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Das Mongolische Reich von Dschingis Khan bis zur Yuan-Dynastie
Das Mongolische Reich entstand 1206, als eine Versammlung der Stammesführer Temüdschin als Dschingis Khan anerkannte. Unter ihm und seinen Nachfolgern eroberten die Mongolen Nordchina, Zentralasien, Persien und Russland. Ab 1260 handelten vier Teilreiche selbstständig, die Yuan-Dynastie in China endete 1368.

Das Mongolische Reich bestand in der Darstellung der World History Encyclopedia von 1206 bis 1368 und reichte über ein Fünftel der Landfläche der Erde [9]. Die deutschsprachige Wikipedia gibt seine Fläche mit rund 26 Millionen Quadratkilometern und die Zahl seiner Bewohner mit etwa 100 Millionen an. Die Mongolen selbst zählten um 1200 nur etwa 200.000 Menschen [11]. Nach der Länderstudie der Library of Congress kann ihre Gesamtzahl nie über eine Million gelegen haben, in den Heeren waren Mongolen deshalb in der Minderheit [5].
Temüdschin wird Dschingis Khan
Temüdschin kam 1162 zur Welt, manche Historiker nennen 1167 [1]. Sein Vater Yesügei wurde 1175 von Tataren getötet, als der Junge etwa zwölf Jahre alt war [1]. Mit etwa 20 Jahren führte Temüdschin bereits einen Unterclan, 1196 war er der unbestrittene Anführer der Borjigin-Mongolen [1]. 1206 erkannte ihn ein Kuriltai, eine Versammlung der Stammesführer, als Khan der Mongolen und der von ihnen unterworfenen Völker an [1, 9]. Er nahm den Ehrentitel "Chinggis" an, den die Länderstudie der Library of Congress mit "höchster" oder "großer" übersetzt [1]. In der Mongolei heißt er bis heute Chinggis Khan und wird in Ulaanbaatar mit regelmäßigen Zeremonien geehrt [9]. Sein Leben erzählt das Lebensbild Dschingis Khan, die Welt der Reiternomaden der Beitrag über die eurasische Steppe.

Heer und Verwaltung
Grundeinheit des Heeres war der Tumen. Auch Verwaltung und Volkszählung waren nach dem Zehnersystem aufgebaut [1]. Für Belagerungen holten die Mongolen chinesische und muslimische Fachleute in ihre Armee [1]. Ögödei, der Sohn und Nachfolger Dschingis Khans, baute ein Netz von Stationen auf, an denen Boten frische Pferde und Vorräte bekamen [9, 11]. Die Wikipedia nennt dieses Postsystem Örtöö oder Yam [11]. Unter Ögödei wurden außerdem Brunnen an den Handelswegen geschützt und reisende Kaufleute militärisch begleitet [9].
Die Eroberungen unter Dschingis Khan
Erstes Ziel war das Reich der Tanguten, Westliche Xia, im Nordwesten Chinas. Nach Kämpfen 1205, 1207 und 1209 erkannte dessen Kaiser Dschingis Khan als Oberherrn an [1]. 1211 erklärte er der Jin-Dynastie in Nordchina den Krieg, 1215 eroberten und plünderten die Mongolen deren Hauptstadt Yanjing, das spätere Peking [2]. Ganz unterworfen war das Jin-Reich erst 1234 [2]. Im Westen floh Kütschlüg, ein abgesetzter Khan der Naimanen, in das Reich der Kara Kitai und riss dort die Macht an sich. Der Feldherr Jebe zog mit zwei Tumen gegen ihn, Kütschlüg wurde gefangen und hingerichtet, das Gebiet kam zum Mongolenreich [2].

Im Westen grenzte das Reich 1218 an das Reich der Choresm-Schahs in Zentralasien und Persien [2]. Als ein Statthalter dort mongolische Gesandte misshandelte, schickte Dschingis Khan nach der Länderstudie mehr als 200.000 Mann. Bis 1220 war das Reich zerschlagen [3]. Ein Verband von etwa 25.000 Reitern zog danach über den Kaukasus nach Süden Russlands und besiegte 1223 an der Kalka ein Heer der Rus [3, 9]. Jebe starb unterwegs an einer Krankheit, Subutai führte den Verband 1224 nach mehr als 6.400 Kilometern zum Hauptheer zurück [3].
Ende 1226 griff Dschingis Khan erneut die Westlichen Xia an, die sich mit den Jin verbündet hatten [4]. Vorher hatte er Ögödei zum Nachfolger bestimmt [4]. Er starb 1227 auf dem Rückweg in die Mongolei, nach der World History Encyclopedia am 18. August 1227 [4, 9].
Die Nachfolger bis 1259
1228 wählte ein Kuriltai in Karakorum Ögödei zum Khan [5]. Sein Heer belagerte die Jin-Hauptstadt Kaifeng, die nach einem Jahr fiel, 1234 brach der Jin-Staat zusammen [5, 9]. 1231 schickte Ögödei ein Heer nach Korea [5]. 1235 wurde Karakorum ausgebaut, und ein Kuriltai beschloss Feldzüge nach Tibet und nach Osteuropa [5]. Ögödeis Sohn Godan schloss die Eroberung Tibets 1239 ab [5]. Was die Mongolen dort zwischen 1237 und 1242 anrichteten, beschreibt der Beitrag über den "Mongolensturm" in Europa. Ögödei starb am 11. Dezember 1241 [9].
Bis zur Wahl eines Nachfolgers regierte seine Witwe Töregene von 1242 bis 1246 [6]. Ihr Sohn Güyük wurde im Sommer 1246 in Karakorum gewählt. Bei dieser Versammlung war der päpstliche Gesandte Johannes de Plano Carpini anwesend [6]. Güyük lag mit Batu im Streit und starb schon 1249 [6]. 1251 bestätigte ein Kuriltai Möngke, den ältesten Sohn von Dschingis Khans jüngstem Sohn Tolui [4, 12]. Mehrere Söhne Ögödeis, die sich seiner Wahl widersetzt hatten, ließ er hinrichten [12]. Von 1257 bis 1259 führte Möngke selbst Feldzüge gegen die Song in Südchina [12]. Möngke setzte seinen Bruder Kubilai als Statthalter in China ein und schickte seinen Bruder Hülegü nach Persien, der dort der erste Ilchan wurde [12]. Hülegü eroberte 1258 Bagdad und beendete das Kalifat der Abbasiden [7]. 1260 unterlag ein mongolisches Heer bei Ain Dschalut den ägyptischen Mamluken unter Baibars [7]. Möngke war im August 1259 an der Ruhr gestorben [12].
Kubilai Khan und die Yuan-Dynastie
Nach Möngkes Tod beanspruchten Kubilai und sein jüngerer Bruder Arigh Böke die Herrschaft. Kubilai gewann den Bürgerkrieg 1261 [7]. Als Statthalter hatte er 1252 und 1253 bereits das Reich Nanzhao im heutigen Yunnan erobert [12]. Schon 1260 hatte er an der Stelle des heutigen Peking seine Winterhauptstadt Dadu angelegt, im Sommer residierte er in Shangdu [7]. 1271 gab er seiner Dynastie den Namen Yuan, als Kaiser Chinas regierte er unter dem Namen Shizu [10]. Die World History Encyclopedia weist darauf hin, dass als Beginn der Yuan-Herrschaft auch 1260, 1276 oder 1279 genannt werden [10]; die Länderstudie der Library of Congress datiert die Dynastie auf 1279 bis 1368 [7].

Die Song-Dynastie in Südchina leistete lange Widerstand. Ab 1268 führte unter anderem Bayan, ein Enkel Subutais, die Feldzüge gegen sie [7]. Ihre Hauptstadt Hangzhou fiel 1276, die letzte Seeschlacht bei Yaishan am 19. März 1279 beendete den Krieg [7, 10]. Mehr über das Reich der Song steht im Beitrag über die Song-Dynastie. Zwei Angriffe auf Japan 1274 und 1281 scheiterten am Widerstand der Japaner und an Stürmen, die als "kamikaze", göttliche Winde, in die Geschichte eingingen [10]. Auch ein Feldzug nach Java, den die World History Encyclopedia auf 1292 und die Länderstudie auf Januar 1293 datiert, endete mit dem Rückzug der Mongolen [7, 9].
Reisende am Hof des Khans
Die venezianischen Kaufleute Niccolò und Maffeo Polo reisten von 1260 bis 1268 nach Osten. Zu ihrer zweiten Reise 1271 nahmen sie Niccolòs Sohn Marco mit, der bis 1295 in Asien blieb; sein Bericht erschien um 1299 [8]. Auch der Franziskaner Johannes de Plano Carpini und Wilhelm von Rubruk beschrieben die Mongolen für Europa [8]. Mehr dazu im Lebensbild Marco Polo.
Die vier Teilreiche
Nach der World History Encyclopedia war das Reich bis 1260 eine Einheit, danach handelten die vier Khanate selbstständig [9]. Für das Ende der Teilreiche nennen die Quellen teils weit auseinanderliegende Jahre.
| Teilreich | Gebiet | Ende nach World History Encyclopedia | Ende nach Wikipedia |
|---|---|---|---|
| Goldene Horde | Russland und südliche Steppe, Hauptstadt Sarai an der Wolga [6] | 1480 [9] | 1502 [11] |
| Ilchanat | Persien [12] | 1335 zerfallen [9] | 1353 zerfallen [11] |
| Tschagatai-Khanat | Zentralasien [9] | 1363 zusammengebrochen [9] | 1565 [11] |
| Yuan-Dynastie | China und Mongolei [10] | 1368 [10] | 1368 in China [11] |
Die Aufteilung ging auf das Erbe Dschingis Khans zurück. Die Nachkommen Batus erhielten das Land nördlich und westlich des Balchaschsees, die Linie Tschagatais den Südwesten bis ins heutige Afghanistan, Ögödeis Linie China und Ostasien und Toluis Linie die zentrale Mongolei [5]. Der letzte Großkhan, den alle Teilreiche anerkannten, war nach der Wikipedia Timur Khan, der bis 1307 regierte [11]. Die Goldene Horde gründete Batu, ein Enkel Dschingis Khans [5]. Ihre Herrschaft über Russland endete nach der World History Encyclopedia mit dem Stehen an der Ugra am 8. Oktober 1480 [9]. Das Ilchanat gründete Hülegü um 1260 [9].
Handel, Religion und Seuchen
Unter mongolischer Herrschaft wuchsen Handelswege, Gesandtschaften und Reisen quer durch Eurasien [9]. Im Reich lebten Anhänger vieler Religionen: nestorianische Christen, ab dem 14. Jahrhundert Anhänger des tibetischen Buddhismus und in den westlichen Khanaten Muslime [9]. In China förderten die Yuan Drama, Roman und Schriften in der Volkssprache. Sie ließen Kornspeicher gegen Hungersnöte bauen und den Kaiserkanal bis nach Dadu vollständig erneuern [8]. Über die Handelsrouten berichtet der Beitrag zur Seidenstraße.

Die Wege trugen auch Krankheiten. Die World History Encyclopedia beschreibt, dass der Schwarze Tod der Jahre 1347 bis 1352 aus einem abgelegenen Gebiet Chinas ans Schwarze Meer und von dort über Venedig nach Europa gelangte [9]. Die Eroberungen kosteten viele Menschen das Leben. Nach der World History Encyclopedia wurden Städte bis auf die Grundmauern zerstört, Zivilisten getötet und Bewässerungsanlagen verwüstet, und muslimische Zeitgenossen nannten Dschingis Khan den "Verfluchten" [9]. Der Staat der Choresm-Schahs war nach der Länderstudie der Library of Congress bis 1220 zerschlagen [3]. In der Mongolei erinnert man sich dagegen an das Reich als Goldene Zeit [9].
Das Ende in China
Nach dem Essay des Metropolitan Museum of Art wurde China unter den Yuan zum ersten Mal vollständig von Fremden erobert, die Mongolen übernahmen aber nach und nach chinesische Vorbilder. Südchinesen, die am längsten Widerstand geleistet hatten, wurden gezielt benachteiligt. In den 1340er und 1350er Jahren zerbrach die Herrschaft an Parteikämpfen, Korruption und Naturkatastrophen [13]. Die späteren Yuan-Kaiser regierten meist nur kurz, ihre Zeit war von Intrigen und Unruhen geprägt [8]. Im Januar 1368 rief sich Zhu Yuanzhang zum Herrscher Chinas aus und begründete die Ming-Dynastie [10]. Der letzte Yuan-Kaiser, Toghon Temür, floh in die Mongolei [10] und starb 1370 in Karakorum [8]. 1388 errang ein chinesisches Heer einen entscheidenden Sieg, nahm etwa 70.000 Mongolen gefangen und zerstörte Karakorum [8].
- Behörde Mongolia: The Era of Chinggis Khan, 1206 to 1227 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Mongolia: Early Wars in China (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Mongolia: Conquest of Khwarizm (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Mongolia: The Last Campaign of Chinggis Khan (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Mongolia: Successors of Chinggis, 1228 to 1259 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Mongolia: Reign of Kuyuk (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Mongolia: Khubilai Khan and the Yuan Dynasty, 1261 to 1368 (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Mongolia: The Yuan Dynasty (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Mark Cartwright: Mongol Empire. World History Encyclopedia. Stand 11.11.2019. abgerufen am 29.10.2026
- Mark Cartwright: Yuan Dynasty. World History Encyclopedia. Stand 29.10.2019. abgerufen am 29.10.2026
- Mongolisches Reich. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Mongolia: Mengke and the War in China (Country Study). Library of Congress, Federal Research Division: Mongolia. A Country Study, hrsg. von Robert L. Worden und Andrea Matles Savada, Washington: GPO, 1989 (Spiegel countrystudies.us). Stand 1989. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Yuan Dynasty (1271 bis 1368) (Heilbrunn Timeline of Art History). The Metropolitan Museum of Art, Department of Asian Art. Stand Oktober 2001. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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