Das 20. JahrhundertRatgeber
Die Mondlandung 1969: Apollo 11 und der Weg zum Mond
Die erste bemannte Mondlandung gelang den USA mit Apollo 11 am 20. Juli 1969. Neil Armstrong und Edwin Aldrin landeten mit der Mondfähre "Eagle" im Meer der Ruhe, während Michael Collins den Mond umkreiste. Armstrong betrat den Mond nach deutscher Zeit am 21. Juli um 3:56 Uhr, über 500 Millionen Menschen sahen live zu.

Am 20. Juli 1969 setzte die amerikanische Mondfähre "Eagle" im Meer der Ruhe auf. Wenige Stunden später betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond, nach mitteleuropäischer Zeit war es da schon der 21. Juli, 3:56 Uhr [1, 2]. Weltweit verfolgten über 500 Millionen Menschen die Bilder live im Fernsehen [1]. Die Landung war das Ziel eines Wettlaufs, den sich die USA und die Sowjetunion seit 1957 im Kalten Krieg lieferten.
Sputnik und der Wettlauf ins All
Am 4. Oktober 1957 brachte eine sowjetische Interkontinentalrakete den ersten künstlichen Satelliten in eine Umlaufbahn, Sputnik 1 [1, 7]. Er umkreiste die Erde in etwa 98 Minuten und sendete ein einfaches Funksignal. Wissenschaftliche Geräte hatte er nicht an Bord [8]. Im Westen löste er den "Sputnik-Schock" aus. Die USA erkannten, wie weit sowjetische Raketen reichten, und fühlten sich zum ersten Mal bedroht [8]. Etwa einen Monat später startete Sputnik 2 mit der Hündin Laika, die wenige Stunden nach dem Start an Überhitzung starb [8].
Washington reagierte mit einer eigenen Raumfahrtbehörde. Der National Aeronautics and Space Act vom 29. Juli 1958 gründete die NASA, am 1. Oktober 1958 nahm sie ihre Arbeit auf [1]. Die Sowjetunion blieb vorerst vorn. Ihre Sonde Luna 2 schlug als erste auf dem Mond auf, Luna 3 lieferte 1959 die ersten Fotos der bis dahin unbekannten Mondrückseite [7]. Am 12. April 1961 flog Juri Gagarin mit Wostok 1 als erster Mensch ins All, später folgte mit Walentina Tereschkowa die erste Frau [7]. 1966 gelang der Sowjetunion die erste unbemannte Mondmission [1].
Hinter diesen Erfolgen stand der Chefkonstrukteur Sergei Koroljow, der als "Vater" der sowjetischen Raumfahrt gilt. Er gehörte schon in den 1920er Jahren zu den Raumfahrtbegeisterten in der Sowjetunion und war unter Stalin für Jahre in ein Arbeitslager verbannt worden [7]. Unter Chruschtschow begeisterte das Raumfahrtfieber nach der Darstellung der Historikerin Julia Richers Massen von Menschen. Die Kosmonauten wurden in kürzester Zeit zu Stars und galten in der Sowjetunion als die neuen Helden der Nachkriegszeit [7].
Kennedys Ziel und das Apollo-Programm
Am 25. Mai 1961 gab Präsident John F. Kennedy das Ziel vor, noch vor dem Ende des Jahrzehnts Menschen auf dem Mond zu landen und sicher zur Erde zurückzubringen [3]. Die USA wollten damit der Sowjetunion zuvorkommen [1]. Der Haushalt der NASA wuchs entsprechend [1]:

| Zeitpunkt | NASA-Budget pro Jahr | Anteil am US-Haushalt |
|---|---|---|
| bis 1961 | weniger als 1 Milliarde US-Dollar | unter 1 Prozent |
| 1966 | fast 6 Milliarden US-Dollar | über 4,4 Prozent |
| 2015 (zum Vergleich) | knapp 0,5 Prozent |
Die Vorbereitung des ersten bemannten Flugs endete mit einem Unglück. Am 27. Januar 1967 brach bei einem Test auf der Startrampe in Cape Kennedy ein Feuer in der Kapsel aus. Die Astronauten Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee kamen ums Leben [5]. Mit den unbemannten Flügen Apollo 4 und Apollo 6 wurde danach die dreistufige Mondrakete Saturn V erprobt [5].
Danach ging es schnell. Am 11. Oktober 1968 startete mit Apollo 7 der erste bemannte Apollo-Flug, zehn Tage in der Erdumlaufbahn. Im Dezember 1968 flogen Frank Borman, James Lovell und William Anders mit Apollo 8 als erste Menschen bis zum Mond. Apollo 9 erprobte im März 1969 das vollständige Raumschiff mit Mondfähre, Apollo 10 im Mai alle Schritte einer Landung außer der Landung selbst [5].
Der Flug von Apollo 11
Die Besatzung von Apollo 11 bestand aus drei Männern [3]:
- Neil Armstrong, Kommandant
- Michael Collins, Pilot der Kommandokapsel "Columbia"
- Edwin "Buzz" Aldrin, Pilot der Mondfähre "Eagle"
Am 16. Juli 1969 um 9:32 Uhr Ortszeit, nach deutscher Zeit 14:32 Uhr, hob die Saturn V von Startrampe 39A in Cape Kennedy in Florida ab [3, 4]. Rund 400.000 Kilometer lag der Mond entfernt [1]. Am Mond schwenkte das Raumschiff in eine Umlaufbahn ein, zunächst in einer Ellipse zwischen 69 und 190 Meilen Höhe, später enger [3].
Die Landung im Meer der Ruhe
Am 20. Juli trennte sich die Mondfähre mit Armstrong und Aldrin von der Kommandokapsel, Collins blieb in der Umlaufbahn [4]. Beim Anflug steuerte der Autopilot auf einen Krater mit großen Felsbrocken zu. Armstrong übernahm die Handsteuerung und flog weiter [1]. Um 20:17:39 Uhr Weltzeit, nach deutscher Zeit 21:17 Uhr, setzte die Fähre im Mare Tranquillitatis auf, dem Meer der Ruhe [2]. Im Tank war noch Treibstoff für etwa 30 Sekunden [4]. Die Landestelle lag etwa vier Meilen hinter dem geplanten Punkt [3]. Armstrong meldete: "Houston, Tranquility Base here, the Eagle has landed." [6] Seit dem Start in Florida waren etwa 102 Stunden und 45 Minuten vergangen [3]. Collins sah die Fähre beim Abkoppeln von der Columbia aus und nannte sie das seltsamste Gerät, das er je am Himmel gesehen habe [4].

Rund sechseinhalb Stunden später stieg Armstrong die Leiter hinab [1]. Beim ersten Schritt sagte er: "That's one small step for man, one giant leap for mankind." Auf Deutsch wird der Satz meist als "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit" wiedergegeben [1, 2]. Die NASA gibt den Satz heute mit einem "a" in eckigen Klammern wieder: "one small step for [a] man" [6].
Zweieinhalb Stunden auf dem Mond
Der Ausstieg dauerte 2 Stunden, 31 Minuten und 40 Sekunden [2]. Aldrin folgte Armstrong nach draußen und war 1 Stunde und 33 Minuten auf der Oberfläche [3]. Die beiden stellten drei Experimente auf [2]:
- ein Gerät, das Teilchen des Sonnenwinds auffing und nach 1 Stunde und 17 Minuten wieder eingesammelt wurde,
- ein Seismometer, das Mondbeben messen sollte,
- einen Laser-Reflektor aus Spiegelprismen.
Sie sammelten 21,55 Kilogramm Gestein und Mondstaub [2]. Zurück blieben eine amerikanische Flagge, ein Abzeichen zum Gedenken an die Besatzung von Apollo 1 und eine Plakette an einem Bein der Fähre. Darauf steht unter anderem: "We came in peace for all mankind" [4]. Unterschrieben haben sie Präsident Richard Nixon und die drei Astronauten [3]. Insgesamt verbrachten Armstrong und Aldrin 21 Stunden und 36 Minuten auf dem Mond [3].
Rückkehr und Quarantäne
Am 21. Juli um 17:54 Uhr Weltzeit zündete das Triebwerk der Aufstiegsstufe und brachte die beiden zurück zur Columbia, die Abstiegsstufe mit der Plakette blieb auf dem Mond [2, 3]. Am 24. Juli 1969 um 16:50 Uhr Weltzeit wasserte die Kapsel im Pazifik vor Hawaii, etwa 13 Meilen vom Bergungsschiff USS Hornet entfernt [2, 3, 4]. Danach mussten die drei Astronauten 21 Tage in Quarantäne. Sie endete am 10. August 1969 [6].
Die weiteren Mondflüge
Nach Apollo 11 landeten noch fünf weitere Apollo-Missionen auf dem Mond. Apollo 13 musste im April 1970 nach einer Explosion an Bord ohne Landung um den Mond herum zurückfliegen, die Besatzung kam heil zur Erde [1, 5]. Im Dezember 1972 betraten mit Eugene Cernan und Harrison Schmitt von Apollo 17 die bislang letzten Menschen den Mond. Bei sechs Landungen waren es insgesamt zwölf Astronauten, alle aus den USA [1, 5]. Apollo 17 brachte auf drei Ausflügen die größte Menge an Gestein mit [5].

Nach dem Ende des Kalten Krieges arbeiteten die USA und Russland in der Raumfahrt zusammen, etwa mit Kanada, Japan und der ESA auf der Internationalen Raumstation ISS. Anfang 2019 landete China als erstes Land eine unbemannte Sonde auf der Rückseite des Mondes [1].
Der Laser-Reflektor von Apollo 11 liefert weiterhin Messdaten. Teleskope in New Mexico, Frankreich, Italien und Deutschland schicken Laserpulse zu den Spiegeln, die Astronauten von Apollo 11, 14 und 15 aufgestellt haben. Aus der Laufzeit des Lichts lässt sich die Entfernung zwischen Erde und Mond auf wenige Millimeter genau bestimmen [9].
Wie die Raumfahrt mit der Rüstung der Supermächte zusammenhing, erklärt der Artikel über das Wettrüsten. Den Präsidenten, der das Ziel ausgab, stellt das Lebensbild John F. Kennedy vor, die Raumfahrt im großen Bogen der Erfindungen der Längsschnitt Wissenschaft und Technik in der Geschichte.
- Behörde Vor 50 Jahren: Der erste Mensch auf dem Mond (Hintergrund aktuell). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 20.07.2019. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Apollo 11: The Fifth Mission, The First Lunar Landing (Apollo by the Numbers, SP-4029). NASA. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Apollo 11 Mission Overview. NASA. Stand 29.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde July 20, 1969: One Giant Leap For Mankind. NASA. Stand 13.06.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde The Apollo Program. NASA. Stand 11.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Apollo 11. NASA. Stand 18.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Julia Richers: Roter Kosmos. Kulturgeschichte des Raumfahrtfiebers in der Sowjetunion (APuZ). Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 12.07.2019. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Sputnik: mehr als bloß ein Satellit. Europäische Weltraumorganisation ESA. Stand 26.09.2017. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Reflectors placed on the Moon by Apollo 11 astronauts 50 years ago continue to provide fresh lunar laser ranging data. NASA Goddard Space Flight Center. Stand 31.07.2019. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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