahl31.07.1932NSDAP 37,3 Prozent, 230 Mandate, stärkste Partei
Reichstagswahl06.11.1932NSDAP 33,1 Prozent, rund zwei Millionen Stimmen weniger, weiter stärkste Partei
Reichstagswahl05.03.1933NSDAP 43,9 Prozent, keine absolute Mehrheit

Erst am 26. Februar 1932 erhielt Hitler die deutsche Staatsbürgerschaft [1]. Am 13. August 1932 lehnte Hindenburg seine Forderung ab, ihn zum Reichskanzler zu ernennen [1]. Am 4. Januar 1933 einigte sich Hitler im Haus eines Kölner Bankiers mit Franz von Papen auf eine gemeinsame Regierung [1].

Machtübernahme und Diktatur

Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler [1, 3]. Im national-konservativen Kabinett saßen mit Hermann Göring und Wilhelm Frick zwei weitere Nationalsozialisten [1]. Am 23. März 1933 stimmte der Reichstag dem Ermächtigungsgesetz zu: Die Abgeordneten der NSDAP und von sieben weiteren Parteien gaben 444 Stimmen dafür ab, die 94 anwesenden Abgeordneten der SPD stimmten dagegen [6, 7]. Die 81 Abgeordneten der KPD konnten nicht teilnehmen, ihre Mandate waren seit dem 8. März 1933 aufgehoben [6]. Das Gesetz trägt das Datum 24. März 1933 und trat mit seiner Verkündung in Kraft [7].

Ein leerer historischer Plenarsaal mit dunklen Holzbänken unter einer Glaskuppel im kalten Winterlicht
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Am 30. Juni 1934, beim sogenannten Röhm-Putsch, ließ Hitler die Führung der SA ausschalten und zahlreiche politische Gegner ermorden [1]. Am 20. Juli 1934 wurde die SS von der Partei getrennt und ihm direkt unterstellt [1]. Nach Hindenburgs Tod am 2. August 1934 vereinigte er die Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler unter dem Titel "Führer und Reichskanzler", die Reichswehr wurde auf ihn persönlich vereidigt [1, 3]. Durch Gleichschaltung und die Abschaffung der Demokratie wurde das Reich zum Führerstaat [3]. Wie die Diktatur im Alltag funktionierte, zeigt der Artikel über den Nationalsozialismus.

Verfolgung und Weg in den Krieg

Am 15. September 1935 beschloss der zum Reichsparteitag nach Nürnberg einberufene Reichstag die Nürnberger Gesetze, die sogenannten Rassengesetze [1]. Am 7. März 1936 rückten deutsche Truppen in das entmilitarisierte Rheinland ein [1]. Am 5. November 1937 verlangte Hitler von der Militärführung, binnen zwei Jahren für einen Angriffskrieg aufzurüsten [1]. Am 4. Februar 1938 übernahm er selbst den Oberbefehl über die Wehrmacht [1].

Am 15. März 1938 verkündete er auf dem Wiener Heldenplatz den "Anschluss" Österreichs [1]. Das Münchner Abkommen vom 29. September 1938 sprach dem Reich die Sudetengebiete zu, danach erklärte Hitler, er habe in Europa keine weiteren Gebietsforderungen [1]. Die Novemberpogrome vom 9. November 1938 gingen auf Hitler und Joseph Goebbels zurück: Synagogen und jüdische Geschäfte wurden zerstört, Jüdinnen und Juden verhaftet und ermordet [1]. Am 30. Januar 1939 kündigte er im Reichstag für den Fall eines neuen Weltkriegs die "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" an [1]. Am 15. März 1939 besetzte die Wehrmacht die Tschechoslowakei [1].

Am 23. August 1939 folgte der Hitler-Stalin-Pakt, dessen geheimes Zusatzprotokoll Osteuropa in Interessensphären aufteilte [1]. Am 1. September 1939 begann mit dem Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg [1]. Am 8. November 1939 scheiterte das Attentat von Johann Georg Elser im Münchner Bürgerbräukeller [1].

Vernichtungskrieg und Völkermord

Am 18. Dezember 1940 unterzeichnete Hitler die Weisung Nr. 21 für das "Unternehmen Barbarossa" [1]. Am 30. März 1941 sprach er von einem "Vernichtungskrieg" im Osten [1]. Der Kommissarbefehl vom 6. Juni 1941 verlangte, gefangene Politkommissare der Roten Armee zu erschießen [1]. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begannen Einsatzgruppen der SS und des SD dort mit systematischen Morden [1]. Am 20. Januar 1942 fand die Wannsee-Konferenz zur "Endlösung der Judenfrage" statt [1].

Die Holocaust-Enzyklopädie des United States Holocaust Memorial Museum nennt sechs Millionen ermordete Juden, fast zwei Drittel der europäischen Juden [4]. Den systematischen Massenmord datiert sie auf 1941 bis 1945 [4]. Es gab Millionen weiterer Opfer. Das Museum nennt Sinti und Roma, Polen (vor allem polnische Intellektuelle und Eliten), sowjetische Beamte und sowjetische Kriegsgefangene als Gruppen, an denen die Nationalsozialisten Massenmord verübten. Menschen mit Behinderungen wurden im sogenannten Euthanasieprogramm gezielt ermordet. Zeugen Jehovas wurden in Haftanstalten und Konzentrationslagern interniert, Männer, denen Homosexualität vorgeworfen wurde, verfolgt [4]. Den Ablauf des Völkermords beschreibt der Artikel über den Holocaust.

Die 6. Armee kapitulierte am 31. Januar 1943 in Stalingrad, nachdem Hitler ihr befohlen hatte, die Stellungen bis zuletzt zu halten [1].

Attentat vom 20. Juli und Kriegsende

Am 20. Juli 1944 scheiterte das Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg [1]. In seiner letzten Rundfunkansprache am 30. Januar 1945 rief er zu fanatischem Widerstand auf und beschwor den "Endsieg" [1]. Im März 1945 folgte der Befehl der "verbrannten Erde", nach dem deutsches Gebiet vor dem Rückzug zerstört werden sollte [1].

Eine zerstörte Stadtstraße im Frühjahr 1945 mit eingestürzten Backsteinfassaden, Schuttbergen und kahlen Bäumen
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Am 29. April 1945 heiratete Hitler Eva Braun, am 30. April nahmen sich beide im Bunker der Reichskanzlei das Leben [1]. Die Bundeszentrale für politische Bildung beziffert die deutschen Kriegstoten auf 6,35 Millionen, überwiegend Soldaten [5]. Für die Sowjetunion nennen ältere Studien 20 Millionen, neuere 27 Millionen Tote, die Zahlen sind umstritten [5]. Die Verbrechen des Regimes kamen nach dem Krieg in den Nürnberger Prozessen vor Gericht. Wie das Grundgesetz der Bundesrepublik die Grundrechte schützt, erklärt der Beitrag über das Grundgesetz.

  1. Organisation Daniel Wosnitzka: Adolf Hitler 1889 bis 1945 (LeMO Biografie). Deutsches Historisches Museum. Stand 12.10.1998. abgerufen am 29.10.2026
  2. Studie Michael Wildt: Aufstieg (Informationen zur politischen Bildung, Heft 314). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 24.05.2012. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Adolf Hitler (Themen im Unterricht: Mit Satire gegen Rechtsextremismus). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 01.04.2016. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Einführung in den Holocaust (Holocaust-Enzyklopädie). United States Holocaust Memorial Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Studie Thomas Vogel, Peter Lieb: Kriegsfolgen. Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 17.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Das Ermächtigungsgesetz (LeMO Kapitel). Deutsches Historisches Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 (Hintergrund aktuell). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.